Verwaltungsratspräsident Martin Eschle begrüsste an der 15. Generalversammlung der Alpiq Versorgungs AG (Avag) im Restaurant Schmidstube in Niedergösgen rund 50 Aktionärsvertreter und Gäste. «Die Wirtschaft ist im Wandel», eröffnete Eschle sein Eintrittsreferat. Die Avag sei sowohl Netzbetreiberin als auch Energielieferantin. Diese beiden Bereiche werden oft separat betrachtet. Die Praxis zeige aber, dass diese beiden Geschäftsfelder mit der «Energiewende» wieder stärker zusammenrücken werden, fuhr Eschle fort. Als Beispiel nannte er die Förderung der Photovoltaik, die direkte Umwandlung von Lichtenergie, meist aus Sonnenlicht, in elektrische Energie mittels Solarzellen.

Keine Änderungen in Sicht

Norbert Caspar, Vorsitzender der Geschäftsleitung, zeigte auf seiner «Lieblingsfolie» die Gemeindewappen der von der Avag mit Energie versorgten Gemeinden. «Nach im letzten Jahr geführten Gesprächen mit sämtlichen Konzessionsgemeinden wollen diese den derzeitigen Konzessionsvertrag unverändert über die ganze Laufzeit bis 2027 laufen lassen», erklärt Norbert Caspar.

Sämtliche Verwaltungsräte Martin Eschle, Christian Wanner, Fredy Dubach (alle Alpiq), Dieter Leu (Rickenbach) und Kurt Henzmann (Niedergösgen) wurden einstimmig für eine weitere Amtsdauer von drei Jahren wiedergewählt. Der Verwaltungssekretär Hendrik Menge gibt sein Amt ab. Ihn wird neu Sandra Brünger ablösen. Ebenso zugestimmt hat die GV der Genehmigung der Jahresrechnung mit einer Dividendenausschüttung von 40 Franken je Aktie sowie der Wahl von Ernst & Young AG als Revisionsstelle.

Erfreuliches Geschäftsergebnis

Laut Eschle musste die Avag aufgrund der warmen Witterung im Berichtsjahr – 20 Prozent weniger Heizgradtage als im 2013 – sowie einzelner Kundenverluste in der Energielieferung einen Absatzrückgang im Regionalnetz auf 328 Mio. Kilowattstunden bei der Nutzung und auf 288 Mio. Kilowattstunden beim Energieabsatz verzeichnen. Zusammen mit der Geschäftstätigkeit im Verteilnetz würden dennoch eine Gesamtleistung von 99,8 Mio. Franken und ein Jahresgewinn von 2,4 Mio. Franken resultieren, welche sich praktisch auf Vorjahresniveau bewegen würden. «Investiert hat die Avag im vergangenen Jahr 8,2 Mio Franken in ihr Regionalnetz und 6,8 Mio. Franken in das überregionale Verteilnetz», legte Eschle die Finanzen dar.

Öffentliche Strassenbeleuchtung

Fast alle Konzessionsgemeinden zeigten sich an der neuen Entwicklung im Bereich der öffentlichen Strassenbeleuchtung interessiert, sodass nun diese ebenfalls durch Avag erbrachte Dienstleistung neu ausserhalb der Konzessionsverträge geregelt wird, liess die Geschäftsleitung verlauten.

Albert Studerus, Geschäftsführer der Schweizer Licht Gesellschaft, hielt dazu ein Gastreferat unter dem Titel «Licht im Aussenraum». «Die erreichten Zahlen der Alpiq sind schon sehr beeindruckend», meinte Studerus einleitend. Bereits Edison sei seinerzeit begeistert von Strom gewesen, doch habe er keine Verbraucher dafür gefunden. Deswegen habe er die Glühbirne erfunden, welche den Strom zum Leuchten benötigte. «Zu den Hauptaufgaben der Schweizer Licht Gesellschaft gehört es, Wissen über das Licht und seine Normen zu sammeln», erläuterte Studerus. Weiter würde die Gesellschaft auch Gesetzgeber bei schwierigen Fragen beraten und die Ausbildung von zukünftigen Fachleuten sichern.

Sicherheit an erster Stelle

Studerus betonte, dass die wichtigste Aufgabe der öffentlichen Strassenbeleuchtung die öffentliche Sicherheit sei. «Was wäre,wenn wir kein Licht im Aussenraum hätten?», fragte er in die Runde. Zur Erklärung holte er weit aus und erzählte die Geschichte von der Entstehung der Quicksilver-Hochdrucklampe bis zur heutigen Natriumlampe.«Wir konnten lange nicht viel Neues in unserer Kategorie bieten. Doch jetzt kommt die Revolution», versprach er. Mit Leuchtdioden (LED) werde die Strassenbeleuchtung neu erfunden, und der Verbrauch in Zukunft halbiert werden, versicherte Studerus weiter.

«Die Weiterentwicklung in dieser Branche ist schnell wie die Elektrogeschwindigkeit», verglich er. In Chiasso hätte jede öffentliche Leuchte bereits einen Chip eingebaut, mit dem man Parkplätze und Abfallcontainer überwachen könne, sowie den aktuellen Stromverbrauch von Leuchten weiterleiten oder kaputte Lampen orten, erzählte Studerus den verblüfften Gästen. Er führte weiter die Vor- und Nachteile der neuen Technik aus erntete für seinen Vortrag Applaus.