Forstbetrieb Niederamt
Sie sind aus demselben Holz geschnitzt

Die Fusion der beiden Forstbetriebe Werderamt und Gösgeramt zum Forstbetrieb Niederamt wurde vollzogen.

Myriam Sperisen
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Der Vorstand des neuen Forstbetriebes Niederamt am Gründungsort vor dem Waldhaus in Gretzenbach (von links): Georges Gehringer, Gemeindepräsident Stüsslingen und Vizepräsident Forstbetrieb; Hansjörg Stiegeler, Aktuar, Däniken; Frank Leuenberger, Präsident Forstbetrieb, Däniken; Joe Birchmeier, Starrkirch-Wil; Ruth Liechti, Bürgergemeinde Gretzenbach; Christoph Schär, Gemeinderat Forst- und Landwirtschaft, Rohr; Ruedi Gubler, Bürgergemeinde Schönenwerd; Daniel Kleger, Revierförster, Däniken; Philipp Zaugg, Gemeinderat Landwirtschaft und Wald, Erlinsbach SO; Markus Lüdi, stv. Betriebsleiter, Däniken; Guido Bärtschi, Dulliken.

Der Vorstand des neuen Forstbetriebes Niederamt am Gründungsort vor dem Waldhaus in Gretzenbach (von links): Georges Gehringer, Gemeindepräsident Stüsslingen und Vizepräsident Forstbetrieb; Hansjörg Stiegeler, Aktuar, Däniken; Frank Leuenberger, Präsident Forstbetrieb, Däniken; Joe Birchmeier, Starrkirch-Wil; Ruth Liechti, Bürgergemeinde Gretzenbach; Christoph Schär, Gemeinderat Forst- und Landwirtschaft, Rohr; Ruedi Gubler, Bürgergemeinde Schönenwerd; Daniel Kleger, Revierförster, Däniken; Philipp Zaugg, Gemeinderat Landwirtschaft und Wald, Erlinsbach SO; Markus Lüdi, stv. Betriebsleiter, Däniken; Guido Bärtschi, Dulliken.

Bruno Kissling

Gestern unterzeichnete der Vorstand des Forstbetriebes Niederamt die Statuten. Der neu gegründete Forstbetrieb umfasst insgesamt 1076 Hektaren Land, wovon 964 Hektaren bewirtschaftet werden, und 239 Hektaren Kienbergs per Leistungsvereinbarung. Das Startkapital beträgt 850'000 Franken und wurde von den Mitgliedgemeinden gestellt. Präsident Frank Leuenberger lobte zunächst die beiden Revierförster Daniel Kleger, der als Betriebsleiter fungiert, sowie dessen Stellvertreter, Förster Markus Lüdi. «Seit heute sind wir also offiziell am Arbeiten», so Leuenberger in seiner Gründungsrede. Aber die Arbeit ist schon seit Monaten im Gang.

Zunächst einmal musste die ganze Administration erledigt werden, wie etwa Betriebspläne, Arbeitsverträge und nicht zu vergessen die Statuten. «550 Stellenprozente stehen dem Revier zur Verfügung. Daniel Kleger betonte, dass man schon lange die Idee des Forstbetriebes Niederamt hatte. Bereits früher habe man Arbeitskräfte zwischen dem ehemaligen Forstbetrieb Werderamt und dem Forstbetrieb Gösgen ausgetauscht.

Zudem teilte er mit, welche Arbeiten jetzt bevorstehen: Es soll die Nordseite des Engelbergs vom Schadholz befreit werden. Allerdings gab er zu bedenken, dass dies eine gewisse Zeit in Anspruch nehme: «Wir hatten schon Anfragen, weshalb dies noch nicht erledigt sei. Nebst dem Schadholzbetrieb läuft der Normalbetrieb weiter. Wir sind noch auf andere Faktoren angewiesen, wie etwa die Verfügbarkeit von schwerem Gerät. Wir können das alles managen.»

