Schönenwerd
Neue Gemeindepräsidentin: «Die FDP ist traditionell stark hier»

Schönenwerd besetzte neben dem Gemeinderat auch gleich dessen Präsidium. Charlotte Shah-Wuillemin gewann die Ausmarchung.

Noël Binetti
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Johannes Brons von der SVP gratuliert der gewählten Gemeindepräsidentin: Charlotte Shah-Wuillemin (FDP).

Johannes Brons von der SVP gratuliert der gewählten Gemeindepräsidentin: Charlotte Shah-Wuillemin (FDP).

Patrick Lüthy

Charlotte Shah-Wuillemin von der FDP wird neue Gemeindepräsidentin Schönenwerds. Die 63-Jährige ist im Dorf aufgewachsen und fühlte sich hier «immer wohl». Auch jetzt, da sie die Wahl mit 467 Stimmen deutlich für sich entschied und das absolute Mehr, welches bei 382 Stimmen lag, locker erreichte. Shah-Wuillemin trat gegen Johannes Brons von der SVP an. Brons erreichte eine Stimmenanzahl von 233. Die exakt 700 gültigen Stimmen entsprechen einer Wahlbeteiligung von rund 29 Prozent.

Auf Anfrage sagt Charlotte Shah-Wuillemin am Telefon:

«Ich bin sehr erleichtert und zufrieden. Wir freuen uns alle sehr. Nun haben wir es geschafft.»

Die FDP habe sie sehr unterstützt, das habe ihr geholfen. Und Shah-Wuillemin ergänzt: «Ich bin auch froh, dass das Resultat so deutlich ausgefallen ist und es keinen 2. Wahlgang braucht.»

Hat sie denn mit einem Sieg gerechnet? Darauf sagt sie: «Ich gab dem Sieg eine 50:50-Chance. Schliesslich weiss man bei Wahlen nie, wie es herauskommt.» Und warum ist das Resultat am Ende so deutlich ausgefallen? «Auch das ist schwer zu sagen», sagt sie. Die FDP ist traditionell stark hier.» Schliesslich habe sie aber sicher auch einige Unterstützung von der CVP und Stimmen auch von anderen Parteien erhalten, ist sie überzeugt.

Einen klaren Grund für ihren Sieg kann sie nicht angeben. Aber: «Vielleicht konnte ich wirklich rüberbringen, dass mir Schönenwerd am Herzen liegt.» Auch als sie nach längerer Abwesenheit wieder ins Dorf zurückgekehrt sei, habe sie sich sofort wieder aufgenommen gefühlt. Auch sei ihre Vernetzung im Dorf gut, aufgrund von mehreren Engagements, die sie bereits innehatte.

Gefragt, welches nun ihre Prioritäten seien, im künftigen Amt, sagt sie: «Also sicher geht es mal darum, die Ortsplanungsrevision abzuschliessen.» Dann sei das Projekt rund um die ÖV-Drehscheibe sicher weit oben auf der Agenda. «Das sind zwei grosse Geschäfte.» Und schliesslich seien sicherlich die Finanzen ein grosses Thema und auch Herausforderung. Was möchte sie anders machen als ihr Vorgänger, Peter Hodel? «Ich bin anders», sagt sie und lacht.

Es sei klar, sie trete nach Hodel in riesige Fussstapfen. «Er ist durch und durch Politiker.» Sie hingegen komme aus der Privatwirtschaft. Wie Hodel wolle sie aber ein gesundes Verhältnis im Gemeinderat erhalten, das verschiedene Meinungen zulasse und trotzdem wertschätzend ausfalle. Und wie Hodel möchte sie «Zugang zu den Leuten» finden.» Auch für Hodel und über seine Wahl in den Regierungsrat freut sie sich: «Wir sehen uns gleich und werden zusammen – natürlich coronakonform– anstossen.»

Brons wollte Wählern «eine Auswahl» anbieten

Der Unternehmer Johannes Brons verkraftet seine Niederlage. Auf Anfrage sagt er: «Mir ging es darum, den Wählern eine Auswahl zu bieten.» Er sei diesbezüglich auch von mehreren Seiten angefragt worden. Dass es am Ende so deutlich wird, habe er aber nicht erwartet: «Wir rechneten mit einem 2. Wahlgang.» Angesprochen auf die Situation im Wahlkampf, bestätigt Brons: «Das war aktuell wirklich nicht ganz einfach.»

Er habe dennoch versucht, mit Leuten ins Gespräch zu kommen, und er habe auch persönliche Briefe verschickt. Doch nun schaut er nach vorne. Brons ist seit zwölf Jahren im Gemeinderat von Schönenwerd. Seit jeher hat er dort das Ressort Jugend, Freizeit, Sport und Kultur inne. «Ich könnte mir nun auch einmal einen Wechsel vorstellen», sagt er. Und er strebe das Amt des Vizegemeindepräsidenten an: «Ich würde das gerne machen.»