Schönenwerd
Seit Jahren mit Leib und Seele auf der Bühne: Theatergruppe präsentiert neues Stück

Die Theatergruppe Goldni Aehri nimmt in ihrem Schwank die Gesundheitspolitik aufs Korn.

Verena Fallegger
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Die Protagonisten von «Gueti Besserig» (von links): Familie Spring in Rot mit Erika Werner, Reinhard Kleiner und Leo Kaufmann (im Rollstuhl), dann in der Mitte Beat Wernli (auf der Liege), das Ärztepaar Rudolf Maurer, Sonja Burgherr (beide ganz hinten) sowie rechts daneben Sprechstundenhilfe Christiane Höltschi (sitzend), vorne in der Mitte knieend Souffleuse Sandra Niklaus und Hänsu Schenker; dazu rechts stehend das Liebespaar Jessica Wernli und Walti Egger sowie Pharmavertreter Bernhard Hänni (ganz rechts mit Blumen), vorne rechts sitzend die Patienten Ursula Hälg und Eveline Kosa.

Die Protagonisten von «Gueti Besserig» (von links): Familie Spring in Rot mit Erika Werner, Reinhard Kleiner und Leo Kaufmann (im Rollstuhl), dann in der Mitte Beat Wernli (auf der Liege), das Ärztepaar Rudolf Maurer, Sonja Burgherr (beide ganz hinten) sowie rechts daneben Sprechstundenhilfe Christiane Höltschi (sitzend), vorne in der Mitte knieend Souffleuse Sandra Niklaus und Hänsu Schenker; dazu rechts stehend das Liebespaar Jessica Wernli und Walti Egger sowie Pharmavertreter Bernhard Hänni (ganz rechts mit Blumen), vorne rechts sitzend die Patienten Ursula Hälg und Eveline Kosa.

Verena Fallegger

Die 40. Aufführung mit der Theatergruppe Goldni Aehri stehen an den nächsten beiden Wochenenden im Casino Schönenwerd an. Mit «Gueti Besserig» streifen sie die Gesundheitspolitik, welche ja auch im normalen Leben zu reden gibt. Ob dies Zufall ist? «Ja», sagt der Regisseur Bernhard Hänni schmunzelnd. «Wir haben eine Geschichte gesucht, die wir gut besetzen können. Das ist alles.»

Die Theatergruppe darf seit Jahren immer wieder auf dieselben Laiendarsteller zählen. Leo Kaufmann, ein Gründungsmitglied, erzählt, dass er eigentlich aufhören möchte. «Die Anforderungen sind hoch und die Texte gehen nicht mehr so leicht in den Kopf. Vierzig Aufführungen sind eigentlich genug.» Doch dann sei in diesen Geschichten immer wieder ein Posten offen, sei dies als Grossätti oder sonst alter Mann. So komme er halt eben nicht los, sagt er grinsend.

Dieses Jahr ist ein Neuling dabei. Hänsu Schenker hat von Bernhard Hänni – beide sind in Walterswil bei der Gemeinde angestellt – von der Theatergruppe gehört. «Ich habe Interesse gezeigt und schon bin ich dabei», erzählt er. Von Greenhorn kann nicht die Rede sein, schaut man ihm zu, kommt das Gefühl auf, er stünde schon immer auf der Bühne. Im Hintergrund sind die Souffleuse Sandra Niklaus und als Bühnenchefin Lisa Braus tätig.

Wie schon so oft sind die Theatercoiffeure Beate und Peter Lanz aus Däniken am Werk. Das Bühnenbild stammt von der Theaterfundus plus GmbH aus Härkingen. Vor und während den Pausen des Schauspiels verwöhnen die Landfrauen aus Niedergösgen die Gäste mit warmer Küche sowie Kuchen. Eine grosse Tombola fehlt ebenso wenig.

Komplizierter gehts fast nicht

Wie erwähnt zieht «Gueti Besserig» über die Gesundheitspolitik, sowohl über Ärzte als auch über Patienten und Pharmavertreter her, deren Schamlosigkeit in diesem Akt manchmal grenzenlos ist. Doktor Klaus Sommer und seine Frau Mara (Rudolf Maurer und Sonja Burgherr) führen gemeinsam eine gut gehende Arztpraxis. Sommer ist ein korrekter Arzt und eine angenehme Persönlichkeit.

Seine Gattin ist das Gegenteil: herrschsüchtig, überheblich und arrogant. Sie bevorzugt Privatpatienten und lässt die anderen links liegen. Am liebsten solche wie der etwas ältere gut betuchte Doktor Wuschnik, gespielt von Beat Wernli, der Massagen über Massagen verschrieben bekommt. Frau Doktor Sommer ist im Prinzip ein macht- und geldgieriger Drachen. Auch gegen Bestechung ist sie nicht immun.

Die Tochter Karin (Jessica Wernli) macht es laut ihrer Mutter nie recht. Sie ist nur Physiotherapeutin und hat eben nicht – wie von der Frau Mama gewünscht – Medizin studiert. Dies ist Mara Sommer ein Dorn im Auge. Die liebenswerte Karin lässt sich auch nicht mit dem etwas älteren, zwar gut betuchten Privatpatienten Wuschnik verkuppeln. Sie liebt eben den Handwerker Markus, dargestellt von Walti Egger.

Unfreiwilliges Versuchskaninchen

Sprechstundenhilfe Sonja (Christiane Höltschi) ist die gute Seele der Praxis. Sie nimmt trotzdem kein Blatt vor den Mund. Sie verhilft dem jungen Paar zum heimlichen Stelldichein und greift auch dem Herrn Doktor immer wieder unter die Arme. Hausmeister Goran (Hänsu Schenker) ist überall mitten drin.

Er ist das «Mädchen für alles» und seine grosse Leidenschaft sind Autos. Plötzlich geht es in der Praxis rund: Die Familie Rosa und Kari Spring (Erika Werner und Reinhard Kleiner) kommt auf die verrücktesten Ideen, um doch noch eine Behandlung als allgemein Versicherte durchzusetzen.

Leo Kaufmann spielt Fritz, den Vater von Kari und ist ein gewitztes altes Schlitzohr. Der schamlose Pharmavertreter Paul Bösch (Bernhard Hänni) will gefährliche Medikamente testen lassen, und dies ausgerechnet an der Hypochonderin Lore von Himmelsbach (Ursula Hälg). Eveline Kosa stellt Lena, eine etwas zerstreute Patientin, dar. Sie spricht von Schni-Schna-Schnappi, respektive von Kastrierung. Doch sie hat die Praxis verwechselt und bringt – wie soll es anders sein – ebenfalls Chaos in die Geschichte.

Wunder der Medizin

Wer die Schmunzel- und Lachmuskeln aktivieren möchte, ist an diesen Vorstellungen am richtigen Ort. Wie es sich für einen Schwank gehört, gibt es am Ende keine Toten, sondern – oh Wunder – drei glückliche Paare. Es lebe die Medizin!

Platzreservationen jeweils am Montag, Mittwoch und Donnerstag von 17.30 bis 19 Uhr unter Telefon 078 974 92 20, oder per E-Mail: theatergoldniaehri@gmx.ch. Reservierte Tickets bis 19.30 Uhr abholen. Grosse Tombola und warme Küche (ab 18.30 Uhr) an allen Vorstellungen.

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