Jetzt hat auch der obere Dorfteil von Schönenwerd seine Tunnelbaustelle. Im Juni beginnen die Bauarbeiten für den Notausstieg Lochbächli. So bezeichnen die SBB den mittleren und tiefsten der drei Notausstiege aus dem 3,114 Kilometer langen Eppenbergtunnel.

Zunächst muss der Rothofweg ausgebaut werden. Dies ist ein wenig benutzter Feld- und Waldweg, der beim Waldeingang vom Reservoirweg abzweigt und schon nach kurzer Distanz als Sackgasse im Wald endet. Dieser Weg wird zum künftigen Notausstieg Lochbächli führen. Er muss deshalb für Rettungsfahrzeuge befahrbar gemacht werden.

Schönenwerd Eppenberg-Notausstieg Lochbächli

In den letzten Wochen hat der Forstbetrieb der Bürgergemeinde bereits ein Waldstück zwischen Reservoirweg und Rothofweg gerodet. Die Rodung sei etwas grösser als für das SBB-Projekt nötig ausgefallen, weil sie auch dem ab Frühjahr 2017 vorgesehenen Neubau des Reservoirs Föhren durch die Gemeinde Schönenwerd diene, teilte SBB-Mediensprecher Daniele Pallecchi auf Anfrage mit. Dieses Reservoir liegt weiter oben am Reservoirweg im Wald.

Als nächste Schritte folgen, voraussichtlich von Mitte Juni bis im August, der Ausbau des Rothofwegs und das Abhumusieren des künftigen Interventionsplatzes beim Notausstieg Lochbächli. Wann genau diese Arbeiten starten, hänge vom Wetter ab, erklärte Pallecchi: Die Umwelt-Baubegleitung gebe grünes Licht, sobald der Boden nicht mehr zu feucht sei.

Bau von unten her geplant

Der Bau des 76 Meter tiefen Schachts zum Tunnel wird voraussichtlich 2017 beginnen. Zur Diskussion steht ein Verfahren, bei dem der Schacht des Notausstiegs vom Tunnel her, also von unten ausgebrochen würde. Dann könnte das Material durch den Tunnel abgeführt werden. Diese Lösung würde das Wohnquartier an der Oberen Holzstrasse und am Reservoirweg stark von Lastwagenfahrten entlasten. Definitiv beschlossen ist sie aber noch nicht.

Die Zufahrt zur Baustelle Lochbächli erfolgt über Schmiedengasse, Untere Holzstrasse, Reservoirweg. Auf dem engen und steilen Reservoirweg kann man sich Lastwagen und grosse Baumaschinen nur schwer vorstellen. Die SBB versprechen, dass die Arbeiten in der Regel auf Werktage von 6 und 22 Uhr beschränkt sind.

Rotenhof, Rotloch, Rotlochbächli

Der Name Lochbächli ist in Schönenwerd nicht geläufig. Auch Einheimische wissen kaum, welcher Ort damit bezeichnet wird. Besser bekannt ist der Name Rotenhof, ein heute zum grossen Teil überbautes Gebiet am Waldrand zwischen Entfelderstrasse und Oberer Holzstrasse. Im Südosten des Rotenhofs befindet sich das Rotloch, eine feuchte Ecke. Sie ist oft sumpfig, weil sich in diesen Teil der Matte nach Niederschlägen ein Rinnsal aus dem Wald ergiesst, das Rotlochbächli. Der Name Rotenhof geht auf eine frühere Besitzerfamilie Roth zurück: Im Jahr 1864 wird das damals wohl allein stehende Haus nahe dem Waldrand «s rothe Hof» genannt.