Bei über dreissig Grad im Schatten ist der Tierpark Mühletäli an Oltens Stadtgrenze gut besucht. Die Leute lassen sich nicht von der brütenden Hitze abschrecken, selbst wenn der Park nicht direkt mit dem Auto erreichbar ist. Zehn Minuten zu Fuss müssen dafür schon drinliegen. Die Tiere nehmen das trockene Wetter gelassen, schliesslich haben sie hier auf der Anhöhe in ihren weiträumigen Gehegen genug Schatten.

An Frischwasser mangelt es hier ganz und gar nicht: «Wir verfügen über eine eigene Quelle, die kühles Wasser liefert», erklärt die zuständige Tierpflegerin Kyra Bosshardt. Die Hitze habe sogar noch einen Vorteil: «Wir können viel besser sauber machen, da nichts klebt oder matschig ist. Alles ist trocken, und wir können wunderbar wischen.»

Früchte vom Grossverteiler

Ein Augenschein bei den Hirschen beweist: Die Tiere ziehen sich in den Schatten zurück, wo es kühler ist, unter die Bäume oder in den Stall. Sie fressen unter anderem Nektarinen, indem sie diese ganz ins Maul nehmen und Sekunden später den Stein ausspeien. Bei den Waschbären ist auch Fütterungszeit.

Der Tierpark arbeitet mit einem grossen Lebensmittelverteiler zusammen und kriegt von dort täglich die überschüssigen Früchte und Gemüse. Die Waschbären sind sehr wachsam und greifen nach der Tierpflegerin, deshalb muss sie das Gehege per Schleusensystem betreten. «Die eine Türe darf erst geöffnet werden, wenn die andere hinter mir geschlossen ist, sonst kommen die Waschbären raus», erklärt sie.

Getürmt seien sie auch schon, aber nur, weil jemand die Türen absichtlich geöffnet habe. Im Tierpark Mühletäli leben zudem auch Mufflons, Walliser Landschafe und Pfauenziegen. Die Pfauenziege gehört zu den seltenen Rassen und wird längst nicht mehr in der Landwirtschaft eingesetzt, wie Kira Bosshardt erklärt. Grund sei, dass die Rasse zu gross sei, zu viel fresse und verhältnismässig wenig Milch und Fleisch liefere.

Aber was wäre ein Tierpark ohne Zwergziegen? 28 leben momentan hier, und vor allem für kleine Kinder sind sie eine Attraktion. Die Ziegen zeigen wenig Scheu und sehen putzig aus. Da möchte man am liebsten Futter von zu Hause mitbringen. Aber nein, damit musste die Tierparkleitung vor drei Jahren aufhören. «Uns sind Ziegen verstorben, weil die Leute ihnen Küchenabfälle verfütterten», blickt Bosshardt traurig zurück. Sie kann nicht verstehen, dass die Leute den Ziegen verschimmeltes Altbrot und andere vergammelte Speisen verfüttert hatten. Futter gibt es jetzt nur noch am Automaten. «Denn das Tierefüttern gehört einfach dazu», so Bosshardt.