Ende Juni machten Bauarbeiter in Gretzenbach einen unheimlichen Fund: Beim Graben in der Nähe des Friedhofs kam ein Skelett zum Vorschein. Die Kantonsarchäologie legte die Knochen frei und schaute sie sich im Amt für Denkmalpflege und Archäologie in Solothurn genauer an. Jeder Knochen wurde registriert. Und auch das Putzen ging weiter. «In einem zweiten Schritt werden die Funde gereinigt», erklärt Archäologe Fabio Tortoli gegenüber TeleM1. Mit einem Airbrush wird ans Werk gegangen. 

Ob es sich um das Skelett eines Mannes oder einer Frau handelt, kann derzeit noch nicht gesagt werden. Auch das Alter der Person kann erst nach einer anthropologischen Untersuchung ermittelt werden. Weil in Gretzenbach bei einem ehemaligen römischen Gutshof bereits mehrere Skelette gefunden worden waren, gibt es derzeit zwei Theorien über die Herkunft des Skeletts. «Einerseits könnte es aus dem frühen Mittelalter stammen», so Fabio Tortoli. In jener Zeit habe man oft bei einem römischen Gutshof Friedhöfe eingerichtet. «Andererseits könnte es aber auch eine neuzeitliche Bestattung sein, weil es gerade neben einem heutigen Friedhof liegt», so der Archäologe. Personen, die dem geweihten Boden nicht würdig waren, wurden einfach nebenan begraben. Das könne jemand Kriminelles oder ein Ketzer gewesen sein, sagt Fabio Tortoli zum Regionalsender. «Es kann aber auch eine Leiche sein, die man gefunden hat und nicht wusste, wer es ist.»

Im Brustkorb des Skeletts wurde beim Freilegen ein Metallteilchen gefunden. Aus diesem Grund gingen die Experten zuerst sogar davon aus, dass es sich um ein Mordopfer handelt. Diesen Ansatz schliesst man inzwischen aus. Das Teil ist wohl erst nach dem Tod dorthin gerutscht.

In zwei bis drei Monaten sollen die Untersuchungen abgeschlossen und damit das Rätsel gelöst sein. (ldu)