Bakterien
Stüsslingen kämpft nun mit Chlor gegen verunreinigtes Trinkwasser

Keine Entwarnung für die Stüsslinger Bevölkerung wegen des mit Bakterien verunreinigten Trinkwassers. Die Gemeindebehörden haben in Absprache mit der Kantonalen Lebensmittelkontrolle beschlossen, eine «Notchlorierung» einzuleiten.

Christian von Arx
Merken
Drucken
Teilen
Die Behörden betonen, dass die Beigabe von Chlor auf Mensch und Tier keine negativen Auswirkungen habe. (Symbolbild)

Die Behörden betonen, dass die Beigabe von Chlor auf Mensch und Tier keine negativen Auswirkungen habe. (Symbolbild)

«Leider haben wir schlechte Nachrichten», berichtete Stüsslingens für die Wasserwerke zuständiger Gemeindevizepräsident Dominik Frauchiger am Mittwoch. «Die am Montag entnommenen Wasserproben enthalten zwar keine Kolibakterien mehr, aber immer noch Enterokokken.»

Auch sei die Ursache der Verschmutzung nach wie vor unbekannt, so Frauchiger. Sie liege nicht an den üblichen neuralgischen Punkten wie Reservoir oder Pumpstationen, sondern irgendwo im 13 Kilometer langen Wasserleitungsnetz der Gemeinde. Nach der Ursache werde weiterhin geforscht.

Aus diesem Grund haben die Verantwortlichen der Wasserversorgung in Absprache mit der Kantonalen Lebensmittelkontrolle am Mittwoch entschieden, das Stüsslinger Trinkwasser ab Donnerstag durch einen externen Spezialisten zu chlorieren. Die Dosierung wird nach Auskunft von Dominik Frauchiger so gewählt, dass das Chlor für Mensch und Tier keine Gefahr darstellt, jedoch die gefährlichen Bakterien unschädlich macht.

Weniger Umstände verursachen

Der Sinn dieser Notchlorierung ist, dass Bevölkerung und Gewerbebetriebe möglichst bald von der lästigen Pflicht zum Abkochen des Trinkwassers befreit werden können. Dies wird der Fall sein, sobald sich das Chlor im gesamten Wassernetz verbreitet hat. Zunächst müssen aber neue Proben die Unbedenklichkeit des Wassers belegen. Erst danach wird die Abkochvorschrift von den Behörden aufgehoben.

Dominik Frauchiger erinnerte daran, dass das Trinkwasser in Stüsslingen schon in den Jahren bis 1985 chloriert worden sei. Auch in anderen Wasserversorgungen sei dies üblich.

Die neusten Informationen der Behörden sind seit Mittwochabend auf der Homepage der Gemeinde aufgeschaltet.