Kolumne

Technologie & Trends als Alternative zur Vereinswelt?

«Als sportliche Alternative habe ich mir während dem ersten Lockdown ein Rennrad ». (Symbolbild)

«Als sportliche Alternative habe ich mir während dem ersten Lockdown ein Rennrad <gegönnt>». (Symbolbild)

Es ist also mal wieder Januar, Zeit für gute Vorsätze. Ideen sind zuhauf vorhanden. Da wären die aktuellen Trends wie Veganuary, also ein veganer Monat Januar einzulegen, am besten gleich in der Kombination mit dem Langzeittrend dry January, also dem alkoholfreien Januar.

Interessant wären diese ernährungsphysiologischen Grundsätze als zeitlich begrenztes Experiment für mich allerdings besonders in Kombination mit Training. Somit könnte man persönlich erfahren, ob und wie der eigene Körper darauf reagiert. Was den Sport anbelangt, wird es schwierig im Januar 2021. Denn die meisten Freizeitsport-Aktivitäten finden ausser Haus, unter Leuten und in Vereinen statt. Diese Punkte gilt es aktuell zu vermeiden, um die Anzahl Kontakte niedrig zu halten.

In der Schweiz gibt es rund 19'000 Sportvereine. So wie die meisten haben auch wir unsere Angebote mit Auftreten der zweiten Welle erneut eingeschränkt oder sogar eingestellt. Als sportliche Alternative habe ich mir während dem ersten Lockdown ein Rennrad «gegönnt». Sorry für den jugendlichen Ausdruck, aber es wäre angesichts der getätigten Fahrleistung vermessen von einem nachhaltigen Investment zu schreiben. Leider ist es nun seit Beginn vom zweiten Lockdown permanent Null Grad oder Nasskalt, daher stagnierten meine «Gümmeler»-Kilometer.

Als Abhilfe benutzen in den Wintermonaten viele Radsportler Zwift. Zwift ist eine online Plattform für virtuelles Training im Rad- und Laufsport. Auch virtuelle Wettkämpfe werden über die Plattform ausgetragen und sogar Radprofis trainieren regelmässig auf Zwift. Zu meinem Pech sind alle kompatiblen Hometrainer oder Rollentrainer bis ins Frühjahr hinaus vergriffen. Ich kann mich also noch nicht von zu Hause aus mit zwei Millionen anderen User messen.

Aber die Lösung inspirierte mich und ich versuchte ebenfalls, meinem Team lockere und sportartspezifische Krafttrainings per Zoom anzubieten. Zu Beginn startete ich mit hoher Beteiligung. Doch Woche für Woche nahm die Anzahl Teilnehmer ab. Sicher fehlte auch die Wettkampfsituation, aber besonders vermissten die Teammitglieder den gesellschaftlichen Teil.

Somit ist es wohl für mein Portemonnaie auch gut, dass der Zwift-kompatible Smart­rollertrainer vergriffen ist. Denn auch beim Radfahren schmeckt das Bier danach in Gesellschaft eindeutig besser. Wir stellen als Verein seit über 140 Jahren ein Angebot für Bewegung und Gesellschaft in der Region und sind sicher, dass dies kein Trend, sondern ein nachhaltiges Bedürfnis ist. Daher blicken wir zuversichtlich in eine gesellige sportliche Zukunft.

Yves Künzli, Unternehmer, Präsident Volley Schönenwerd ea., wohnt in Erlinsbach.

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