Saisonstart auf dem Hauenstein. Kimi Kestenholz steht das zweite Mal in seinem Leben auf den Ski. Am Sonntag, als der Skilift im Gsahl aufging, war der 3-jährige Hauensteiner einer von rund 120 Schneebegeisterten, die über die Piste sausten. Und auch am Mittwoch kurvt er über die weissgepuderte Matte.

Etwa 20 Zentimeter Schnee liegen hier. Ein bisschen Hilfe hat der Kleine dabei natürlich schon: Seine Mutter Tanja Kestenholz hat ihn zwischen die Bretter genommen und steuert mit ihm den Hang runter. «Ist noch anstrengend», ruft die 38-Jährige ausser Atem im Vorbeifahren.

Das Thermometer zeigt an diesem Mittwochnachmittag minus 6 Grad. Kimi und sein 6-jähriger Bruder Robin sind dick eingepackt in bunte Skianzüge. Trotzdem, die Bise brennt auf der Haut. Ein wärmendes Getränk käme jetzt gerade recht. Gemeinsam mit ihrem Grossvater Peter Kestenholz machen sich die beiden auf zum Kafistübli am Fuss der Piste.

Das alte Häuschen wurde vor Weihnachten ersetzt: Die ehemals spartanische Holzbaracke ist einer isolierten, geräumigen Hütte gewichen. Hier gibts Hotdog, Chäsbrätel, Kägifret, Kafi mit und ohne Schuss. Peter Kestenholz bestellt sich ein Schümli Pflümli. Trotz «Güx» hat besonders sein Enkel Robin Freude an dem Getränk: Die Schlagrahmkrone löffelt er genüsslich herunter.

Im Kafistübli steht Andrea Wegmüller in der kleinen Küche und gibt einem Mädchen gerade saure Zungen für zwanzig Rappen das Stück aus. Es ist das dritte Jahr, dass sie nun mithilft, gegen einen kleinen Betrag, sagt die 46-Jährige. «Am Sonntag hatten wir full house», erzählt sie weiter, so viele Leute an einem Tag sei wohl ein Rekord in der Geschichte des Skilifts. Am Lift hätte man fast zehn Minuten anstehen müssen.

«Und die Hotdogs waren um 14 Uhr ausverkauft, wir organisierten kurzfristig Wienerli und Brot.» Das, obwohl das Wetter eigentlich gar nicht gut gewesen sei. Heute füllt sich das Stübli ebenfalls langsam. Eine Frau spricht Wegmüller an: «Ich bin ohne Handschuhe gekommen, so dumm von mir. Hast du vielleicht welche?» Ja, ohne ist es wahrlich kalt heute.

Draussen steht Werner Wenger am Skilift im Einsatz. Wobei es eigentlich zwei Lifte sind; beide sind etwa 300 Meter lang, sagt er. Wie jeden Winter seit rund 20 Jahren betreibt der 67-Jährigedas Kassenhäuschen. Er zieht die Beträge ein, ein halber Tag kostet 7 Franken pro Kind, 12 Franken pro Erwachsener. Ausserdem leistet er den kleinen und grossen Skifahrern Hilfestellung.

Ab 14 Uhr erwartet er den grossen Ansturm, momentan tröpfeln die Schneehungrigen erst noch herein. Billette gibt er keine aus, sagt er. «Das haben wir jahrelang gemacht, aber jetzt vertrauen wir auf die Ehrlichkeit der Leute.» Kinder aus Hauenstein zahlen nichts, sie vermerkt er auf einer Strichliste. Die notierten Eintritte werden Ende Winter mit der Gemeinde verrechnet.

Kleine und grosse Sportler kommen den Hügel heruntergeflitzt und laufen mit roten Wangen an der orangen Bande ein. Eine ständig sich erneuernde Schlange bildet sich vor dem niedrigen Bügellift. Dieser dreht im immer gleichen Tempo seine Runden.

Wer einen der roten Bügel fassen will, muss schnell sein. Ein Mädchen auf dem Snowboard stellt sich in die vorgespurte Bahn und greift mit der Hand schon einmal das Seil. Der Bügel kommt, sie packt ihn und fährt ruckartig an, den Berg hinan. Hinter ihr bringt sich schon das nächste Kind in Position.