Lostorf

Schulhaus 1912 soll für 5,775 Millionen Franken saniert werden

Das Schulhaus 1912 in Lostorf steht vor einer umfassenden Renovation

Das Schulhaus 1912 in Lostorf steht vor einer umfassenden Renovation

Der Lostorfer Gemeinderat informierte die Stimmberechtigten über das Projekt, über das am 12. August 2020 abgestimmt wird.

Eigentlich hätte die Lostorfer Gemeindeversammlung, an welcher das 5,775-Millionen-Sanierungsprojekt zu Handen der Urnenabstimmung vom 17. Mai verabschiedet worden wäre, Ende März stattfinden sollen; der Startschuss zur Renovierung des Schulhauses 1912 wäre in diesen Sommerferien erfolgt.

Doch dann kam «Corona» und warf das Konzept der Behörden über den Haufen. Am Mittwoch nun fand die gut einstündige Versammlung statt, an welcher die Bevölkerung orientiert wurde, coronagerecht mit Mundschutz in der Dreirosenhalle. Anwesend waren gut 40 Personen, welche von Gemeindepräsident Thomas A. Müller begrüsst werden konnten. «Es ist ein wichtiges Projekt, es geht um Bildung und damit um die Zukunft unserer Kinder», so Müller.

Grundlegende Erneuerung notwendig

Worum geht es bei diesem Vorhaben? Das im Jahr 1912 fertiggestellte, gleichnamige Schulhaus erfuhr im Verlaufe seiner 108-jährigen Geschichte einige punktuelle Reparaturen, jedoch keine grundlegende Erneuerung. Nun wird, wie Gemeinderat Beat Probst erläuterte, eine Totalsanierung notwendig, um dem heutigen Unterrichtsbedarf im Rahmen des Lehrplans 21 zu entsprechen. Die Details erklärte Jan Humbert vom Generalplaner Batimo AG, Zofingen: Zum einen werden die Unterrichtsräume (und teils auch das Mobiliar) erneuert und mit Gruppenräumen ergänzt, auch im Dachstock, wo eine Mediathek vorgesehen ist. Die Wohnung des Schulhausabwarts wird aufgelöst. Die Schulküche befindet sich neu im Untergeschoss, und das Lehrerzimmer kommt neu in der jetzigen Schulküche zu liegen.

Zum anderen wurde nach weiteren Abklärungen und bei der Bearbeitung des Vorprojekts entschieden, die für die nächsten Jahre ohnehin geplanten Sanierungen wie den Fenster-, Türen- und Bodenersatz, die Erneuerung der gesamten Haustechnik (Sanitär- und Elektroinstallationen) sowie den mittlerweile gesetzlich vorgeschriebenen Einbau eines Liftes in das Gesamtprojekt zu integrieren, denn das Schulhaus muss behindertengerecht ausgestaltet werden.

Das «Schulwegli» wird neu nachts beleuchtet

Zum dritten werden Sanierungen und Anpassungen im Aussenbereich vorgenommen; diese wurden von Markus Bieri (Freiraumarchitektur, Luzern) den Anwesenden nähergebracht: Die Parkplätze auf der Ostseite fallen weg, an deren Stelle wird ein kombinierter Pavillon mit Veloständern und einem Geräteraum erstellt, und die ebenfalls auf der unteren Ebene gelegene Garage wird rückgebaut.

An der Südseite wird eine rollstuhlgängige Rampe bis zum Aula-Eingang errichtet, und der ganze Platz wird mit einem neuen Asphaltbelag versehen. Das Aussenmobiliar wird ergänzt durch eine Ballabschlagswand, eine Slackline-Einrichtung sowie neun vielseitige, robuste Sitz- und Spielelemente. Schliesslich wird der Verbindungspfad zwischen der Dreirosenhalle und der Schulanlage («Schulwegli») ausgebaut und beleuchtet.

Provisorien für den Unterricht

Der Startschuss für den Umbau soll nun zu Beginn der Sommerferien 2021 erfolgen, und die Arbeiten dauern ein Jahr. Während der gesamten Umbauphase steht das Schulhaus 1912 für eine Nutzung nicht zur Verfügung. Zwei Schulklassen werden im Pavillon beim Sportplatz unterrichtet, zwei im Kindergarten 2004 und eine im ehemaligen Gemeinderatszimmer der Dreirosenhalle. Zwei Halbcontainer beim Pavillon stehen für Zusatzunterricht zur Verfügung, die auch von der Spielgruppe und der IGEEL (Interessengemeinschaft Eltern und Erzieher Lostorf) genutzt werden können.

In der Fragerunde stellte sich heraus, dass ein Neubau anstelle des Schulhauses 1912 auf 10 bis 12 Mio. Franken zu stehen käme und dass die aktuelle Schulraumplanung für die nächsten mindestens 20 Jahre ausreichend sein dürfte. Auch die Finanzierung sollte laut Auskunft der Finanzverwaltung kein Problem darstellen. Der Schulhausumbau an sich war bei den Anwesenden weitgehend unumstritten. Der Souverän wird über das Projekt anlässlich der auf Mittwoch, 12. August verschobenen Rechnungsgemeindeversammlung befinden können, bei einem positiven Entscheid findet die notwendige Urnenabstimmung am 27. September statt.

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