Trimbach

Traditionsunternehmen Schibli Möbel AG schliesst endgültig die Tore

Jetzt wird bittere Tatsache, was die Schibli Möbel AG in Trimbach bereits vor gut zwei Jahren angekündigt hatte: Das Traditionsunternehmen schliesst per Ende 2016 endgültig. Damit geht eine 73-jährige Geschäftstätigkeit zu Ende.

Déjà-vu für die Kundinnen und Kunden der Schibli Möbel AG: Sie erhielten dieser Tage einen ähnlichen Brief wie schon im Mai 2014. Mit einer Totalliquidation mit hohen Rabatten wird die Schliessung des Unternehmens angekündigt. Doch während das erste Schreiben vor zwei Jahren kein konkretes Schliessungsdatum enthielt, ist diesmal der Schliessungstermin per 31. Dezember 2016 fett geschrieben und gelb markiert.

Umwandlung in Relax-Center

Den ersten Schliessungsentscheid revidierte das Unternehmen vor einem Jahr, indem es aufgrund von Kundenreaktionen die Möbelfirma in Trimbach in ein Relax-Center umwandelte, wie Geschäftsinhaber Rolf Schibli damals erklärte. Das Relax-Center spezialisierte sich auf Bequeme Sessel, Polstermöbel, Bettsofas, Betten und Bettinhalte.

Mit dieser Geschäftsidee vermochte Rolf Schibli mit seinem Team eigenen Angaben zufolge den Umsatz zwar etwas zu steigern, doch die Entwicklung reicht laut Firmenchef nicht aus, um den Turnaround zu schaffen. Rolf Schibli stellt deshalb gegenüber dieser Zeitung ernüchtert fest: «Wir müssen uns den Marktverhältnissen und dem zunehmenden Einkaufstourismus beugen und schliessen.»

Verändertes Einkaufsverhalten

Das Einkaufsverhalten habe sich grundlegend verändert, betont Schibli weiter: «Heute setzen die meisten Leute bei Möbeln nicht mehr auf Langlebigkeit. Der Preis ist ausschlaggebend, nicht mehr die Qualität.» Auf diese Entwicklung wollte Rolf Schibli vor rund zehn Jahren unter dem Label «Möbill» mit einem Abholmarkt reagieren.

Doch nach drei Jahren musste er auch diese Geschäftsidee aufgeben, weil sich Schibli veranlasst sah, sich unter wirtschaftlichem Druck wieder auf das Kerngeschäft zu konzentrieren, wie er gegenüber dieser Zeitung erklärt.

Vier Angestellte betroffen

Hinzu kommt, was Rolf Schibli bereits in seiner Schliessungsankündigung vor zwei Jahren festhielt: Der 64-Jährige konnte für sein Möbelgeschäft keine Nachfolge finden. Bis Ende Jahr können die Kundinnen und Kunden nun noch von happigen Liquidationsrabatten profitieren: 33 bis 50 Prozent Rabatt auf alles ab Ausstellung und Lager, 25 Prozent Rabatt für alle Neubestellungen. Danach ist Schluss. Die Immobilie ist bereits zum Verkauf oder zur Vermietung ausgeschrieben.

Insgesamt sind laut Rolf Schibli vier Angestellte von der Schliessung betroffen, einer von ihnen hat bereits einen neuen Job. Schibli geht davon aus, dass für alle bis Ende Jahr eine Lösung gefunden werden kann. In der Blütezeit beschäftigte die Schibli Möbel AG bis zu 30 Personen.

Seit 1987 in zweiter Generation

Werner Schibli, Vater von Rolf Schibli, gründete 1943 unter seinem Namen das Engros-Möbelgeschäft, das später als Schweizermöbel-Zentrum Bekanntheit erlangte. Nach dem Umzug 1952 an die Baslerstrasse in Trimbach folgten 1956 Umbau und Aufstockung des Geschäftsdomizils. 1969 zügelte der Betrieb innerhalb von Trimbach in einen Neubau mit 2500 Quadratmetern Ausstellungsfläche an die Winznauerstrasse.

Die Ausstellungsfläche wurde 1981 auf 5000 Quadratmeter ausgebaut. 1987 übernahm Rolf Schibli die Geschäftsleitung in zweiter Generation. Durch Zukauf einer Nachbarliegenschaft vergrösserte er die Ausstellungsfläche zwischenzeitlich auf 10 000 Quadratmeter.

2002 folgte die Umfirmierung in Schibli Möbel AG. 2003 feierte das Unternehmen sein 60-Jahr-Jubiläum. 2015 wurde das Relax-Center Trimbach geschaffen und am 31. Dezember 2016 erfolgt nun die Schliessung.

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