Raumplanung
Schönenwerd will Ortsbild schützen, Erholungsraum aufwerten und Grünflächen erweitern

An der Ergebniskonferenz wurde das neue räumliche Leitbild der Gemeinde Schönenwerd vorgestellt, über welches die Einwohner Ende März abstimmen.

Rahel Bühler
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Infoabend Ergebniskonferenz Schönenwerd
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 Das räumliche Leitbild stellt zwei wichtige Fragen:
 1. Wo steht die Gemeinde Schönenwerd heute?
 2. Wo soll sie in 20 Jahren stehen?
 Das Leitbild gliedert sich in 22 Leitsätze, die diese Fragen beantworten.

Infoabend Ergebniskonferenz Schönenwerd

Bruno Kissling

In vielen Gemeinden in der Region ist es ein Thema. Manche haben schon darüber abgestimmt, andere sind noch in den Anfängen, Schönenwerd ist mitten drin: Die Rede ist von einem räumlichen Leitbild, welches die Grundlage für die all zehn Jahre fällige Ortsplanungsrevision darstellt.

Nachdem im März des vergangenen Jahres eine Zukunftskonferenz stattgefunden hat, an welcher sich die Schönenwerder Bevölkerung zu ihrer Gemeinde äussern konnten, hatte sich eine Arbeitsgruppe gebildet, die gemeinsam mit einem Ingenieurbüro das räumliche Leitbild erarbeitet hatten. An der Ergebniskonferenz am Montagabend wurden nun, wie es der Name schon sagt, die Ergebnisse dieses Prozesses vorgestellt.

Das räumliche Leitbild stellt zwei wichtige Fragen: Wo steht die Gemeinde Schönenwerd heute? Wo soll sie in 20 Jahren stehen? Um diese Fragen zu beantworten, gliedert sich das Schönenwerder Leitbild in 22 Leitsätze, die mit kurz- und langfristigen Massnahmen verbunden sind, und drei Leitbildpläne, welche die Leitsätze visuell darstellen.

Die Leitsätze sind wiederum in verschiedene Themen unterteilt. So strebt die Gemeinde beispielsweise ein moderates Wachstum an. Dies bedeutet eine Zunahme von 35 Personen pro Jahr und einer Bevölkerung von 5700 Einwohnern im Jahr 2040 – momentan sind es 5034. Diese Bevölkerungsentwicklung muss in der bestehenden Bauzone vonstattengehen.

Abgesehen vom Gebiet Spitzacker sind keine Neueinzonungen vorgesehen, bebaute Bauzonen sollen nachverdichtet und unbebaute Bauzonen dichter genutzt werden. Im Klartext bedeutet dies, dass die kleinen Baulücken im Siedlungsgebiet geschlossen werden sollen und die grösseren Flächen nur mit einem Gestaltungsplan bebaut werden dürfen.

Das Leitbild sieht einen Entwicklungsschwerpunkt im Zentrum der Gemeinde, mit fünf sogenannten Fokusgebieten: Dorfzentrum, erweitertes Dorfzentrum, Marktplatz, Wohnen am Wasser und Bally-Areal. In diesen Gebieten werden die ungenutzten Potenziale überprüft und eine angemessene Weiterentwicklung angestrebt. Zudem soll das Ortsbild geschützt, die Erholungsräume am Aare-Ufer und im Bally-Park aufgewertet und die Grünflächen innerhalb des Siedlungsgebiets erweitert werden.

Probleme: Littering und Verkehr

Auch das Thema Littering findet Eingang ins neue Leitbild. Von einer anwesenden Einwohnerin wird das Thema als grosses Problem bezeichnet. Gemeindepräsident Peter Hodel stimmt ihr zu und konstatiert, dass auf den betroffenen Strassen bereits Container aufgestellt wurden, dies aber nichts genützt hat. «Wir müssen die Eigenverantwortung fördern», ist sich Hodel sicher. Dies ist auch im Leitbild so festgehalten.

Eine weitere Herausforderung ist die Organisation des Verkehrs. Vor allem die Hauptstrasse weist eine hohe Verkehrsbelastung auf, die Schleichverkehr durch die Quartiere mit sich zieht. Eine mögliche Massnahme, um das vom Verkehr beeinträchtigte Ortsbild aufzuwerten, ist die Einführung einer Tempo-30-Zone auf der Oltnerstrasse. Zudem sollen in Zukunft beide Buslinien den Bahnhof bedienen.

Die Leitbildpläne und die Leitsätze sind behördenverbindlich, die Planungsbehörde muss sich also, im Falle einer Annahme des räumlichen Leitbildes, daran halten. Ob dies der Fall sein wird, entscheiden die Einwohner am 26. März. Dann findet die ausserordentliche Gemeindeversammlung statt, auf deren Traktandenliste die Abstimmung über das räumliche Leitbild steht. Noch bis zum 9. Februar hat die Schönenwerder Bevölkerung Zeit, weitere schriftliche Eingaben zum Projekt zu machen.

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