Trimbach
So sieht es aus, wenn Kinder die Kochlöffel schwingen

Kriszti Ittensohn und Marija Wymann führen mehrmals pro Jahr einen Kinderkochkurs durch. Am vergangenen Mittwochnachmittag stellten sie gemeinsam mit sechs Kinder im Alter von vier bis fünf Jahren selbst Pasta her.

Rahel Bühler
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 Zuerst ist Händewaschen angesagt.
17 Bilder
 Was gehört alles in einen Pastateig?
 Mia rührt den Teig. Marija Wymann und Timo schauen zu.
 Kriszti Ittensohn gibt etwas Wasser in den Teig. Rafael (l.) und Julian beobachten die Szene.
 Marija Wymann zeigt den Kindern, wie man einen Teig knetet: Rafael, Julian, Jael, Mia, Timo und Naysa (v.l.) schauen interessiert zu.
 Mia schlägt ein Ei auf.
 Und noch mehr Wasser. Rundherum sind Jael, Mia und Timo (v.l.)
Kinderkochkurs im Familienzentrum Famitri Trimbach
 Das Auswallen des Teigs gestaltet sich als schwierig.
 Bei Julian sieht der Teig gut aus.
 Ebenso bei Naysa.
 Kriszti Ittensohn dreht den Teig, mit Hilfe von Timo, durch die Pastamaschine.
 Hier versuchen es alle gemeinsam.
 Mia und Jael am Werk.
 Das macht Spass!
 Zwischendurch wird eine Pause eingelegt: Hier werden Kärtchen verziert.
 Kristzi Ittensohn hält die fertigen Teigwaren in den Händen. Naysa staunt.

Zuerst ist Händewaschen angesagt.

Bruno Kissling

«Wer mag Teigwaren?», fragt Marija Wymann in die Runde. Sechs Kinderhände schnellen in die Höhe. Der Tenor ist eindeutig: Alle Anwesenden mögen die traditionelle italienische Speise, deren Herstellung am vergangenen Mittwochnachmittag angesagt war.
Mehrmals im Jahr verwandelt sich das Famitri-Lokal in Trimbach in eine Kochschule für Kinder.

Gemeinsam mit Kriszti Ittensohn organisiert Wymann die Kurse: Das Herstellen von Quiches, Schoggikuchen oder Gemüsesuppen steht jeweils auf dem Programm. «Als Einstieg in den Nachmittag veranstalten wir meist ein Spiel wie etwa Zutatenmemory», erklärt Kriszti Ittensohn. Heute möchten die Betreuerinnen wissen, was alles zur Herstellung von Teigwaren gehört. «Eier», meint Timo, «Mehl», ertönt es von Mia. «Wasser», ruft erneut Timo. Kriszti bejaht.

Kneten, Auswallen, Schneiden

Bevor die Kocherei startet, werden die Hände gewaschen und Kochschürzen angezogen: «Die sind ganz neu», kommentiert Kriszti. Kurz darauf können alle Kinder ein Ei aufschlagen und in eine Schüssel geben. Auch hier ist die Meinung schnell gemacht: «Iiiiii...» kommentieren die Kinder, die alle zwischen vier und fünf Jahre alt sind, das Geschehen. Im Anschluss wird die Masse ein erstes Mal umgerührt. Nun ist Naysa an der Reihe: Sie kippt vorsichtig das Mehl in die Schüssel. «Das gibt doch keine Teigwaren», ist Jael überzeugt, als sie einen Blick in die Schüssel wagt. Ganz anders sehen sie aus als jene, die sie von zu Hause her kennt.

«Wir versuchen, möglichst saisonal zu kochen», erklärt Kriszti Ittensohn in einer freien Minute. Turbulent zu und her geht es an diesem Nachmittag praktisch immer: Nachdem alle Zutaten in der Schüssel vermengt sind, heisst es kneten. Dazu teilt Marija Wymann jedem Kind ein Stück Teig und etwas Mehl aus, damit die Masse nicht ganz so stark klebt. Doch alles Mehl bringt nichts: Bereits nach wenigen Minuten sind alle Kinderhände mit der zähen Masse überzogen. Rafael ist gleich in zweierlei Hinsicht fleissig: beim Kneten und beim Teig stibitzen.
Entstanden ist die Idee eines Kochkurses für Kinder vor zwei Jahren, als sich Ittensohn gefragt hat, was sie sinnvolles mit ihren Kindern machen könnte. «Famitri sucht auch immer nach neuen Angeboten und Marija war sofort dabei», erinnert sich die Familienfrau. Die Teilnehmerzahl ist auf acht Kinder pro Kurs begrenzt. Mitmachen kann, wer das dritte Altersjahr erreicht hat. Pro Kind wird einen Unkostenbeitrag von 15 Franken erhoben. «Das Geld verwenden wir nur für das Einkaufen der Zutaten », erklärt Wymann.

Nach dem Kneten und Auswallen kommt die Pastamaschine zum Einsatz: Unter Beobachtung der Betreuerinnen lassen die Kinder den Teig durch die Maschine gleiten, bis er ganz dünn ist. Dann wird die Kurbel in die nächste Walze gesteckt. Diese sorgt dafür, dass der Teig in feine Streifen geschnitten wird. Auch das Essen kommt nicht zu kurz: Nachdem die Pasta fertig ist, kocht die Gruppe eine Sauce dazu. Verspeist werden allerdings nicht jene Teigwaren, die sie am Nachmittag hergestellt haben. «Die müssen zuerst trocknen», weiss Kriszti. Doch sie hat vorausgeschaut und bereits zu Hause welche hergestellt. Schliesslich kennt sie ihre Kursteilnehmer und weiss, dass sie nicht nur gerne kochen, sondern auch essen.