Schönenwerd hat die Qualifikation auf dem fünften Platz beendet. Verlief die erste Phase der Meisterschaft so, wie Sie es erwartet haben?

Jan Schnider: Wir hatten ein paar Auf und Abs. Am Anfang lief es sicher noch nicht so, wie wir wollten. Doch wir steigerten uns stetig. Das erste Saisonziel, die Playoffs, haben wir erreicht. Somit ist alles im grünen Bereich.

Gegen die Top-4-Teams Lausanne, Amriswil, Lugano und Näfels schauten in acht Begegnungen nur vier Punkte heraus. Beunruhigt Sie das vor dem Playoff-Start?

Ich hätte mir schon gewünscht, dass wir gegen die Top-Teams den einen oder anderen Punkt mehr geholt hätten. Das wäre sicher gut gewesen für unser Selbstvertrauen. Doch es ist nicht so, dass wir meilenweit entfernt von den vorderen vier Teams waren. Vor allem gegen Ende der Qualifikation spielten wir viel konstanter. In den Playoffs beginnt es sowieso bei null, weshalb ich auch nicht beunruhigt bin.

Was haben die vorderen vier Teams besser gemacht als Schönenwerd?

Bei uns hat die Abstimmung in dieser Saison relativ viel Zeit gebraucht. Bis diese gestimmt hat, musste Trainer Nik Buser verschiedene Aufstellungen ausprobieren. Die Automatismen griffen erst spät, was uns zwischendurch etwas Vertrauen in unser Spiel gekostet hat.

Sie waren in der Qualifikation wie gewohnt der beste Punktesammler von Volley Schönenwerd. Wo würde das Team ohne Sie stehen?

Es ist schön, der Topskorer der Mannschaft sein zu dürfen. Extrem wichtig ist das für mich aber nicht. Schliesslich hängt es immer von der Position ab. Im Moment spiele ich auf der DiagonalPosition und bekomme deshalb automatisch mehr Bälle. Meine Rolle könnte aber sicher auch ein anderer vom Team übernehmen.

Im Gegensatz zu Ihnen kam der US-Amerikaner Cody Kessel, der auf diese Saison hin verpflichtet wurde, überhaupt nicht auf Touren. Kann er sich in den Playoffs doch noch zum Leistungsträger entwickeln?

Cody hatte vor allem am Anfang grosse Mühe. Den genauen Grund dafür kenne ich nicht. Aber für einen so jungen Ausländer ist es sicher nicht einfach, die hohen Ansprüche zu erfüllen. Zudem hat man von ihm etwas ganz anderes erwartet: Eigentlich als Diagonalangreifer geholt, spielte er dann vorwiegend als Aussenangreifer. Seine Formkurve zeigte aber deutlich nach oben, bis zu seiner Verletzung. Ich denke, er hätte eine Teamstütze werden können, doch im Moment ist fraglich, ob Cody überhaupt noch spielen wird in den Playoffs.

Wie sieht es sonst an der Personalfront aus?

Ausser Cody Kessel sind alle Spieler fit und motiviert für den Playoff-Start.

Zum Auftakt der Playoffs wartet mit dem heutigen Heimspiel gegen Einsiedeln (20 Uhr, Erlimatthalle Däniken) die auf dem Papier einfachste Aufgabe. Sehen Sie das als Spieler etwas anders?

Nein. Einsiedeln haben wir in der Quali zweimal ohne Punktverlust geschlagen. Drei Punkte sind logischerweise unser Ziel. Doch wir dürfen Einsiedeln sicher nicht auf die leichte Schulter nehmen. Es braucht gegen jeden Gegner eine konzentrierte Leistung. Wir müssen unser Spiel genau gleich abrufen wie gegen die Top-Teams. Mit einem Sieg in die Playoffs starten zu können, wäre sehr wichtig.

Welche beiden Klubs schaffen den Sprung in den Playoff-Final?

Ich will mich nicht auf ein Team festlegen. Grundsätzlich ist die Liga sehr ausgeglichen. Die Tagesform und die Fitness werden entscheidend sein. Und das nötige Glück muss man auch haben, eine Verletzung eines wichtigen Spielers kann zum Beispiel kein Team so einfach wegstecken.

Teammanager Daniel Bühlmann sagte am Ende der letzten Saison, dass Volley Schönenwerd unbedingt den ersten Titel der Vereinsgeschichte gewinnen muss, solange Jan Schnider noch im Team ist. Ist das realistisch?

(Lacht.) Natürlich würde ich das auch gerne erleben, so ist es nicht. Es ist wichtig, dass man hohe Ziele verfolgt. Zu weit vorausschauen sollte man aber auch nicht. Wir müssen Punkt für Punkt, Satz für Satz und Spiel für Spiel nehmen. Wenn wir in jedem Spiel eine Leistung nahe am Maximum zeigen, liegt viel drin. Leider können wir nicht alles selber beeinflussen: Die anderen Teams können es noch besser machen als wir. Aber wir müssen auf jeden Fall alles probieren.

Haben Sie immer noch Lust auf Volleyball und wie lange macht der Körper noch mit?

Der Körper macht schon noch mit. Für mich zählt jetzt in erster Linie, in dieser Saison alles zu geben, um möglichst weit nach vorne zu kommen. Alles andere steht noch in den Sternen. Wobei, tendenziell könnten es meine letzten Playoffs sein.