Zwei Buschwanderer haben letzte Woche südwestlich von Hubart auf der australischen Insel Tasmanien entdeckt, was niemand entdecken möchte: ein Skelett. In einem Rucksack neben den sterblichen Überresten befanden sich eine Fotokamera mit Speicherkarte, Bargeld in Schweizer Franken und Hongkong-Dollars sowie Quittungen von einem Geldwechsel in Zürich mit Datum vom 21. Dezember 2010. 

Die Identität konnte die Polizei aber nicht klären. Deshalb veröffentlichte sie ein Bild, das einen Mann an einer Küste zeigt. 

Bei diesem Mann handelt es sich allerdings nicht um den Toten, sondern um den Aargauer Michael Nydegger, wie das australische Online-Portal ABC Hobart berichtet. Nydegger meldete sich selbst bei der tasmanischen Polizei. Er war von einem Freund mit einem Link auf einen Artikel aufmerksam gemacht worden, in dem eben dieses Bild von ihm abgedruckt war. "Ich las den Artikel und sah das Bild von mir und dachte, das bin ich." Und ihm sei bewusst geworden, dass er wisse, wer der Gesuchte ist.

Diesen Rucksack fanden die Buschwanderer auf der Insel Tasmanien

Diesen Rucksack fanden die Buschwanderer auf der Insel Tasmanien

Nydegger sagte der Polizei, dass der Tote Thomas Münger sein dürfte, ein ehemaliger Steinmetz aus Gretzenbach SO. «Er war einer der besten Freunde, die ich je hatte. Wir haben viel Zeit zusammen verbracht», sagte Nydegger. Sein Freund hatte die Schweiz im Dezember 2010 verlassen und wurde nicht als vermisst gemeldet. Nydegger verfügte über ähnliche Bilder, wie sie die Polizei beim Toten fand. Sie stammten wie das von der Polizei publizierte von der Westküste der USA. 

Laut Nydegger verliess Thomas Münger die Schweiz, um woanders ein neues Leben zu beginnen. "Er sagte, er wolle etwas komplett anderes machen." Nydegger informierte auch Erich Münger, einen der Brüder des Verstorbenen.

«Wir haben alle immer gehofft, dass wir wieder von ihm hören würden», sagt Nydegger. Thomas Münger sei zuvor schon einmal in Neuseeland gewesen. Es habe ihm dort gefallen. "Es war für mich deshalb keine Überraschung, als ich etwas über Tasmanien hörte", sagt Nydegger.

Skelett eines Solothurners in Tasmanien aufgetaucht

Der Gretzenbacher Thomas Münger lag jahrelang tot in der tasmanischen Wildnis. Buschwanderer haben seine sterblichen Überreste gefunden.

Offenbar hatte Thomas Münger vor seinem Verschwinden angekündigt, dass seine Verwandten und Freunde nichts mehr von ihm hören würden. "Er sagte, er wollte woanders auf der Welt ein neues Leben beginnen." Und weiter: "Er sagt, ihr werdet nichts mehr von mir hören... Aber früher oder später werdet ihr wieder von mir hören." 

Der Bruder des Verstorbenen, Erich Münger, sagt: "Wir haben deshalb erwartet, von ihm zu hören. Aber je mehr Zeit verging, desto mehr dachten wir, dass etwas passiert ist."

Die tasmanische Polizei hat die Identität des Toten allerdings noch nicht bestätigt. Die entsprechenden Abklärungen dauern noch an. (pz)