«Es hat sich einfach so ergeben», antwortet Sonja Baumgartner auf die Frage, wie sie Präsidentin des FC Trimbach geworden sei. Mit Fussball hatte sie nie etwas am Hut, war immer mit Leib und Seele Turnerin gewesen. Lange war sie Präsidentin beim Sportverband Solothurn, bis zur Fusion mit vier anderen Kantonalverbänden zu Polysport Nordwestschweiz im Jahr 2014, wo sie als «Sportleitende Erwachsene» immer noch im Vorstand sitzt. Auch die Verbindung zum FC Trimbach bestand schon seit Jahren.

Sonja Baumgartners Mann ist schon seit langem im Vorstand aktiv, als Verantwortlicher für die Vereinsanlässe. «Auch die Fussballvereine haben immer mehr Probleme, Leute für den Vorstand zu finden», erzählt Sonja Baumgartner. Sie hatte schon oft beim FC mitgearbeitet und ausgeholfen, und so schien es nur logisch, dass sie irgendwann, als gerade Not am Mann war, in den Vorstand nachrutschte. Als sie die Generalversammlung des Vereins im letzten August geleitet hatte, und ein Mitglied sie als Präsidentin vorschlug, nahm sie das Amt kurzerhand an.

Noch viel zu lernen

Obwohl Sonja Baumgartner als Präsidentin bereits einige Erfahrung hat, läuft es in einem Fussballverein doch ziemlich anders als im Turnverein: «Ich muss noch viel lernen, auch deshalb ist mein Amt im Moment ziemlich zeitintensiv», meint sie. Neben der Repräsentationsfunktion einer Präsidentin stehen immer wieder Sitzungen und Versammlungen an.

Als Präsidentin eines Fussballclubs ist Baumgartner immer noch eine Ausnahme. Als Frau in einer Männerdomäne werde sie schon etwas anders angesehen. «Ich werde vom Vorstand jedoch sehr gut unterstützt und glaube auch, dass sich Frauen in Fussballvereinen und Verbänden immer mehr etablieren werden.» Sie selbst habe sich nie unwohl oder nicht willkommen gefühlt in der vermeintlichen Männerwelt.

Als Präsidentin versucht Sonja Baumgartner, bei möglichst vielen Spielen ihrer Mannschaften – von den Junioren bis zu den Veteranen – dabei zu sein. Diese seien es schliesslich, die am meisten Spass an der ganzen Sache machen. Die Arbeit in einem Gastrobetrieb in Wangen an der Aare lässt es jedoch nicht immer zu, dass sie es rechtzeitig zu den Matches schafft. «Aber es ist heute viel besser als früher, als ich noch bis in die Nacht hinein im Bowlingcenter gearbeitet habe», lacht Baumgartner.

Dem FC Trimbach geht es, was die Mitglieder angeht, ziemlich gut. «Bei den ganz Kleinen muss man bremsen, bei den 15- 16-Jährigen bekommt man kaum eine Mannschaft zusammen.» Das sei jedoch alles ganz normal, meint Baumgartner. Wie lange die bald 55-Jährige das Präsidentenamt ausüben will, weiss sie noch nicht. «Ich habe mir keinen festen Zeitpunkt gesetzt», meint Sonja Baumgartner, «aber um etwas zu erreichen, muss man schon ein paar Jahre dranbleiben».