Während sich am Montagabend draussen die Dunkelheit über die Strassen und Gassen von Dulliken legte, erschien die Aula des Schulhauses Kleinfeld in hellem Licht. Es war weder eine Theateraufführung noch der Auftritt eines Schulchors, die Anlass zu dieser Beleuchtung geboten hätten. Vielmehr war es die Einberufung einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung, die die Lichter brennen liess.

Kurz vor 20 Uhr — die meisten Stimmberechtigten haben ihren Weg in die Aula gefunden. Heiter begrüsst man sich und tauscht sich aus. 20 Uhr — viele der Sitzplätze sind und bleiben leer, die Eingangstüren werden geschlossen, und die Generalversammlung ist offiziell eröffnet.

«Hoffentlich werden sich heute Abend viele Dulliker hier in der Aula einfinden», so formulierte die Protokollführende Alexandra Kuhn eingangs der Versammlung eine der Hoffnungen im Zusammenhang mit der Generalversammlung. Dabei ging der Gemeinderat von einer Anwesenheit von ungefähr 40 Stimmberechtigten aus. Die Realität des Montagabends sah jedoch etwas anders aus. Einzig 28 Dulliker durfte der ernannte Stimmenzähler zu Beginn der Generalversammlung zu Protokoll geben.

Drei Haupttraktanden

1,45 Millionen Franken für Strassensanierungen, 280 000 Franken für digitale Wasseruhren und ein Planungsausgleichsreglement — dies waren die drei Haupttraktanden, die 28 interessierte Dulliker in die Aula gelockt haben.

Über einen Kredit in Millionenhöhe ging es im Zusammenhang mit dem Vorhaben zur Sanierung der Strassen Dammweg und Hagnau. Wie der Gemeinderat Konrad Schenker ausführte, sollen dort die zurzeit noch oberirdisch verlegten Stromversorgungsleitungen in den Boden verlegt, der Strassenbelag neu gemacht und die Wasserleitungen ersetzt werden. Kostenpunkt dieses Projekts liegt bei rund 280 000 Franken. Ebenfalls um eine Budgetangelegenheit handelte es sich beim zweiten Haupttraktandum; der Beschaffung von digitalen Wasseruhren, die das Ablesen mittels Fernablesegerät vereinfachen sollen. Zudem betonte Schenker, dass alle bereits verbauten jüngeren Wasseruhren mit einem Sendemodul nachgerüstet werden sollen. Beim letzten Haupttraktandum ging es dann um die Abstimmung über den Entwurf eines auf Gemeindeebene ausgearbeiteten Planungsausgleichsreglements (bei Ein-, Aus- und Umzonungen). Damit soll den Dullikern ein schlankes Reglement zur Verfügung gestellt werden, das die kantonalen Bestimmungen spezifiziert.

Eine einstimmige Sache

Wer sich von der Generalversammlung hitzige Diskussionen, aufgebrachten Gemüter und rote Köpfe erhoffte, ist am Montagabend sicherlich enttäuscht nach Hause zurückgekehrt. Einstimmigkeit und gerade mal eine Wortmeldung aus dem Publikum gab es zu verzeichnen. Die Frage, ob die digitalen Wasseruhren batteriebetrieben seien, sorgte allerdings weder für eine angeregte Diskussion noch für Aufregung im Publikum. Das Ergebnis der Generalversammlung lässt sich einfach zusammenfassen: drei einstimmige Annahmen der Anträge. Oder wie es Gemeindepräsident Walter Rhiner formulierte: «Keine Fragen, ergo sind alle zufrieden.»

Im Gemeinderat sei man bereits davon ausgegangen, dass sich die Traktanden als unumstritten herausstellen würden, so Rhiner. Zwar gebe es gerade bei Budgetangelegenheiten oftmals Rückfragen aus dem Publikum, der einstimmige Ausgang bei Abstimmungen sei hingegen keine Seltenheit.

Lichter löschen nach 35 Minuten

Doch wieso kamen nur 28 Stimmbürger? «Es war bereits im Vorfeld klar, dass nicht unzählige Leute heute Abend erscheinen werden», sagt Gemeindepräsident Rhiner. Schliesslich hätten die Traktanden keine aussergewöhnliche Brisanz gehabt. «Es gibt sicher andere Themen, die mehr Leuten unter den Nägeln brennen.» Der Grund, wieso überhaupt eine ausserordentliche Versammlung einberufen wurde, lag denn auch weniger in der Sprengkraft der Themen als in deren Aktualität. Insbesondere Traktandum drei und vier — die beiden Strassensanierungen und die Beschaffung der digitalen Wasseruhren — wolle der Gemeinderat möglichst rasch in Angriff nehmen, sagt Rhiner. Deshalb hätte man auch nicht bis zur ordentlichen Versammlung, die das nächste Mal am 24. Juni stattfindet, warten wollen.

Eine halbe Stunde war die Aula am Montagabend beleuchtet. Dann hiess es, Lichter löschen. 20.35 Uhr — mit Wünschen in eine schöne Frühlingszeit wurde der Apéro eröffnet.