Um 20 Uhr eröffnete Gemeindepräsident Daniel Thommen die Gemeindeversammlung. Alle Geschäfte dieser Budgetversammlung in Starrkirch-Wil wurden einstimmig ohne grössere Diskussionen und ohne Enthaltungen angenommen.

Lediglich bei der Detailberatung des Budgets und beim letzten Traktandum «Verschiedenes» ergriffen Teilnehmer kurz das Wort.

Das erste namhafte Geschäft betraf die Ergänzung der Gebührenordnung betreffend Anlassbewilligungen, zu denen die Gemeinde ab 1. Januar 2016 gemäss neuen Wirtschafts- und Arbeitsgesetz verpflichtet ist.

Traktandum drei befasste sich mit der Änderung des Wasserreglements. Neu haben die Wasserbezüger die Kosten für Anpassungen an privaten Anlagen bei veränderten Verhältnissen zu tragen.

Vier Etappen bis zum Ziel

Die untere Schulstrasse braucht eine Sanierung: Wasserleitung und Strassenbelag weisen einen schlechten Zustand auf, die Kanalisation ist ebenfalls teilweise erneuerungsbedürftig.

Baubeginn ist aufs Jahr 2016 angesetzt; dabei wird zusätzlich noch der Neuanschluss der Gasleitungen auf einer Strecke von 83 Metern in Angriff genommen. Etappe zwei, im Jahr 2017, wird sich speziell der komplexen Wasser- und Kanalisationsführung annehmen.

Die letzten beiden Etappen in den Jahren 2019 und 2020 betreffen die längsten Strassenabschnitte, wobei Etappe drei ein Abschnitt ohne Kanalisation ist. Der Gesamtkredit für die untere Schulstrasse beläuft sich auf rund 1,2 Millionen Franken.

Neu wurde das Budget 2016 mit dem neuen harmonisierten Rechnungslegungs-Modell HRM 2 erstellt. Die Bewohner von Starrkirch-Wil vernahmen im Vorfeld der Budgetgemeindeversammlung die nicht sehr erfreuliche Neuigkeit, dass der Gemeinderat den Steuerfuss für das neue Jahr auf 115 Prozent zu erhöhen gedenke.

Dies für natürliche wie juristische Personen. Neben der Steuererhöhung sind aber auch Sparmassnahmen notwendig, um roten Zahlen entgegenzuwirken.

Gemeindeverwalter Beat Gradwohl stellte die Sparpunkte in der Detailberatung genauer vor. Betroffen sind die Bereiche Seniorennachmittag (findet nur noch im zweijährigen Turnus statt), Badekärtli (Verzicht), Fachberatung Bau- und Werkkommission (Reduktion) und SBB-Tageskarte (entfällt).

Weiter erleben die Unterhaltskosten diverse Kürzungen, diverse Anschaffungen werden gestrichen. Um Mehreinnahmen zu generieren, wurden unter anderem die Elternbeiträge beim Musikschulunterricht erhöht.

«Wenn Eltern es sich nicht mehr leisten können, dürfen sie selbstverständlich ein Gesuch bei der Gemeinde einreichen», erklärte Gradwohl.

Asylhaus und Verschiedenes

Der Zustand des Rasens bei der Asylunterkunft an der Aarauerstrasse 23 wurde bemängelt. «Es sind hauptsächlich junge Männer, die da wohnen. Sie zu bitten, ab und zu den Rasen mit einem Handrasenmäher instand zu halten, ist nicht zu viel verlangt», meinte eine Stimme aus der Versammlung.

Der Gemeinderat kenne die Problematik, habe auch schon Kontakt mit den Asylbetreuern aufgenommen, um dem Wunsch des Dorfes nachzukommen. Leider aber bisher ohne Erfolg.

Zum Schluss wurde Bernadette Rickenbacher verabschiedet. Sie war fast 15 Jahre als Gemeinderätin im Amt. Für sie rückt Bruno Gervasi nach. Christoph Graber, der eigentlich der Nächste auf der Liste gewesen wäre, verzichtete schriftlich.