Die Alterskommission hat einen Versuch gestartet und dieser wurde zum Erfolg. Zum ersten Mal wurde der Anlass «Theater von Senioren für Senioren». So durfte am 2. Oktober die Präsidentin Milena Känzig im Casino in Schönenwerd gegen 60 Senioren begrüssen und ihnen viel Spass mit den Entfelder Theater-Senioren wünschen. «Gaunerei ums Erb» hiess das Lustspiel von Toni Rohrer, das unter Regie von Pierrette Stegmüller einstudiert wurde.

Doch wer sind diese aktiven Senioren aus Entfelden? Der jüngste hat Jahrgang 1953 und der älteste Akteur wird bald 82. Die Regisseurin berichtet: «Diese Gruppe wurde 1999 gegründet und wird sich leider mangels ‹Nachwuchs› auf Ende 2018 auflösen, ausser es finden sich noch etwa drei Männer und Frauen, die für das weitere Bestehen bei uns melden.»

Die acht Schauspieler spielten ihre zugeteilten Rollen mit Überzeugung, ohne Hänger — einfach mit Freude. Während der Vorführung sprudelten Elan, Pfiffigkeit und Heiterkeit in den Saal. Mit «Gaunerei ums Erb» wurde ein Thema aus dem Alltag auf die Schippe genommen.

Das Stück ging so: Balthasar von der Egg, ein vermögender Bauer, wird eines Morgens von seinem Patensohn Rico gefunden. Dieser ruft seine Tanten Martha und Senta an. Die beiden Jungfern sind habgierig und die reinsten «Riibiise». Das vorhandene Testament verwandeln sie kurzerhand in Asche. Nun wird beraten, wie es weitergehen soll.

Wer bekommt das Erbe?

Im Dorf gibt es einen Schlaumeier, Hans Grienbach. «Dieser Mann, wenn auch ein Taugenichts, hat viele gute Ideen und weiss bestimmt zu helfen», sind sich die von der Eggs einig. Hans schlägt vor, ein lebendiger Balthasar muss her. Einer, der noch ein Testament diktieren und unterschreiben kann. Nicht legal, aber hilfreich. Hans spielt den Balthasar. Göttibub Rico setzt den falschen Götti in den Schaukelstuhl. Die Lena, Tochter von Hans, schminkt ihm noch etwas Blässe ins Gesicht.

Weiter schlägt Hans vor, ein Anwalt muss her. Die Tanten kehren mit dem Anwalt Dr. Schreiber zurück. Zittrig und mit einem Flachmann ausgerüstet macht sich Schreiber bereit. Der falsche Balthasar diktiert ein neues Testament.

Gerechtigkeit gewinnt

Aber: Die fünf Millionen Franken, bestehend aus Gut und Hof, Barschaft und sonstigem Vermögen, werden durch den Schlaumeier Hans ganz anders verteilt. Hans Grienbach ist nämlich der uneheliche Sohn Johannes. Dies kann er mit einem Siegelring bezeugen. Der Patensohn und eine Stiftung erhalten einen Grossteil des Vermögens. Die alten Tanten gehen leer aus. Mit Gezeter und «fliegenden» Taschen gehen diese von dannen.

Zum Schluss habe es ein Happy End für die Gerechtigkeit oder mit anderen Worten: «Dä Schoss esch hinde use!» Mit dem abgeänderten Text und Drehörgelimusik von Schacher Seppli verabschieden sich die Seniorinnen und Senioren von den laut applaudierenden Gästen im Saal.