Die Faszination der Objekte von Georges Kessler liegen in ihrer Beweglichkeit und in der Stimmung, die sie auslösen – sie sind lustig, besinnlich oder einfach «gmögig». Der Künstler selbst wirkt hingegen ruhig und bescheiden. Kessler drängt sich nicht auf. 1946 ist er in Riehen bei Basel geboren und dort aufgewachsen. Maurer und Hochbauzeichner waren seine ersten beiden Ausbildungen. Auslandaufenthalte haben ihn geprägt. 1974 folgte die Gründung eines Brockenhauses mit einer integrierten Renovations-Werkstätte als Aussenstation einer therapeutischen Gemeinschaft in Riehen. Hier reifte sein Wunsch nach einer künstlerischen Ausbildung und er fand sie an der Plastikschule am Goetheanum in Dornach. Es folgte eine Ausbildung zum Werklehrer. Aus seinem spannenden Leben könnte noch viel erzählt werden. Bis zu seiner Pensionierung 2008 bereitete ihm die Arbeit mit den jungen Menschen viel Freude. «Ich wollte meinen Schülern Selbstvertrauen geben. Ebenso das Vertrauen in ihre Kreativität. Oder anders gesagt, dass sie den Zugang zu sich selbst finden», berichtet Kessler.

Fantasievolle Namen

Seine grosse Passion sind die mechanischen Objekte, die Kessler unter anderem aus Fundstücken herstellt, wie etwa Schwemmholz, Samenkapseln, Bleche, Muscheln, Gittern und vielem mehr. Seine Werke bewegen sich, sie schnattern, drehen Köpfe oder andere Teile hüpfen in unterschiedliche Richtungen. Mit einer Kurbel haucht er ihnen Leben ein. Die faszinierende Mechanik ist sichtbar, sodass der Betrachter diese erleben kann. In der Sonderausstellung zeigt er seine Einzelstücke im Eingangsbereich des Gugelmann-Museums. Georges Kessler gibt ihnen fantasievolle, treffende Namen wie «Zwergenskelett», «Kuh freut sich auf den Frühling», «Nonne im Dialog» oder «männlicher Tanzchäfer», um nur einige zu nennen.

Der Gastkünstler ergänzt mit seinen bewegten Objekten die bestehende Ausstellung von Paul Gugelmann auf eindrückliche Art und Weise. «Ich möchte noch möglichst lange kreativ sein und den Menschen Freude bereiten», schmunzelt Georges Kessler, «Das gibt meinem Leben zusätzlich Sinn.»

Die Vernissage findet am Freitag, 25. Mai, um 18.30 Uhr in der Shedhalle in Schönenwerd statt. Sein Sohn Thomas Rimondini wird Georges Kessler in seiner Laudatio ehren. Die musikalische Umrahmung mit Hafiz Hamnawa führt die Gäste mit Tabla-Musik in eine andere Welt. Der Künstler wird an der Vernissage sowie an den Sonntagen vom 27. Mai, 17. Juni und 8. Juli im Museum anwesend sein.