Erlinsbach
Stabhochspringen zwischen Obstbäumen: Familie plant professionelle Sportanlage im Garten

Familie Zingg aus Erlinsbach verwandelte im Lockdown den Garten in eine improvisierte Sportanlage — nun wird sie professionell gebaut.

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Vater Daniel Zingg mit den Söhnen Timo (15, von links nach rechts), Ben (13), Alex (11) und Marc (7) vor den Bauprofilen für die Stabhochsprunganlage.

Vater Daniel Zingg mit den Söhnen Timo (15, von links nach rechts), Ben (13), Alex (11) und Marc (7) vor den Bauprofilen für die Stabhochsprunganlage.

Bruno Kissling

Der Lockdown im Frühling hielt so manchen Sportler davon ab, wie gewohnt zu trainieren. So fiel auch das Leichtathletiktraining von Timo, Ben, Alex und Marc Zingg zeitweise aus. Einige Wochen Ferien vom Sport zu machen, kam für die vier Brüder aber nicht in Frage – erst recht nicht in einem Frühling, der so schönes Wetter mit sich brachte.

Gemeinsam mit ihren Eltern bauten sie im Garten eine improvisierte Stabhochsprunganlage. Aus Brettern, Betonplatten und einer Tartanrolle wurde eine Anlaufbahn. Strohballen und eine alte Sprungmatte bildeten einen Landeplatz.

Den Sommer über scherzten Vater und Söhne immer wieder miteinander, einmal eine professionelle Anlage bauen zu wollen, wenn die vier Jungs professionelle Athleten werden. Aus Spass wurde schliesslich ziemlich schnell Ernst: So reichte Daniel Zingg, der Vater der vier Leichtathleten, vor kurzem ein Baugesuch zum Bau einer professionellen Tartananlaufbahn und Stabhochsprunganlage ein.

Leichtathletik beschäftigt nicht nur die 7-, 11-, 13- und 15-jährigen Söhne ein bis fünfmal pro Woche im Training. Auch ihr Vater hat früher leidenschaftlich Zehnkampf betrieben und mag sich besonders für die Disziplin Stabhochsprung erwärmen.

Gebaut wird die Stabhochsprunganlage mit Tartananlaufbahn hinter dem Wohnhaus der Familie Zingg. Das Grundstück unterhalb der Anlage gehört eigentlich der Mutter von Daniel Zingg. Die Obstanlage mit Niederstammenbäumen, die sich darauf befindet, wird jedoch von ihm selbst bewirtschaftet. Die Obstbäume stehen in Reihen mit jeweils drei bis vier Meter Distanz auseinander. Die 1,25 Meter breite Tartanbahn hat dazwischen also genug Platz – die Bäume müssen der Sportanlage nicht weichen.

Hinter dem Wohnhaus soll die Anlage entstehen.

Hinter dem Wohnhaus soll die Anlage entstehen.

Bruno Kissling

Auch Wettkämpfe könnten auf der neuen Anlage stattfinden

Mit dem Bau möchte die Familie sobald wie möglich loslegen – die Anlage soll schliesslich bis im kommenden Frühling fertiggestellt sein. Die meisten Schritte des Baus werden von Handwerkerinnen und Handwerkern erledigt.

Für den Aushub des Fundaments, auf welchem die Anlage schliesslich stehen wird, wird die Familie aber selbst zu den Schaufeln greifen. Im Anschluss kümmern sich Fachkräfte darum, eine Unterlage aus Kofferung und Teer in die ausgehobene Fläche einzulegen und den Tartanbelag eben aufzutragen. Die Ständer und die Stabhochsprungmatte, die benötigt werden, wird die Familie im Fachhandel und direkt bei den Produzenten bestellen.

Grundsätzlich wird die Anlage gebaut, um selbst darauf trainieren zu können. Aber: «Wir liebäugeln schon auch damit, die Stabhochsprunganlage für regionale Wettkämpfe zu nutzen», erzählt Daniel Zingg. Dies sei organisatorisch gar nicht so aufwendig.

Die Anlage müsse jedoch zuerst homologiert werden. Zudem brauche man auch eine Genehmigung, um auf der Anlage einen Wettkampf organisieren zu dürfen. Wie dies genau vor sich geht, will Zingg mit dem Verein BTV Aarau Athletics absprechen, bei dem seine Söhne trainieren.