Gretzenbach

Schutzartikel dieser Firma sind nicht nur im «Reinraum» gefragt

Geschäftsführer Dennis Hansen (2. von rechts) präsentiert die Produktepalette der Dynovo AG im Showraum in Gretzenbach

Geschäftsführer Dennis Hansen (2. von rechts) präsentiert die Produktepalette der Dynovo AG im Showraum in Gretzenbach

Die Firma Dynovo aus Gretzenbach ist auf die Ausrüstung von «Reinräumen» spezialisiert. Mundschutz-Masken und Einweg-Handschuhe sind derzeit auch ausserhalb sehr gefragte Artikel. Verwaltungspräsident und Inhaber Erling Boller stellt fest, dass der Markt in Bewegung geraten ist.

Mit Lieferengpässen oder vom Zoll zurückgehaltenen Sendungen hatte die Dynovo nicht zu kämpfen. «Aber die Preise für Mundschutz sind um ein vielfaches teurer geworden wegen der erhöhten Nachfrage», erklärt Erling Boller, Verwaltungsratspräsident und Inhaber der Firma. Das Spezialgebiet der Dynovo sind «Reinräume», staubfreie Arbeitsstätten in Industriebetrieben und Labors. Im Angebot der Firma befinden sich sowohl Artikel für Menschen wie Schutzkleidung, Handschuhe, Gesichtsmasken, wie auch Hightech-Putztüchern für Produktereinigung und technische Einrichtungen wie Schleusenmöbel. Ein weiteres Geschäftsfeld sind Luftfilter.

In Gretzenbach werden die mehrheitlich aus Asien importierten Artikel wie Mundschutze und Reinraum-Anzüge gelagert und an die Kunden verteilt. Die Produkte bürgen für eine hohe Qualität: «Wir arbeiten ausschliesslich mit zertifizierten Lieferwerken zusammen, die wir auch besuchen.» Boller möchte nicht schlecht über die Konkurrenz sprechen, stellt jedoch fest, dass der Ausbruch der Pandemie etliche Glückritter hervorrief, die sich plötzlich als Händler von Mundschutz betätigen: «Es sind viele neue Firmen auf den Markt gekommen, die von diesem Geschäft keine Ahnung haben und teilweise mangelhafte Produkte anbieten.» Diese werden, sobald die Krise abflaut, auch wieder verschwinden, ist sich Boller sicher. «Wir aber bleiben auch nachher in diesem Business drin.»

Die Stärke von Dynovo sieht der gebürtige Däne im Fachwissen seines Betriebes: «Wir verfügen über eine jahrzehntelange Kompetenz und können unsere Kunden entsprechend beraten.» Zu den Abnehmern gehören die Schweizerische Präzisions-Industrie, von Pharma über Uhren bis hin zur Medizintechnik. Artikel wie Mundschutze werden auch an Endverbraucher wie an Spitäler und Grossverteiler geliefert. «Neuerdings haben wir auf unserer Homepage einen Webshop aufgeschaltet, wo sich auch Private mit Masken versorgen können», so Boller.

Am Standort in Gretzenbach arbeiten um die 22 Personen. Wegen der Pandemie wurden einige Stellen intern umbesetzt: «Wir haben einige Mitarbeiter vom Filterbereich zur Verstärkung des Reinraumbereiches eingeteilt.» Dass ganze Produktionsketten aus China in die Schweiz zurückkehren, glaubt Boller nicht: «Die Kosten dafür sind hier viel zu hoch.» Für möglich hält er eine Klein-Herstellung für systemrelevante Institutionen. «Damit wäre bei einer erneuten Pandemie für wichtige Betriebe eine gewisse Selbstversorgung möglich.» Boller verfolgt die weitere Entwicklung der Lage, etwa, ob es im öffentlichen Verkehr künftig obligatorisch einen Mundschutz braucht wie bereits in Deutschland. Dadurch würde die Nachfrage nochmals stark ansteigen. Die Lager von Dynovo werden laufend aufgefüllt.

Gründung vor 58 Jahren, heute Teil einer Holding

Die Ursprünge der Dynovo gehen zurück auf das Ingenieurbüro Widmer und Ernst, das 1962 gegründet wurde und sich auf die Entstaubungs- und Filtertechnik spezialisierte. Im aargauischen Remigen wurde unter dem Namen Lufttechnik und Metallbau AG (L+M) ein Fabrikationsbetrieb erstellt. Später wurde die Firma in Wesco AG umbenannt.

Ab 2007 wurden wieder Geschäftsbereiche verselbständigt, so auch 2013 die Dynovo, die zur Boller Industrieholding wechselte und nach Gretzenbach ins ehemalige Schenker-Gebäude an der Bodenackerstrase zügelte. Die Gruppe mit Gesellschaften in Nord- und Südeuropa erzielt mit gut 200 Beschäftigten einen Umsatz von rund 60 Millionen Franken.

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