Gestern unterzeichnete der Vorstand des Forstbetriebes Niederamt die Statuten. Der neu gegründete Forstbetrieb umfasst insgesamt 1076 Hektaren Land, wovon 964 Hektaren bewirtschaftet werden, und 239 Hektaren Kienbergs per Leistungsvereinbarung. Das Startkapital beträgt 850'000 Franken und wurde von den Mitgliedgemeinden gestellt. Präsident Frank Leuenberger lobte zunächst die beiden Revierförster Daniel Kleger, der als Betriebsleiter fungiert, sowie dessen Stellvertreter, Förster Markus Lüdi. «Seit heute sind wir also offiziell am Arbeiten», so Leuenberger in seiner Gründungsrede. Aber die Arbeit ist schon seit Monaten im Gang.

Zunächst einmal musste die ganze Administration erledigt werden, wie etwa Betriebspläne, Arbeitsverträge und nicht zu vergessen die Statuten. «550 Stellenprozente stehen dem Revier zur Verfügung. Daniel Kleger betonte, dass man schon lange die Idee des Forstbetriebes Niederamt hatte. Bereits früher habe man Arbeitskräfte zwischen dem ehemaligen Forstbetrieb Werderamt und dem Forstbetrieb Gösgen ausgetauscht.

Zudem teilte er mit, welche Arbeiten jetzt bevorstehen: Es soll die Nordseite des Engelbergs vom Schadholz befreit werden. Allerdings gab er zu bedenken, dass dies eine gewisse Zeit in Anspruch nehme: «Wir hatten schon Anfragen, weshalb dies noch nicht erledigt sei. Nebst dem Schadholzbetrieb läuft der Normalbetrieb weiter. Wir sind noch auf andere Faktoren angewiesen, wie etwa die Verfügbarkeit von schwerem Gerät. Wir können das alles managen.»

«Lothar» und «Burglind»

Interessant war auch die Bemerkung bezüglich Bäume, die im Jahr 1968 im Revier gepflanzt worden waren: «Das Fichtenholz verkauft sich bestens», so Revierförster Daniel Kleger. Hätte man damals Laubbäume gepflanzt, wäre der Ertrag gleich Null gewesen. Nach dem Sturm Lothar 1999 durften schliesslich im Rahmen von Aufforstungen auf amtliche Weisung hin keine Fichten mehr angepflanzt werden. Doch das ist lange her.

Aktuell sind die Schäden des diesjährigen Wintersturms Burglind. Laut Präsident Frank Leuenberger befindet sich der stärkste Kahlschlag im Gebiet Gretzenbach-Obergösgen. Man wisse also, was zu tun sei. In der Natur sei immer zu bedenken, dass es noch weitere Schäden geben wird. Grosses Ziel des neuen Forstbetriebes ist es, schwarze Zahlen zu schreiben, was im Forstbetrieb Werderamt immer der Fall war.

Der Weg zur Fusion

Im Mai 2016 hatten die Präsidenten der Partnergemeinden des Forstbetriebes Gösgen die Betriebskommission damit beauftragt, Statuten für einen Forstbetrieb mit eigener Rechtspersönlichkeit auszuarbeiten. Die Bürgergemeinde Niedergösgen wollte im Rahmen der Vernehmlassung nicht mehr mitmachen.

Ohne Niedergösgen wäre der Forstbetriebsgemeinschaft Gösgeramt nicht mehr rentabel gewesen. Die übrigen Vertragspartner verhandelten schliesslich über eine Fusion mit dem Forstbetrieb Werderamt (siehe Box).