Schönenwerd
Schon 25 Jahre Präsident: «Die Bürgergemeinde ist mein drittes Kind»

Edgar Meier hat in 25 Jahren als Bürgergemeindepräsident von Schönenwerd etliche Höhepunkte erlebt – ein Rückblick.

Verena Fallegger
Merken
Drucken
Teilen
Bürgergemeindepräsident Edgar Meier beim Gedenkstein für das Köhlerfest vor dem Waldhaus Schönenwerd.

Bürgergemeindepräsident Edgar Meier beim Gedenkstein für das Köhlerfest vor dem Waldhaus Schönenwerd.

Bruno Kissling

Kürzlich wurde Edgar Meier für seine 25-jährige Amtszeit als Bürgergemeindepräsident mit einer gravierten Bank geehrt. Jetzt, einen Tag vor dem Weihnachtsbaumverkauf, steht er Red und Antwort und erzählt frisch von der Leber weg: «Dieses Vierteljahrhundert ist eine intensive und schöne Zeit gewesen.»

Der rüstige sympathische Rentner hat keine Zeit, Rentner zu sein. Oder geniesst er sie umso mehr, weil ihm dieses Amt Freude bereitet? Edgar Meier meint lachend: «Die Bürgergemeinde ist mein drittes Kind. Unsere Kinder Patrick und Daniela sind schon lange ausgeflogen. Aber die Bürgergemeinde ist immer hier.»

Einstieg als Nachfolger von Ernst Gruber

Der ehemalige Bürgergemeindepräsident Ernst Gruber hat bei einem Gespräch mit Vreni Widmer den Wunsch geäussert, dass Edgar Meier sein Nachfolger werden sollte. Da zu dieser Zeit der Bürgerrat komplett war, stellte sich Vreni Widmer für die anstehenden Wahlen 1993 nicht mehr zur Verfügung und somit war der Sitz frei zu Gunsten von Edgar Meier. Ernst Gruber fragte den von ihm Auserwählten, ob er sein «Gemeindli» denn übernehmen würde. Die Antwort lautete: «Es wäre mir eine Ehre in deine Stapfen zu treten, wenn es denn so weit ist.»

Nach dem Tod von Ernst Gruber wurde er am 12. März 1995 als Bürgergemeindepräsident gewählt und seither bei jeder wiederkehrenden Wahl bestätigt. Nebst dieser anspruchsvollen Aufgabe amtierte Edgar Meier 28 Jahre als Forstpräsident und war 20 Jahre Vorsitzender des Forstreviers Werderamt. Er ist auch ein begeisterter Frondienstler.

Meier erzählt, dass die Bürgergemeinde in diesen vergangenen 21⁄2 Jahrzehnten vieles bewirkt und erreicht habe. Eine besonders emotionale Erinnerung sei für ihn 1991 der «Tag der Heimat» anlässlich der 700- Jahr-Feier der Eidgenossenschaft. Über 300 Bürgerinnen und Bürger aus der ganzen Schweiz und sogar aus dem Ausland trafen sich zu einem mehrstündigen Waldgang: «Es war einfach nur schön!»

Das Köhlerfest war das schönste Erlebnis

Edgar Meiers Augen fangen an zu strahlen, wenn er über sein schönstes Erlebnis erzählt: «Das Köhlerfest 2002 wurde anlässlich zum Jubiläum 125 Jahre Bürgergemeinde Schönenwerd vom 11. bis 30. Oktober auf die Beine gestellt. Dies war einfach – ich wiederhole mich – schön, spannend, erfreulich, arbeitsreich und lehrreich.» Zusammen mit dem Köhler Pius Wicki wurde der Kohlenmeiler aufgebaut und anschliessend von ihm während Tag und Nacht überwacht.

Die Kameradschaft untereinander war grandios. Zusammen mit der Dorfbrauerei Karbacher wurde das Köhlerbier geboren und es wurde ein Bestseller. Grinsend sagt er: «Schade, dass wir es nicht patentiert haben.» Es kam die Vermarktung der Kohle dazu. Ebenso wurden in dieser Zeit alte Handwerke vorgestellt und demonstriert: von einem Hufschmied, einem Korbflechter und einem Holzschnitzer.

Auch wurde extra zu diesem Anlass eine Gedenktafel von der Glockengiesserei gegossen und auf einem grossen Stein vor dem Waldhaus montiert. Auch kreierte Konrad Ehrensperger die Köhlerbier-Etikette. Heute erinnert der Köhlerplatz gegenüber vom Waldhaus an dieses gigantische Fest, erzählt Meier weiter. Doch ohne die Mitarbeit der Forstkommission, der Frondienstler und vielen weiteren helfenden Händen, wäre es wohl nicht zu Stande gekommen.

Hobbys kommen neben dem Amt nicht zu kurz

Edgar Meier hält sich mit Biken und Spaziergängen fit für sein Amt. «Hier kann ich nachdenken und entspannen», meint er schmunzelnd. «Dank der loyalen und kameradschaftlichen Zusammenarbeit innerhalb des Bürgerrates, kann ich mein Amt auf diese Weise ausüben.»

Er ist dankbar auch für das Vertrauen, welches ihm die Bürgerinnen und Bürger entgegenbringen. Fragt man diese, was sie sich wünschen, so kommt die Antwort schnell: Dass er noch möglichst lange im Amt bleiben soll.