Lostorf

Selberpflücken ist Trumpf – so findet man die schönsten Erdbeeren auf dem Feld

Die Erdbeerfelder zum Selberpflücken sind in Lostorf offen. Trotz Kälte im Mai gedeihen die Beeren gut. Ein Augenschein vor Ort.

Die rote Holzerdbeere im Dorfeingang von Lostorf zeigt an, wo die Erdbeerfelder der Familie Grob zu finden sind. Nicht nur die Autorin ist diesem Schild gefolgt: Klein und gross bücken sich über die Erdbeerreihen. Im Hintergrund setzt sich das Schloss Wartenfels vom königsblauen Himmel ab. «Heute sind die Bedingungen zum Pflücken ideal», sagt der Verkäufer Fritz Gubler. Er sitzt im kleinen grünen Anhänger, vor ihm steht eine elektronische Waage. Das Kilo koste fünf Franken, informiert er die ältere Frau, die gerade deren sechs geerntet hat. Ihr Salatsieb ist bis zum Rand gefüllt. Sie habe die natürlich nicht nur für sich selber gepflückt, sondern auch für die Nachbarin. Aus den übrigen Beeren wird sie Konfi machen, die haben ihre Enkelkinder gern.

Seit letztem Samstag ist das Feld offen, aber bis jetzt war es noch zu regnerisch und kalt. Deswegen kamen nicht viele Menschen zum Pflücken vorbei, sagt Gubler. Bei 25 Grad Celsius sind die Bedingungen für die Beere und den Pflückenden am angenehmsten. Sobald es heisser wird, sind die Erdbeeren anfälliger auf Druckstellen.

Gerne beobachtet Gubler die Menschen, die auf das Feld kommen. «Ich kann ganz verschiedene Pflückstile beobachten», sagt der Verkäufer. Einige würden nur von oben auf die Reihen schauen und meinen, dass es noch gar keine reifen Beeren hat. «Die Profis
bücken sich und teilen die einzelnen Stauden sorgfältig mit den Händen. Die besten Beeren sind meistens in der Mitte der Staude.» Und tatsächlich: Die Autorin findet innerhalb kürzester Zeit die reifen Beeren zwischen den Blättern.

Während des Pflückens unterhält man sich über die Erdbeerreihen hinweg miteinander. Die meisten kommen aus der Region und man kennt sich. In dieser familiären Umgebung weiss man: Die Erdbeeren frisch vom Feld sind die Besten. Laut dem Schweizer Obstverband (SOV) stammen rund ein Drittel der in der Schweiz konsumierten Erdbeeren aus dem Inland. Während der Saison kann man den Bedarf aber decken. Die Beeren aus dem Ausland werden meist vor oder nach der hiesigen Saison importiert. Die Erdbeeren, die wir auf dem Feldern ernten können, waren jedoch nicht immer in der Schweiz heimisch. Sie stammen auch nicht von den europäischen Walderdbeeren ab. Erst im 18. Jahrhundert kam die «Königin der Beeren», wie sie der SOV nennt, von Chile nach Europa. Mittlerweile gibt es unzählige Sorten. «Die Sorten, die wir auf den Feldern haben, sind nicht für den Grosshandel geeignet», weiss der Gemüsebauer Roman Grob. Er hat vier Sorten auf zwei Feldern. Es ist immer nur ein Feld
geöffnet, damit auf dem anderen die Beeren nachreifen können.

Die Saison habe etwas später angefangen als letztes Jahr, weiss der Gemüsebauer. Die Kälte habe zum Glück nichts beschädigt. Er habe die Felder Anfang Mai abgedeckt, damit die Blüten nicht einfrieren. «Schlimmer als letztes Jahr kann es sowieso nicht werden», sagt er. Letztes Jahr habe es Ende Mai so stark gehagelt, dass alle Erdbeerpflanzen kaputt gingen. «Dieses Jahr erwarten wir eine gute Ernte», sagt er zuversichtlich. Wenn es in nächster Zeit sonnig bleibt und nicht zu trocken wird, dann können für die nächsten drei Wochen Erdbeeren auf
seinen Feldern gepflückt werden.

Nicht nur der Gemüsebauer Grob weiss, dass das Angebot beliebt ist: Auch die
Familie Hess in Däniken bietet ein Feld zum Selberpflücken an.

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