Schönenwerd
Schuhe, Schurken und Schönheiten im Bally-Park

Im Stück «Schuh … be or not!?» verwandelt die rollende Theaterwerkstatt Fahr.Werk.ö den Park in eine Märchenbühne

Verena Fallegger
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Die Theatergruppe Fahr.Werk.ö im BallyPark mit dem Stück «SCHUH… be or not!?»
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Der Tanz der güldenen Schuhe zeigt das Vermögen des Imperiums auf.
Der Prinz sehnt sich nach Liebe.

Die Theatergruppe Fahr.Werk.ö im BallyPark mit dem Stück «SCHUH… be or not!?»

Verena Fallegger

Noch zwei Vorstellungen von «Schuh ... be or not!?» sind zu sehen. Ein Theaterstück aus den Federn der Beteiligten. Es entstand je aus einem Teil Dorfgeschichte, aus Grimms Märchenfiguren und aus dem modernen Alltag.

Wer sind die Beteiligten? Im Moment sind es acht Schauspielprofis, die gerne auch auf eine andere Art auf Achse sind. Das Fahr-Werk.ö zieht mit Wagen durch das Land. Dieses Mal sind 14 Teenager dabei. Sie verbringen zwei Wochen während ihrer Ferien mit den Theaterleuten. Sie leben und wohnen in einer Art altem Zirkuswagen. Während ihres Aufenthalts werden sie betreut und von einer Köchin kulinarisch verwöhnt. In diesen Wochen ergänzen sich die Schauspieler und die Jugendlichen hervorragend.

Die Leitung dieses aussergewöhnlichen «Ferienlagers» haben Conni Stüssi und Pascale Cardoit. Sie sind mit Herz dabei und leiten mit den Profis die Jungen durch das Projekt. Der Titel des heurigen Vorhabens «Schuh ... be or not!?». Die Teenager haben ein Stück daraus entwickelt. Mit Freude, Engagement, Ernsthaftigkeit und Können werden die Szenen im natürlichen Umfeld des Kosthauses (BallyHouse) und des Parks umgesetzt.

Brautschau mit Hindernissen

Grossmutter Sofia eröffnet das Stück mit der Geschichte des Königs von und zu Schönenwerd. Ihre Enkelkinder hören aufmerksam zu, obwohl sie diese Worte schon öfters gehört haben. Sie erzählt vom drohenden Untergang des Imperiums und der Rettung eines Koffers voller güldener Schuhe. Eine aussergewöhnliche Königsfamilie, ein emsiger Hofstaat, ein Quartett böser Mächte füllen die abwechslungsreichen Szenen mit einer eindrücklichen Lebendigkeit.

Hauptperson ist Prinz Harald, ein verzweifelter jungen Mann, der unbedingt eine Frau haben will. Er weint sich in den Schlaf, er ist traurig und nervt seine Umgebung. Im Schloss hört man nur eine Leier: «I wott e Frauuuuuu – eini zom hebe ond gärn ha.» Er möchte eine Schönheit mit langen goldenen Haaren, mit schneeweisser Haut und einer schönen Stimme.

Seine Schwestern hingegen protestieren: «Wir wollen keine durchgeknallte Prinzessin, keine mit blutleerem Hirn und schon gar keine Elster!» Dem unglücklichen Prinzen soll nun geholfen werden. Die königliche Familie lädt zum alles entscheidenden Ball ein, wären da nicht das intrigante Hofgesinde und die dunklen Machenschaften.

Sie ist sehenswert, diese Geschichte. Denn sie regt zum Nachdenken an. Die schauspielerische Leistung und die Umsetzung des Projektes sind einfach gut gelungen.

«Schuh ... be or not!?» Weitere Vorstellungen: heute Donnerstag und morgen Freitag, um 19.30 Uhr, im Bally-Park Schönenwerd. Speis und Trank ab 18 h, Eintritt ist frei. (Hutkollekte)