Däniken

Schwarze Null dank Land-Aufwertung

Die Gemeinderechnung ist letztmals geprägt von den Kosten für die Sanierung der Schulanlagen Bühl.

Ausserordentlichen Erträge führen in der Jahresrechnung von der Gemeinde Däniken zu einem positiven Ergebnis. Die Rechnung schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 26'647 Franken ab.

Die Jahresrechnung 2017 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 26'647 Franken anstatt eines budgetierten Aufwandüberschusses von 170'000 Franken besser ab als erwartet. Der positive Rechnungsabschluss kam insbesondere dank des Sondereffekts infolge der Aufwertung eines gemeindeeigenen Grundstücks zustande. Das betriebliche Ergebnis erreicht hingegen einen negativen Höhepunkt von minus 1,5 Millionen Franken. Die schwarze Null basiert also nur auf den Vorgängen in der Finanzierungs- und ausserordentlichen Stufe. Solche Ergebnisse sind nicht nachhaltig. Deshalb bleibt die finanzielle Situation trotz des auf den ersten Blick guten Ergebnisses angespannt.

Der Gesamtumsatz von 16,6 Millionen Franken ist um 2,6 Millionen höher als im Budget und im Vorjahr. Diese Erhöhung lässt sich hauptsächlich mit der Anpassung des Marktwertes der Grundstücke an der Josefstrasse um 2,1 Millionen Franken aufgrund der Ortsplanungsrevision begründen. Die beiden Flächen waren vorher in der Zone für öffentliche Bauten und damit im Verwaltungsvermögen. Jetzt gehören sie zu der dreigeschossigen Wohnzone und dem Finanzvermögen und mussten deswegen neu bewertet werden. Im Weiteren ist es der Buchgewinn (Finanzertrag) und die Entnahme aus den Neubewertungsreserven (ausserordentlicher Ertrag) aufgrund des Verkaufs von Industrieland, was mit 1,9 Millionen Franken zu Buche schlägt. Diese Zahlen zeigen auf, dass ohne diese einmaligen Geschäfte das Ergebnis tief im roten Bereich gewesen wäre.

Aufgrund des hohen ausserordentlichen Finanzertrages wurde es möglich, zusätzliche Abschreibungen in der Höhe von 1,2 Millionen Franken und eine Vorfinanzierung für die bevorstehende Sanierung des Gemeindehauses von 1,6 Millionen Franken zu tätigen.
Beim betrieblichen Teil, dem eigentlichen Aufgabenbereich einer Gemeinde, resultiert wie erwähnt ein enormes Defizit. Dies obwohl der betriebliche Aufwand erfreulicherweise gegenüber dem Budget um gute 275'000 Franken gesenkt werden konnte. Dies zeigt das Kostenbewusstsein in der Gemeinde. Der Ertragsrückgang von fast 1,3 Millionen Franken hingegen liegt kaum im Einflussbereich der Gemeinde. Für diese negative Entwicklung sorgte die provisorische Steuerveranlagung des Kernkraftwerkes, dessen massiver Rückgang der Steuern zum Zeitpunkt der Budgeterstellung noch nicht bekannt war.

In Infrastruktur investiert

Die Investitionsausgaben entsprechen weitgehend dem Budget. Die Gemeinde investierte auch im vergangenen Jahr in die Dorfinfrastrukturen, was sich in den letzten Jahrzehnten bewährt hat. Im 2017 war dies ein Betrag von 1,9 Millionen Franken. Ein grosser Teil dieses Geldes floss in die Sanierung der Schulanlage Bühl und in den Ersatz der Wasser- und Kanalisationsleitungen im Eich. Weiter erfolgte die Auszahlung des Rests des Darlehens an die Kommunikationsnetz Däniken AG zur Fertigstellung des Glasfasernetzes. Die Investitionseinnahmen von 590'807 Franken sind im Verhältnis zu den Ausgaben erfreulich hoch. So sind für die Gebäudesanierung des Schulhauses und die aufgebaute Photovoltaikanlage fast 90'000 Franken Subventionen eingegangen. Weitere Investitionseinnahmen sind vor allem in der Wasserversorgung eingegangen.

Die Spezialfinanzierung Wasserversorgung schliesst mit einem Aufwandüberschuss von 162'957 Franken negativ ab. Dank des starken Eigenkapitals der Wasserkasse von 2 Millionen Franken kann dieser Überschuss jedoch gut verkraftet werden. In der Abwasserkasse ist ein Ertragsüberschuss von 7828 Franken entstanden, obwohl ein Aufwandüberschuss von 27'400 Franken budgetiert war. Dank eines tiefen Beitrags an den Zweckverband der Abwasserregion Schönenwerd war diese Verbesserung möglich. Die Rechnung über die Abfallentsorgung schliesst statt mit einem Ertragsüberschuss von 140 Franken mit 7995 Franken ab. Die Gebührensenkung war also richtig und führt trotzdem zu ausgeglichenen, ja sogar positiven Ergebnissen.

Höheres Eigenkapital

Die Bilanzsumme ist durch Aufwertung des Wohnbaulands an der Josefstrasse von rund 24 Millionen auf über 26 Millionen Franken angestiegen. Trotz einem Anstieg des Fremdkapitals von 0,6 Millionen Franken auf 6,1 Millionen Franken bewegt sich die Verschuldung auf einem tiefen Niveau. Das Eigenkapital inkl. der Spezialfinanzierungen der Gemeinde ist infolge der getätigten Vorfinanzierung auf 20,1 Millionen Franken angestiegen.

Die Finanzplanung ist und bleibt weiterhin schwierig und wird in nächster Zeit von gewichtigen Entscheiden Dritter beeinflusst. So ist die Beschwerde beim Bundesgericht gegen die aus Sicht der Gemeinde zu hohe Finanzausgleichsabgabe nach wie vor ausstehend. Die bevorstehende Umsetzung der Steuervorlage 17 wird die Steuererträge bei den juristischen Personen bestimmt negativ beeinflussen. Wie weit die Steuerstrategie des Kantons sich auf die Dauer auszahlt und die Gemeinden davon auch profitieren können, ist noch in der Ferne. Zuerst wird diese Strategie die Steuererträge laut Gemeinderat erheblich strapazieren.

Weiter sind die zukünftigen Steuern des KKG ungewiss. Verlass ist dagegen auf die Steuern der natürlichen Personen. Diese steigen erfreulicherweise kontinuierlich leicht an und bilden einen soliden Sockel.

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