Gretzenbach
Schritt zur regionalen Wasserversorgung: Das Pumpwerk Aarenfeld ist eingeweiht

Das neue Pumpwerk Aarenfeld in Gretzenbach wurde eingeweiht. Trotz Nähe zum AKW Gösgen sei die Wasserqualität «ausserordentlich».

Géraldine Steiner
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Einweihung des Pumpwerks Aarenfeld
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Einweihung des Pumpwerks Aarenmatt
So sieht es im Innern aus
Der Blick hinab

Einweihung des Pumpwerks Aarenfeld

Patrick Lüthy

Das neue Grundwasserpumpwerk Aarefeld in Gretzenbach ist seit März in Betrieb. Am Freitag wurde es aufgrund Covid-19 im kleinen Rahmen offiziell eingeweiht. Das neue Pumpwerk bildet den Kernpunkt der Wasserachse zwischen Aarau und Olten. Geführt durch das öffentlich-rechtliche Unternehmen Wasserversorgung Unteres Niederamt (WVUN) entstand erstmals nach 25 Jahren wieder eine regionale Trinkwasserversorgung.

Jörg Amsler, der Präsident der WVUN, eröffnete die Einweihung mit seiner Begrüssung und sprach seinen Dank aus. Das Pumpwerk Aarenfeld ersetze das frühere Pumpwerk im Schönenwerder Spitzacker, das aufgrund des Eppenbergtunnel-Baus 2015 schliessen musste. Die Verbindung zu Aarau bleibe aufgrund eines Vertrags mit der Eniwa Wasser AG bestehen, der die Wasserversorgung bei Engpässen sicherstellen soll. Die geschätzte Bauzeit von einem Jahr nach dem Spatenstich im Herbst 2018 verzögerte sich aufgrund administrativer Probleme. Der Kostenvorschlag betrug gemäss Amsler 4 Millionen Franken, tatsächlich kosten wird der Bau aber nur zwischen 3,2 und 3,5 Millionen Franken.

Clemens Baschung vom Ingenieurbüro BSB + Partner in Oensingen erklärte den technischen Aufbau des Pumpwerks. Das zweigeschossige Pumpenhaus beherbergt derzeit zwei Unterwasserpumpen, die jeweils 3500 Liter Grundwasser in der Minute hochpumpen. Die Leistung könne bei Bedarf jedoch insgesamt bis auf 10 000 Liter pro Minute hochgefahren werden. Der Brunnen hat einen Durchmesser von 1,5 Meter und eine Tiefe von knapp 30 Metern. Das Pumpwerk liegt sieben Meter über dem direkt durch die Aare beeinflussten mittleren Grundwasserspiegel. Das geförderte Trinkwasser wird gefiltert und im Reservoir Föhren, das im Jahr 2019 gebaut wurde und bis zu 3000 Kubikmeter fasst, im Schönenwerder Wald knapp 100 Meter höher gelegen gespeichert.

Keine radioaktiven Stoffe im Wasser

Baschung ging auch auf die Vorgeschichte ein. Auf die geologischen Vorstudien seit 2011 folgten 2016 ergänzende Sondierbohrungen, um die Wasserqualität und -quantität zu messen. 2017 wurden durch weitere Bohrungen der Standort des Werks bestimmt und 2018 mit dem Bau begonnen. Zuletzt geschah im Frühling 2020 die vertragliche Landumlegung, welche die Schutzzonen zur Qualitätssicherung des Grundwassers auslegte und die einzelnen Parzellen geometrisch effizienter ausrichtete. In näherer Umgebung des Pumpwerks müssen die Landwirte nun auf bestimmte Pestizide und Dünger verzichten.

Baschung betonte die problemlose Nähe zum Atomkraftwerk Däniken: Es seien keine radioaktiven Stoffe im Wasser enthalten. Ausserdem werde die Wasserqualität nun permanent online überwacht. Bei Veränderungen der Werte stoppt das Werk den Pumpprozess automatisch und meldet dem Brunnenmeister Daniel Jetzer eine Fehlermeldung. Durch die genaue Messung sei eine «ausserordentliche Wasserqualität» gewährleistet, versicherte Baschung.

Auch Regierungsrat Roland Fürst bedankte sich für die gelungene Arbeit. Er sagte: «Die Schweiz ist ein Land ohne Rohstoffe. Aber das stimmt nicht: Wir haben Wasser. Und Wasser bedeutet Leben.» Er betonte die weltweite Knappheit von sauberem Trinkwasser und die vorteilhafte Lage, in der sich die Schweiz befände. Das Pumpwerk Aarenfeld sei ein «Vorreiter» für die regionale Trinkwasserversorgung. Abklärungen zum Anschluss weiterer Gemeinden laufen gemäss Amsler bereits. Das Pumpwerk sei nämlich absichtlich so errichtet worden, dass es ausgebaut werden könnte.