Lostorf
Sternenfunkeln im Dorfzentrum: Gemeinde möchte auch eine Weihnachtsbeleuchtung

Die Gemeinde Lostorf soll endlich eine Weihnachtsbeleuchtung erhalten. Die Finanzierung der Beleuchtung soll durch Sponsoring von Firmen und Einzelpersonen erfolgen.

Christoph Zehnder
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Lostorf hat als eine von wenigen Gemeinden in der Region keine Weihnachtsbeleuchtung. Das soll sich in diesem Jahr ändern. Um die Gemeindekasse nicht zusätzlich zu belasten, werden derzeit Sponsoren gesucht.

Lostorf hat als eine von wenigen Gemeinden in der Region keine Weihnachtsbeleuchtung. Das soll sich in diesem Jahr ändern. Um die Gemeindekasse nicht zusätzlich zu belasten, werden derzeit Sponsoren gesucht.

Symbolbild

Zu dieser Jahreszeit machen sich wohl nur die wenigsten Menschen Gedanken über Weihnachten. Nicht so in Lostorf, wo eine feierliche Strassenbeleuchtung in den vergangenen Jahren immer wieder diskutiert wurde. Denn Lostorf ist eines der wenigen Dörfer in der Region ohne eigene Weihnachtsbeleuchtung. «Wir fanden das schade und wollten das Thema deshalb aufgreifen», sagt Chantal Müller-Wyder. Sie ist Mitglied im Redaktionsteam vom «3Rosenblatt», dem Lostorfer Gemeindemagazin.

Weihnachtsbeleuchtung Lostorf

Interessierte Sponsoren wenden sich an: weihnachtsbeleuchtung.lostorf@gmx.ch

Eine Facebook-Ankündigung zu einem möglichen Beitrag über eine Weihnachtsbeleuchtung vor einigen Wochen erhielt viel Zuspruch. Offenbar würden viele Lostorfer es begrüssen, wenn auf den Strassen zur Adventszeit etwas mehr weihnächtlicher Glanz vorherrscht. Bisher kennt man im Ort vor allem die Dekoration vom Bastelteam, die zur Freude vieler Einwohner im Dezember festliche Stimmung verbreitet.

Antrag an Gemeinde gestellt

Nur über das Thema Weihnachtsbeleuchtung zu berichten, war Chantal Müller-Wyder zu wenig. Gemeinsam mit Eveline Maritz stellte sie einen Antrag an den Gemeinderat. «Natürlich waren nicht alle von diesem Vorschlag begeistert», so die Initiantin. «Das ist verständlich, heutzutage liegt finanziell nicht mehr immer alles ‹einfach so› drin.»

Gemeinsam mit dem Gemeinderat kam man zu einer Lösung: Die Finanzierung der Beleuchtung soll durch Sponsoring erfolgen, Firmen- und Einzelpersonen können sich an den Anschaffungskosten beteiligen. Ein Stern kostet 1100 Franken. Möglich sind auch Teilspenden oder die Finanzierung eines halben Sterns. Wer mindestens einen halben Stern sponsert, wird auf einer Sponsorentafel erwähnt. Die Gemeinde ihrerseits übernimmt die Montage, Demontage sowie Wartung und Unterhalt. Der Gemeinderat hat dafür einen jährlich wiederkehrenden Kredit von 1400 Franken gutgeheissen. Nach der Anschaffung geht die Beleuchtung in das Eigentum der Gemeinde über.

Sparsame Sterne

Und so soll die Dekoration aussehen: An den Strassenlaternen der Kantonsstrasse – und allenfalls der wichtigsten Zufahrtsstrassen – soll je ein Weihnachtsstern von etwas über einem Meter Grösse aufgehängt werden. Laut Gemeinderat wurde bei der Wahl der Sterne auf eine möglichst einfache Konstruktion mit geringem Energieverbrauch geachtet. «Es werden sicherlich LED-Leuchten sein», erklärt Gemeindeschreiber Markus von Däniken auf Anfrage. Die schlichte Form bietet wenig Angriffsfläche für Wind und Schnee, was den Unterhalt vereinfacht. Die Gemeinde sei froh um die Initiative ihrer Einwohner, betont von Däniken. Die Beschaffung einer Weihnachtsbeleuchtung auf privater Basis ist indes kein Novum: Auch im Weiler Mahren haben die Bewohner diese aus der eigenen Tasche bezahlt.

Beleuchtung ab Ende November

88 Strassenlaternen haben Chantal Müller-Wyder und Eveline Maritz gezählt, die es zur Adventszeit mit einem Stern zu schmücken gäbe. Ihr Ziel ist es, bis Ende September Sponsorenzusagen für etwa 40 Sterne zu erhalten. «23 haben wir bereits», freut sich Müller-Wyder. Die Suche nach Sponsoren sei «nicht immer lustig», gesteht sie. Aber Ende November, wenn im Dorfzentrum erstmals die neuen Sterne leuchten werden, dürften diese Mühen vergessen sein.

Tagesstätte Kinderburg

Der Betrieb der Kinderburg läuft gemäss Gemeinderat rund und ist sehr erfreulich. Die Belegungen konnten im vergangenen Jahr kontinuierlich gesteigert werden. Mittlerweile gibt es einzelne Wochentage, die komplett belegt sind und es bestehen Wartelisten. Im ersten Halbjahr war noch unklar, ob sich das Führen von zwei nach Alter abgestuften Gruppen langfristig finanziell überhaupt bewerkstelligen lässt. Im zweiten Halbjahr hat sich die Situation aufgrund von vielen Neuanmeldungen zum Guten gewendet und eindeutig geklärt. Obwohl der Leistungsauftrag der Gemeinde auf 12 Betreuungsplätzen basiert, werden heute 24 Betreuungsplätze, verteilt auf zwei Gruppen, angeboten. Eine grosse, weil kostenintensive Herausforderung für den Vereinsvorstand ist jeweils die Planung des Personalbedarfs. Für das Jahr 2018 muss der Personal-Soll-Bestand aufgrund der gesteigerten Auslastung auf 600 Prozent erhöht werden.

An der Generalversammlung im Juni 2017 hat sich im Vorstand des Vereins Kinderburg eine grosse Rochade ergeben. Die bisherigen fünf Vorstandsmitglieder haben ihren Rücktritt erklärt und die Geschäfte einem neuen, aktuell dreiköpfigen, Vorstand übergeben. Dieser wurde gleich von Anfang an stark gefordert. Im Sommer 2017 hat ein Aufsichtsbesuch durch das Amt für soziale Sicherheit stattgefunden. Der Kinderburg wurde attestiert, dass alle Richtlinien eingehalten werden, der Betrieb einwandfrei geführt wird und die Kindertagesstätte insgesamt durch eine gute Betreuungsqualität überzeugt. Die gute Auslastung im zweiten Halbjahr 2017 hat dazu geführt, dass die Defizitgarantie der Gemeinde nicht voll ausgeschöpft werden musste. Der Kostenbeitrag 2017 der Gemeinde beläuft sich auf 60 084.60 Franken. Der Rechenschaftsbericht 2017 wurde vom Gemeinderat genehmigt. Dem Vorstand des Vereins Kinderburg, unter der Leitung von Thomas Dietschi, wird für die hervorragende Arbeit der Kindertagesstätte bestens gedankt. (mvd)