Stüsslingen
Golfplatz Heidental will die Aare anzapfen

Das Green wird grüner: Bei Wasserknappheit musste der Golfplatz in Stüsslingen bisher Trinkwasser für die Bewässerung beziehen. Künftig soll auf Wasser aus der Aare umgestiegen werden.

Felix Ott
Drucken
Teilen
Künftig soll der Speichersee des Golfplatzes bei Bedarf mit Aarewasser aufgestockt werden.

Künftig soll der Speichersee des Golfplatzes bei Bedarf mit Aarewasser aufgestockt werden.

Zvg

Die Sommermonate werden tendenziell immer trockener. Die Regenfälle nehmen ab, die Verdunstung nimmt zu. Der Golfplatz Heidental in Stüsslingen hat deshalb in den vergangenen Monaten mehrere Baupublikationen eingereicht, um eine Wasserleitung vom Aare-Kanal bis zum Golfplatz zu bauen. Mit dem Aarewasser sollen künftig bei Bedarf die Wasserreserven für die Platzpflege aufgestockt werden, sagt der Manager des Golfplatzes, Jürg Moning.

Die Baugesuche wurden in den Gemeinden Obergösgen, Lostorf und Niedergösgen publiziert. Zusätzlich wurde in Niedergösgen eine Konzession zur Wasserentnahme beantragt. Die Einsprachefrist für das letzte Gesuch endete vergangene Woche. In keiner der drei Gemeinden wurden Einwände erhoben. Nun fehlt für den Start des Projektes nur noch der Segen des Solothurner Amt für Raumplanung. Dann könne allenfalls im Winter mit dem Verlegen begonnen werden, erklärt Moning.

Vom Wasserentnahmeort – an der Niedergösger Mühlekopfstrasse beim Aarekanal – soll eine rund zwei Kilometer lange Leitung am Buerwald entlang zum Speichersee des Golfplatzes verlegt werden. Damit könnten schliesslich maximal 60000 Kubikmeter Aarewasser pro Jahr zum Platz fliessen. Das zusätzliche Wasser werde jedoch nur bezogen, wenn die Wasserreserven wirklich knapp würden, betont Clubmanager Moning.

Eine ökologische und ökonomische Alternative

Bisher wurde bei Wasserknappheit in den Sommermonaten Trinkwasser von der Gemeinde Lostorf zugezogen. Der Bezug von Wasser aus der Aare sei jedoch deutlich nachhaltiger und koste auch weniger. Diese Vorteile wurden den Bewohnerinnen und Bewohnern der Gemeinden an verschieden Informationsveranstaltungen dargelegt.

«Wir gehen davon aus, dass es zustande kommt. Es ist aus ökologischer und ökonomischer Sicht sinnvoll»,

sagt Moning. Normalerweise genüge das Regenwasser für die Platzpflege. Das benutzte Wasser werde mittels Drainage in den Speichersee geführt und dort erneut verwendet. Dadurch entstehe eine Zirkulation. In den letzten Jahren zeigte sich jedoch, dass es in gewissen Sommermonaten zu Wasserknappheit kommen kann.

Das verwendete Wasser wird aufgefangen und wiederverwendet.

Das verwendete Wasser wird aufgefangen und wiederverwendet.

Zvg

Im vergangenen Sommer habe der Golfplatz aufgrund der starken Regenfälle hingegen eher Probleme mit der Entwässerung gehabt, erzählt Moning. Doch die Tendenz zu vermehrten Trockenperioden steigt, wie auch das Bundesnetzwerk für Klimadienstleistungen bestätigt. Doch nicht nur die Häufigkeit nehme zu, sondern auch die Dauer der Trockenzeiten.

Aktuelle Nachrichten