Schönenwerd
Startschuss zur Neugestaltung – Bahnhof soll zum «Verkehrshof» werden

In zwei Jahren soll im Bahn-Regionalverkehr zwischen Olten und Aarau der Halbstundentakt Einzug halten. Die Gemeinde Schönenwerd nimmt das zum Anlass, die Planung einer Umgestaltung des Bahnhofareals zur «intermodalen öV-Drehscheibe» an die Hand zu nehmen.

Christian von Arx
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Der Schönenwerder Bahnhof soll 2021 zur öV-Drehscheibe werden. Bruno Kissling

Der Schönenwerder Bahnhof soll 2021 zur öV-Drehscheibe werden. Bruno Kissling

Bruno Kissling

In zwei Jahren sollen die Bahnhöfe im Niederamt den Anschluss an den heutigen Rhythmus im Bahnverkehr finden: Auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2018, noch vor Eröffnung des Eppenbergtunnels 2020, stellen die SBB die Einführung des durchgehenden Halbstundentakts in Aussicht.

Parallel zu diesem Fahrplan-Ausbauschritt packt Schönenwerd jetzt die Modernisierung des Bahnhof-Umfelds an. «Intermodale öV-Drehscheibe», lautet das Zauberwort. Gemeint ist: Der Bahnhof wird als Drehscheibe zwischen Zug, Bus, privatem Auto oder Velo und Fussgängern verstanden; die bauliche Anlage soll ein sicheres, schnelles und einfaches Umsteigen ermöglichen.

«Künftig wird auch die Buslinie Aarau– Gretzenbach über den Bahnhof geführt», erwähnte Gemeindepräsident Peter Hodel eine der zentralen Neuerungen. «Im ganzen sind drei gedeckte Bushaltekanten vorgesehen.» Auf dem freien Platz südlich des Bahnhofs (ehemals Güter-Ex) soll eine Park+Ride-Anlage entstehen. Die völlig veralteten Veloeinstellplätze werden ersetzt. Und: «Das Storchengässli wird ausgebaut, Fuss- und Veloverkehr werden sauber getrennt», verriet Hodel.

Der Bund übernimmt 40 Prozent

Bis dahin ist es noch weit. Aber am Montag gab die Schönenwerder Gemeindeversammlung den Startschuss mit einem klaren Ja zum Projektierungskredit von 215 000 Franken. Bis Dezember 2017 soll ein Bauprojekt mit Kosten von rund 3 Millionen Franken entstehen, das wiederum der Gemeindeversammlung vorgelegt wird. Fest zugesichert ist ein Anteil von 40 Prozent (1,2 Mio. Franken) vom Bund, im Rahmen des Agglomerationsprogramms AareLand. Die übrigen
60 Prozent (1,8 Mio. Franken) wird die Gemeinde tragen müssen. «Wir werden aber ein Beitragsgesuch an den Kanton richten, und die SBB müssen sich an der P+R-Anlage beteiligen», sagte Hodel.

Verschiedene Fragen deuteten an, dass sich die Benützer für diese Neugestaltung des Bahnhofareals interessieren. Der Projektierungskredit wurde mit grossem Mehr gegen 3 Stimmen bewilligt. Anwesend waren 74 Stimmberechtigte.

Schulraumbedarf bis 2030 decken

Ohne Gegenstimmen stimmte der Souverän einem weiteren Projektierungskredit von 210 000 Franken für die Sanierung des Hauswirtschaftsschulhauses zu. Mit der inneren Umstrukturierung sollen sechs zusätzliche Klassenzimmer und fünf weitere Unterrichtsräume gewonnen werden. Eine Kostenschätzung lässt ein Bauprojekt von 3 Mio. Franken erwarten. Das sollte den Schulraumbedarf bis 2030 decken, meinte Gemeinderat Röbi Gilgen. Der Hauswirtschaftsunterricht wird in andere Gemeinden des Sekundarschulkreises ausgelagert.

Mehr Licht für den Fussballplatz

Schneller zur Ausführung kommen drei weitere Vorhaben, deren Investitionskredite alle problemlos bewilligt wurden. 250 000 Franken kostet der Ersatz der Beleuchtung auf dem Sportplatz Feld. Erneuert wird sie jetzt, weil die Spielfelder infolge des Neubaus der Sport- und Eventhalle Mittelland verschoben werden.

Neue Laptops für die Schule

Auf ebenso viel Goodwill bei der Versammlung stiess die Ersatzbeschaffung von Laptops für die Primarschule. Mit dem Kredit von 130 000 Franken werden 87 Notebooks, 17 Accesspoints und
2 Netzwerkswitches für die zwei Primarschulhäuser Feld und 1888 angeschafft, wie die IT-Verantwortlichen Philipp Werfeli und Markus Hunziker erläuterten.

Unbestritten war auch der grösste Kredit: 1,315 Mio. Franken für die Sanierung der Bahnstrasse (Abschnitt Schöneggstrasse bis Schachenstrasse), mit Ersatz von Wasserleitung und Beleuchtung. Die Anwohner müssen sich auf Bauarbeiten in den nächsten zwei Jahren einstellen.

Steuerfuss ab 2018 überprüfen

Einstimmig genehmigt wurden alle Anträge zum Budget (Zahlen siehe Kasten). Der Steuerfuss bleibt gleich – «ab 2018 muss er überprüft werden», stellte Gemeinderat Beat Keller fest. Auf eine Frage teilte Gemeindepräsident Peter Hodel mit, dass sich Schönenwerd bei der Umsetzung der Unternehmenssteuerreform III auf den Ausfall von 600 000 Franken an Firmensteuern einstellen muss.

Völlig unbestritten war das grösste Geschäft der Versammlung: die Gründung der öffentlich-rechtlichen Unternehmung Wasserversorgung unteres Niederamt (wir berichteten). Wie die Gretzenbacher genehmigten nun auch die Schönenwerder die Statuten und die Finanzplanung bis 2021, mit Bruttoinvestitionen von 8,315 Mio. Franken für ein neues Grundwasserpumpwerk im Aarefeld (Gretzenbach) und ein neues Reservoir Föhren (Schönenwerd). Das neue Unternehmen startet am 1. Januar 2017.

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