Hauenstein-Ifenthal

Skilift Gsahl muss ums Überleben kämpfen

In der Skisaison 2017/18 konnte der Skilift nur einen Nachmittag lang betrieben werden. Dutzende Schneesportler nutzten die kurze Zeit auf dem Hauenstein.

Rückblick auf vergangene Saison

In der Skisaison 2017/18 konnte der Skilift nur einen Nachmittag lang betrieben werden. Dutzende Schneesportler nutzten die kurze Zeit auf dem Hauenstein.

Der Betreiberverein des Skilifts in Hauenstein-Ifenthal hat eine Crowdfunding-Aktion lanciert. Denn bis in zwei Jahren müssen dringende Sanierungen erledigt sein. Dafür braucht der Verein Geld.

Kinder in farbigen Skijacken und einem schützenden Skihelm auf dem Kopf schlittern Jahr für Jahr im Stemmbogen den Hügel runter. Die Eltern vertreiben sich die Zeit bei einem Kaffee oder einem Tee im Kafistübli unten am Hang. Im Zentrum steht der Skilift Gsahl, der die Schneesportler nach oben transportiert.

Doch gerade dieser Spass, der seit 1986 vom Skiliftverein Gsahl Hauenstein-Ifenthal an schneereichen Tagen organisiert wird, droht nun vorbei zu sein: «Wir müssen unsere Skiliftanlage innert den nächsten zwei Jahren revidieren. Das kostet rund 16'000 Franken», erklärt Vereinspräsident Martin Rubitschung. Die Vereinsmitglieder würden jeweils im Winter ehrenamtlich mithelfen und mit dem Kafistübli könne etwas Geld eingenommen werden. Für die Erfüllung der Auflagen zur Sanierung des Lifts reiche das Vereinsvermögen allerdings nicht aus.

«Sonst ist in zwei Jahren Schluss»

Darum startete der Verein am Montag eine Crowdfunding-Aktion. Für eine Spende von 10 Franken erhält man etwa einen Kaffi Pistenplitz und für 50 Franken einen Skiliftbügel als Dankeschön. Innert 60 Tagen müssen 11'000 Franken zusammenkommen, sodass das Projekt erfolgreich ist. Das Finanzierungsziel liegt bei 17'000 Franken.

Auf Facebook hat der Skiliftverein den Spendenaufruf gepostet.

«Wenn es uns nicht gelingt, die Schwelle von 11'000 Franken zu überschreiten, dann ist in zwei Jahren Schluss», sagt Rubitschung. Der Hauensteiner präsidiert den Verein seit zehn Jahren und möchte die Idee weiterführen: «Wir machen das vor allem für die Kinder und Familien aus der Umgebung.»

Das Spendensammeln ist für den Skiliftverein erfolgreich angelaufen: Innert 48 Stunden sind bereits 7090 Franken eingegangen. Damit sind 64 Prozent des Finanzierungsziels gedeckt. 38 Personen haben das Projekt unterstützt. Rubitschung: «Es hat uns schon etwas überrascht, aber sehr gefreut, dass so schnell so viele Spenden reinkamen.» Er sei zuversichtlich, dass bis Mitte Januar die Finanzierung für die Sanierung stehe.

In einem Youtube-Video berichten Kinder und Jugendliche von ihren Skierlebnissen auf dem Hauenstein.

Kritik in sozialen Medien

Der Skilift Gsahl auf rund 800 Metern Höhe existiert seit 1969. Rubitschung erzählt: «Vor 32 Jahren gaben die Vorbesitzer auf, weil es jeweils zu wenig Schnee hatte im Winter.» Trotz dieser Entwicklung gelang es dem betreibenden Verein jedes Jahr, genügend Einnahmen zu machen, um die Kosten zu decken. «Natürlich kann man sich fragen, ob es überhaupt noch einen Skilift auf dem Hauenstein braucht», sagt Rubitschung und spricht die Kritik an, die derzeit auch in den sozialen Medien geäussert wird.

In der Wintersaison 2017/18 konnte der Lift wegen Schneemangels nur einen Nachmittag lang betrieben werden. Im März 2018 sagte Rubitschung gegenüber dieser Zeitung, die kurze Saison bereite dem Betreiberverein keine finanziellen Sorgen: «Im Sommer organisieren wir jeweils ein Fest, mit dessen Einnahmen wir die Skisaison vorfinanzieren.» Die Fixkosten konnten damit gedeckt werden. Mit der auferlegten Sanierung der Skiliftanlage hatte er damals aber nicht gerechnet. «Das schaffen wir nicht ohne Zustupf.»

Das Warten auf den Schnee

Kommt das Geld bis Mitte Januar zusammen, will der Verein im Herbst 2019 die Sanierungsarbeiten durchführen. Jetzt heisst es warten: Einerseits auf den Ablauf der Frist für die Crowdfunding-Aktion, andererseits auf die Spenden.

In der Zwischenzeit haben die Vereinsmitglieder genügend zu tun: «Anfangs November haben wir den Skilift bereits aufgestellt, auch ohne Schnee», so Rubitschung. Wenn der Schnee dann kommt, bräuchten sie nur noch einen halben Tag, um die Piste für die Schneegäste zu präparieren.

Der Skilift steht bereits. Noch fehlt aber der Schnee für die Skisaison 2018/19.

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