Informatikolympiade

Schönenwerder IT-Talent tritt in Iran an

Jan Schär (2. von rechts) mit seinen Schweizer Teamkollegen Nicolas Camenisch, Ian Boschung und Fabian Haller.

Jan Schär (2. von rechts) mit seinen Schweizer Teamkollegen Nicolas Camenisch, Ian Boschung und Fabian Haller.

Kantischüler Jan Schär aus Schönenwerd holte an der Schweizer Informatikolympiade Gold – nun tritt er in Teheran an.

97 Schülerinnen und Schüler aus der ganzen Schweiz kämpften um die Goldmedaille der Schweizer Informatikolympiade (SOI), er holte sie sich: Jan Schär aus Schönenwerd, der die Kantonsschule Olten besucht. Somit qualifizierte er sich für die Internationale Informatikolympiade (IOI), welche gestern in Teheran begann und noch bis am 4. August dauert.

Doch bis in die iranische Hauptstadt war es für den Kantischüler ein langer Weg. Die erste Runde der SOI fand vom Oktober bis im November des letzten Jahres statt, wobei die Kandidaten ihre Aufgaben von zu Hause via Internet lösen mussten.

Die zweite Runde im März bestand aus einem praktischen und einem theoretischen Teil – für die zwölf Besten ging es danach weiter in die Finalrunde: An zwei Wochenenden im April mussten sie jeweils zwei fünfstündige Programmierprüfungen mit je vier Aufgaben bewältigen. Jan Schärs Durchhaltevermögen zahlte sich aus, denn an der Finalrunde holte er sich die Goldmedaille und vertritt nun die Schweiz mit drei anderen Teilnehmern an der IOI im Iran, wo sie gegen 83 Länder antreten.

Trainingslager als Übung

Auf das Hobby kam Jan Schär durch einen Mitschüler, der ihn auf die SOI aufmerksam gemacht hatte. «Ich machte mal mit und hatte Spass daran, die Aufgaben zu lösen. Es ist ein bisschen wie Rätsel lösen, man freut sich, wenn man eine Antwort gefunden hat», so Schär. Der einzige Unterschied sei, dass man als Lösung ein kleines Programm schreibe, das dann eine korrekte Antwort innert Millisekunden berechnet.

Vorbereitet hat sich der Kantischüler hauptsächlich durch die Trainingslager in Davos und in Frankreich, die vom SOI-Verband veranstaltet wurden. «Dort gibt es Vorträge über Algorithmen und Datenstrukturen sowie Prüfungsbeispiele», erklärt Schär. Ein grosser Teil der Vorbereitung auf die IOI seien auch die ersten drei Runden im Wettkampf der SOI gewesen. Nicht zuletzt gebe es Übungen, die man selbstständig lösen könne: «Aber das habe ich nicht so oft gemacht.»

Vorfreude und Nervosität

Vor dem Abflug in die Hauptstadt Irans freut sich Jan Schär darauf, an einem solch grossen und internationalen Programmierwettbewerb mitmachen zu können und hofft, dass er die Aufgaben bewältigen kann.

Doch auch Nervosität macht sich bei ihm breit, da er noch nie im Iran war. Da das Land sehr anders sei als die Schweiz und er die Sprache nicht kenne, habe er schon etwas Respekt. Auch der Wettbewerb selber ist mit Nervosität verbunden: «An der Internationalen Olympiade sind die Aufgaben schon sehr schwierig und die Konkurrenz ist gross. Aber man muss einfach an den Problemen dranbleiben und nicht aufgeben», so Schär.

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