Sorgen um Stalltiere
Nachlässigkeit oder von Fremden mit Absicht geöffnet – werden in Lostorf Haustiere aus Ställen «befreit»?

Eine Gruppe in den sozialen Medien spekuliert darüber, ob ihre Tiere von Menschenhand freigelassen wurden. Einige Haustiere seien dann Wildtieren zum Opfer gefallen – über die Gründe wird im Netz gerätselt.

Noël Binetti
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Ist in Lostorf ein schlauer Fuchs unterwegs? Oder «befreit» jemand absichtlich Tiere aus Ställen und diese fallen dann Wildtieren zum Opfer? Mitglieder einer Facebook-Gruppe aus Olten halten zweites für möglich. (Archivbild)

Ist in Lostorf ein schlauer Fuchs unterwegs? Oder «befreit» jemand absichtlich Tiere aus Ställen und diese fallen dann Wildtieren zum Opfer? Mitglieder einer Facebook-Gruppe aus Olten halten zweites für möglich. (Archivbild)

Susann Basler

Für Eltern ist es bestimmt nicht einfach, den Kindern das Verschwinden eines geliebten Haustieres zu erklären. Es kann vorkommen, dass ein Gatter wegen Ablenkung mal über Nacht offenbleibt, oder dass ein Riegel wegen allgemeiner Hektik nicht ganz verschlossen wird. Oft ist dann ein Fuchs in der Nähe, der seine Chance gekommen sieht.

Doch was, wenn es Anzeichen gibt, dass da nicht ein Wildtier am Werk war – sondern die Stalltüre von Menschenhand geöffnet worden ist? In der öffentlichen Gruppe «Lostorf» auf Facebook gibt es entsprechende Posts, darunter eine Vielzahl Kommentare Betroffener.

Vor dem vergangenen Wochenende schrieb eine Nutzerin der rund 1'400 Mitglieder starken Gruppe:

«Passet bitte uf öichi (Tiere) uf! Bi öis het öber i de Nacht de Stall ufgmacht!»

Dass ihre Familie das Schliessen der Türe nicht vergessen habe, davon sei sie überzeugt. Denn man habe am Vorabend extra kontrolliert. Und: dasselbe sei schon einmal passiert.

Auf Anfrage möchte sich die Frau gegenüber der Zeitung nicht äussern. Sie verweist aber auf andere Personen, denen Ähnliches widerfahren sei.

Vielleicht macht in Lostorf ein besonders intelligenter Fuchs Jagd auf Hühner. (Archivbild)

Vielleicht macht in Lostorf ein besonders intelligenter Fuchs Jagd auf Hühner. (Archivbild)

Manuela Jans

Unverständnis, bessere Schlösser, tote Hühner

Tatsächlich teilen einige Mitglieder der Gruppe die Ansicht, dass hier ein Mensch am Werk gewesen sei. So habe in einem Fall nicht nur die Türe offen gestanden, diese sei in offener Position mit einem Haken befestigt gewesen. Eine Userin befürchtet nun den Verlust eigener Tiere: «I ha so Angst um mini Schar.»

Eine andere Frau bestätigt:

«Bi üs in Mahre esch der Hüehnerstall höt am Morge ou offe gsi.»

Einige Mitglieder wollen nun ihre Schlösser an den Ställen verbessern; der Einsatz von Wildtierkameras wird empfohlen um einen Fuchs oder die Täterschaft zu überführen. Am Telefon bestätigt die Nutzerin, die den initialen Post verfasste, dass ihre drei Hühner tot sind.

Gemeinde und Polizei haben keine Kenntnis

Über die Motivation einer möglichen Täterschaft bleibt vorerst nur die Spekulation und Unverständnis. Die Frau hält es für möglich, dass jemand die Tiere «befreien» wollte und sie damit Wildtieren auslieferte.

Auf der Gemeindeverwaltung hat man von den Vorkommnissen derweil noch keine Kenntnis. Anzeigen sind bei der Polizei Kanton Solothurn sind keine eingegangen. Sie schreibt auf Anfrage: «Die geschilderten Vorfälle sind uns nicht bekannt.»

Das Aussetzen von Tieren aus einem geschützten Zustand ist im Tierschutzgesetz, Artikel 26, geregelt und kann, wenn mit Absicht ausgeführt, mit Freiheitsstrafe oder Geldstrafe und kombiniert mit Busse bestraft werden.

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