Mit sichtbarem Stolz führt Daniel Roth seine Gäste in das Zimmer beim Hauseingang, nach dem vor allem Feuerwehrleute mit glänzenden Augen ihn immer wieder fragen: das Bastelzimmer des Schönenwerders mit rund 2000 Feuerwehrfahrzeugen im Massstab 1:87.

Daniel Roths Leidenschaft für die Feuerwehr begann am 1. April 1975 – bei einem Brand im benachbarten Bauernhaus in Gretzenbach. Da war er gerade einmal drei Jahre jung. «Ich kann mich noch genau daran erinnern. Von da an kribbelte es bei mir, wenn es um die Feuerwehr ging.» Seine Grossväter und Onkel waren schon Feuerwehrmänner gewesen. Seit 24 Jahren ist er Mitglied der Stützpunktfeuerwehr Schönenwerd – inzwischen das einzige in der Familie.

Ihn fasziniert an der Feuerwehr besonders, «den andern Menschen zu helfen, wenn sie in Not sind». Dann hätte er auch Krankenpfleger werden können. «Nein, das hat mich nie gereizt.» So wurde er beruflich Betriebsangestellter bei der Post und arbeitete sich «hoch», wie er sagt. Seit fünf Jahren ist der (heuer) 43-Jährige als Dekonter (Reinigung) im Kernkraftwerk Gösgen tätig. Ihm gefällt vor allem das «Gesellige, Kollegiale» in der Feuerwehr.

Oldtimer sind seine Highlights

Seine Modellautosammlung begann Daniel Roth «Ende der Achziger-, Anfang der Neunzigerjahre» mit einem Schlauchverlegefahrzeug, einem Bausatz im Massstab 1:87. «Ich entdeckte es im Spielwarengeschäft Hemmeler in Aarau und musste es einfach haben.» Mittlerweile ist sein Stammladen der von Fritz Bieri in Schönenwerd. «Er bestellt mir alles.» Ansonsten besucht Daniel Roth gerne Modellbörsen auf der Suche nach Bausätzen und Fertigmodellen. Teilweise baut der Schönenwerder auch Modelle um; einmal machte er aus einem Pionierfahrzeug eine Autodrehleiter. Und: Roth hat die ganze Fahrzeugflotte «seiner» Feuerwehr nachgebaut. «Nun gabs aber drei neue», fügt Daniel Roth an, «die muss ich noch nachbauen; eines liegt schon auf meinem Tisch». Von diesem – dem kantonalen Strassenrettungsfahrzeug – «gabs letztes Jahr zehn Stück im Kanton». Spezielle Modelle sind für ihn «hauptsächlich Oldtimer; das sind meine Highlights, wenn ich sie sehe». Mit einigen Kollegen ist Daniel Roth in der Gründungsphase eines Feuerwehrvereins, in dem die Geselligkeit und das Reisen gepflegt und dazu «der eine oder andere Oldtimer eingekauft» werden sollen.

Inzwischen ist seine Modellsammlung auf 2000 Fahrzeuge angewachsen. Sie haben – mit wenigen Ausnahmen – alle Massstab 1:87. «Aus Platzgründen», fügt Roth an. «Das ist eine Grösse, die passt.» Er hat sich bewusst dafür entschieden, nur einen beschränkten Bereich seines Hauses in Schönenwerd der Feuerwehr zu widmen. Neben diversen «Firefighter»-Bildern an den Wänden konzentriert sich das Thema tatsächlich auf nur ein Zimmer, das mit zahlreichen Regalen als Ausstellungs- und Bastelraum fungiert.

Dazu kommt jedoch noch ein besonderer Ordner: Darin hat er handschriftlich sämtliche Feuerwehrfahrzeuge und -magazine des Kantons Solothurn, zahlreiche des Aargaus sowie aus anderen Kantonen aufgelistet. Die Aufstellung ist aber nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, sondern «vorläufig nur für mich – sonst melden sich plötzlich alle Kommandanten bei mir», lächelt Roth.

Strassenrettung statt Atemschutz

Doch Daniel Roths Leidenschaft beschränkt sich nicht auf Zimmerregale und kleine Modellautos. Seit diesem Jahr ist der Gefreite in der Strassenrettung eingeteilt. Welche Einsätze mag er am liebsten? «Dass es gar keine Einsätze gibt», erwidert er prompt. Nicht mehr einsetzen lässt er sich im Atemschutz – «seit dem Unfall in Gretzenbach», fügt der sonst recht spitzbübisch wirkende Roth sehr ernsthaft an. «Bis heute läuft mir ein Schauer über den Rücken, wenn ich an das Geschehen und meine sieben Kollegen denke, die beim Tiefgaragenbrand ihr Leben verloren haben.»

Mit bald 43 Jahren hat Roth nur noch zwei Jahre (ordentlichen) Feuerwehrdienst vor sich. «Meine Hauswartungsarbeit im Magazin will ich beibehalten, doch ansonsten möchte ich einfach reduzieren.» Dann muss sich der «Feuerwehrverrückte» ja direkt ein neues Hobby zulegen. «Nein», grinst Daniel Roth und zeigt zu seinem Sammel- und Bastelraum. «Mein Hobby ist dahinten.»