Tempo 30
Tempo 30 soll im Niederamt für Entschleunigung sorgen

Der Abstimmung über die Einführung von Tempo 30 in Dullikens Wohnquartieren ging eine hitzige Debatte voraus. In vielen Niederämter Gemeinden sorgt die Frage nach der passenden Verkehrsgeschwindigkeit für Gesprächsstoff. Die wichtigsten im Überblick:

Christoph Zehnder
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Bruno Kissling

Dulliken

Die Frage nach einer Tempo-30-Zone in den Wohnquartieren wurde kontrovers diskutiert. Die betreffende Zone umfasst sämtliche Wohngebiete südlich der Niederämterstrasse und nördlich der Mettlenstrasse und Wolfacker sowie das Gebiet zwischen Obergösgen und Niederämterstrasse ohne Walkenstrasse.

An der Gemeindeversammlung im vergangenen Sommer wurde beschlossen, an der Urne darüber abzustimmen. Am 24. September sagte die Mehrheit der Dulliker Stimmbürgerinnen und Stimmbürger Ja. Mit 50,6 Prozent Anteil war es allerdings ein knapper Entscheid. Nur 16 Stimmen gaben den Ausschlag.

Die Kosten wurden auf rund 280 000 Franken geschätzt. Die Befürworter der Tempo-30-Zone hoffen auf eine Umsetzung bis Mitte 2019.

 Angenommen: 50,6 Prozent stimmten für die Einführung von Tempo 30 in Dulliken

Angenommen: 50,6 Prozent stimmten für die Einführung von Tempo 30 in Dulliken

Bruno Kissling

Erlinsbach

Die Gemeinde im Erzbachtal ist stolz auf ihr Ortsbild von nationalem Charakter. Seit dem Bau des Kreisels vor rund drei Jahren hat sich auch die Verkehrssituation im Ortskern deutlich verbessert. Wo Aarauer-, Gösger- und Hauptstrasse aufeinandertreffen, läuft es meistens rund. 2018 soll der Kreisel definitiv ausgebaut werden.

Um die Verkehrslage weiter zu entschärfen, lancierte ehemalige Solothurner SP-Präsident eine Motion zur Einführung von Tempo 30 auf allen drei Achsen rund um den Kreisel. Speziell: Der Abschnitt betrifft eine Kantonsstrasse, wo Tempo 30 nur in Ausnahmefällen möglich ist.

Dennoch unterstützte der Gemeinderat Straumanns Motion. An der Gemeindeversammlung vom vergangenen Juni lehnten die Erlinsbacher die Motion mit 45 zu 37 Stimmen ab.

 Abgelehnt: Die Erlinsbacher wollen auf der Kantonsstrasse keine 30er-Zone.

Abgelehnt: Die Erlinsbacher wollen auf der Kantonsstrasse keine 30er-Zone.

Bruno Kissling

Starrkirch-Wil

Im vergangenen November wurde in Starrkirch-Wil eine Petition für Tempo 30 an der unteren Schulstrasse eingereicht. Bereits kurz zuvor hatte die Umweltkommission dem Gemeinderat einen Antrag auf generelle Einführung von Tempo 30 auf dem Gemeindegebiet gestellt. Im Frühling dieses Jahres wurden diesbezüglich verschiedene Verkehrsmessungen durchgeführt.

Der Gemeinderat hat ein Gutachten erstellen lassen und darauf basierend die Einführung von Tempo 30 im Siedlungsgebiet der Gemeinde beschlossen — mit Ausnahme von Dulliker- und Aarauerstrasse, bei denen es sich um Kantonsstrassen handelt.

Die Kosten für die Umsetzung würden rund rund 65 000 Franken betragen. Obwohl dieser Betrag innerhalb der finanziellen Entscheidungskompetenz des Gemeinderates liegt, kommt das Geschäft am 11. Dezember vor die Gemeindeversammlung.

Tempo 30: Vorteile sind umstritten

Tempo-30-Zonen setzen sich in immer mehr Wohnquartieren durch. Die Vor- und Nachteile dieser Verkehrsmassnahmen sind aber keineswegs unbestritten. Nachfolgend die am häufigsten genannten Argumente:

- Verkehrssicherheit: Bei Tempo 30 verkürzt sich der Bremsweg im Auto deutlich. Die Geschwindigkeit ist aber oft nur einer von mehreren Faktoren, die zu einem Unfall führen.

- Lärm: Die Geschwindigkeit alleine sagt wenig über die Lautstärke eines Fahrzeugs aus. Verschiedene Studien belegen eine leichte Lärmreduktion durch Tempo 30. Eine grössere Rolle spielen Fahrweise, Strassenbelag und bauliche Umgebung.

- Kosten: Die Umsetzung einer Tempo-30-Zone geht häufig mit baulichen Anpassungen einher. Temposchwellen, Fahrbahnverengungen oder -markierungen zwingen den Autofahrer zur Temporeduktion.

Lostorf

Vor etwas mehr als einem Jahr präsentierte Lostorf ein Konzept für die Sanierung der Hauptstrasse Nord für 4,7 Millionen Franken. Dieses beinhaltet eine Verengung im oberen Teil der Strasse sowie eine Begegnungszone im Bereich Dorfplatz mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h. Aber auch von einer Tempo-30-Zone in diesem Bereich ist die Rede. Bis Ende 2017 sollte das fertige Bauprojekt vorliegen. 2019 soll mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Eine Umfrage auf Facebook im vergangenen Sommer zum Thema Tempo 30 stiess auf grosse Resonanz. Dort sprach sich eine Mehrheit für die generelle Einführung von Tempo 30 in Quartieren aus.

Eine Temporeduktion auf dem ganzen Gemeindegebiet wurde gemäss Gemeinderat in der Vergangenheit schon mehrmals beraten, jedoch immer wieder abgelehnt. Die Baukommission wurde daher beauftragt, verschiedene neuralgische Punkte zu überprüfen und geeignete Massnahmen vorzuschlagen.

 In Planung: Ende 2017 soll das Bauprojekt für die Hauptstrasse in Lostorf stehen.

In Planung: Ende 2017 soll das Bauprojekt für die Hauptstrasse in Lostorf stehen.

Bruno Kissling