«Lothar» und «Burglind»

Interessant war auch die Bemerkung bezüglich Bäume, die im Jahr 1968 im Revier gepflanzt worden waren: «Das Fichtenholz verkauft sich bestens», so Revierförster Daniel Kleger. Hätte man damals Laubbäume gepflanzt, wäre der Ertrag gleich Null gewesen. Nach dem Sturm Lothar 1999 durften schliesslich im Rahmen von Aufforstungen auf amtliche Weisung hin keine Fichten mehr angepflanzt werden. Doch das ist lange her.

Aktuell sind die Schäden des diesjährigen Wintersturms Burglind. Laut Präsident Frank Leuenberger befindet sich der stärkste Kahlschlag im Gebiet Gretzenbach-Obergösgen. Man wisse also, was zu tun sei. In der Natur sei immer zu bedenken, dass es noch weitere Schäden geben wird. Grosses Ziel des neuen Forstbetriebes ist es, schwarze Zahlen zu schreiben, was im Forstbetrieb Werderamt immer der Fall war.

Der Weg zur Fusion

Im Mai 2016 hatten die Präsidenten der Partnergemeinden des Forstbetriebes Gösgen die Betriebskommission damit beauftragt, Statuten für einen Forstbetrieb mit eigener Rechtspersönlichkeit auszuarbeiten. Die Bürgergemeinde Niedergösgen wollte im Rahmen der Vernehmlassung nicht mehr mitmachen.

Ohne Niedergösgen wäre der Forstbetriebsgemeinschaft Gösgeramt nicht mehr rentabel gewesen. Die übrigen Vertragspartner verhandelten schliesslich über eine Fusion mit dem Forstbetrieb Werderamt (siehe Box).

Neu gegründeter Forstbetrieb Niederamt im Überblick

> Zum neuen Forstbetrieb Niederamt gehören folgende Bürgergemeinden: Däniken, Dulliken, Gretzenbach, Obergösgen, Schönenwerd, Starrkirch-Wil; Einheitsgemeinden sind folgende dabei: Erlinsbach SO, Rohr und Stüsslingen. Die Betriebsgemeinschaft erbringt Aufgaben nach Vorschriften des Waldgesetzes und beförstert die Waldungen der Gemeinde Kienberg im Leistungsauftrag.

> Der Forstbetrieb Niederamt stellt ein selbstständiges öffentlich-rechtliches Unternehmen mit eigener Rechtspersönlichkeit und Sitz in Däniken dar. Lange war es üblich, dass Solothurner Waldeigentümer einfache Gesellschaften ohne Rechtspersönlichkeit waren. Dies war jedoch oft hinderlich, wie etwa beim Landkauf, der Anstellung von Personal oder in finanziellen Fragen.

> Der Forstbetrieb Niederamt ist verantwortlich für die fachgerechte Bewirtschaftung des Waldes. Er kann auf eigene Rechnung Holzprodukte zur Verfügung stellen. Diverse Dienstleistungen sind ebenfalls Bestandteil wie etwa Beratung, Waldpflege, Holzernte, Landschaftspflege oder der Unterhalt von Wanderwegen.

> Jede Gemeinde leistet jährlich einen Pauschalbeitrag von maximal 90 Franken pro Hektare Wald. Laut der Leistungsvereinbarung mit dem Kanton Solothurn verrichtet der Betriebsleiter die Aufgaben eines Revierförsters.

> Alle Niederämter Gemeinden sind in den neuen Forstbetrieb integriert. Ausser Walterswil und die Bürgergemeinde Niedergösgen.

> Der Grund für diese Umstellung ist folgender: Der alte Forstbetrieb, der unter dem Namen Forstbetrieb Werderamt lief, war im Herbst 2013 gegründet worden. Die Gründe waren wirtschaftlicher Natur, man wollte ein «kostengünstiges Revier». Als aber die Bürgergemeinde Niedergösgen ausstieg, machte dieser Forstbetrieb keinen Sinn mehr. (my)

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