Unbestreitbar hat für die Jägerinnen und Jäger die jährlich stattfindende Hubertusmesse einen grossen Stellenwert. Auch die Mitglieder des Hegerings Olten-Gösgen-Gäu machen da keine Ausnahme. Der würdige Rahmen dazu bildete dieses Jahr die röm. kath. Kirche St. Nikolaus in Erlinsbach. Trudy und Sepp Sager hatten die Ausschmückung des Altarraums übernommen und vorbildlich gestaltet.

Seit dem Mittelalter pflegt man diesen Brauch um den 3. November, dem Hubertustag. Dabei spielen Jagdhörner eine wichtige Rolle. Das Jagdhorn hatte sich im Laufe der Zeit vom Signal- zum Musikinstrument entwickelt und eignet sich heute auch zur Intonation anspruchsvoller Musikstücke.

Früher diente es zur Verständigung auf der Jagd. In den damals grossen Wäldern war eine geordnete Jagd ohne Hörner als Alarmsignal für Schützen und Treiber nicht durchführbar. Durch die veränderte Struktur der Landschaft hat das Jagdhorn bei der Durchführung der Treibjagden nicht mehr die Bedeutung, wie noch vor einigen Hundert Jahren.

Zudem sind die Jäger in Zeiten von Smartphone und Handy nicht mehr darauf angewiesen. Trotzdem werden Jagdsignale noch heute gebraucht. Das An- und Abhornen einer Treibjagd mit einfachen Hörnern gehört nach wie vor zu den praktizierten Bräuchen. Schliesslich kann es auch einmal passieren, dass man mit dem Handy keinen Empfang hat, dann sind die Jagdsignale zur Verständigung wieder wichtig.

Heute ist das Jagdhorn jedoch Ausdruck für das jagdliche Brauchtum und hat so einen umso höheren Stellenwert erreicht und mehr an Bedeutung gewonnen.

Pfarrer Beda Baumgartner erinnerte in seiner Predigt an die Hubertus-Legende. Laut dieser war Hubertus ein skrupelloser Jäger, dem dann während der Jagd Christus – in Form eines Hirsches, der ein leuchtendes Kreuz im Geweih trug – begegnet sei. Durch diese Erscheinung ist Hubertus in sich gegangen und hat sein Leben nachhaltig geändert. Er wurde zum Heger und Bewahrer der Natur.

Pfarrer Baumgartner wob diesen inhaltlichen Faden mit der Bedeutung einer Botschaft für das eigene Leben, verbunden mit dem Appell sich auch von einer kleinen persönlichen Wende zur Wahrheit und Offenheit im Alltag ermutigen zu lassen.

An einer Hubertusmesse werden auch an die im vergangenen Jahr verstorbenen Weidmänner gedacht. Es waren dies: Wolfgang Brunner, Revier Born, Hans Georg Frey, Revier St. Peter Kestenholz und René Künzli, Revier Frohburg. Von ihnen wurden mit den Jagdsignalen «Jagd vorbei und Halali» würdig Abschied genommen.

Das Spiel der Jagdhornbläsergruppe unter der Leitung von Alois Kissling war einmal mehr wieder ein musikalischer Genuss und wurde mit grossem Applaus der vielen Kirchgänger gefeiert. Nach den Zugaben traf man sich im Pfarrsaal für ein von der Jagdgesellschaft Niedererlinsbach-Buer spendiertes Apéro.