Schönenwerd
«Auf Knopfdruck bereit sein»: Gemeindeversammlung ehrt örtliche Herznotfallgruppe

Der Dank an die ehrenamtliche Arbeit in Schönenwerd fällt in der Betoncoupe-Arena nicht zu kurz.

Cyrill Pürro
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Die Rechnungsgemeindeversammlung fand in der Betoncoupe-Arena statt - mit reichlich Abstand (Archiv).

Die Rechnungsgemeindeversammlung fand in der Betoncoupe-Arena statt - mit reichlich Abstand (Archiv).

Patrick Luethy

Ein Ensemble der Schönenwerder Musikschule gab den Startschuss: Die Luft schien förmlich elektrisiert, als die zwei Geigen, die Gitarre und das Schlagzeug zu spielen aufhörten und dem Gemeindepräsidenten Peter Hodel das Wort für die Eröffnung seiner letzten Gemeindeversammlung überliessen.

Etwas mit dem vorhergegangenen Rhythmus mitwippend, schloss Hodel mit einem ereignisreichen Jahr für die Gemeinde ab und dankte speziell den Menschen, die sich für die Freiwilligenarbeit einsetzten. Hodel zitierte den ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy aus dessen Amtsantrittsrede: «Wir sollten uns nicht nur fragen, was der Staat für uns tun kann, sondern auch, was wir für den Staat tun können.» Hodel betonte, mit welcher Selbstverständlichkeit die Damen und Herren an ihre Arbeit gehen. Der Dank galt besonders der Herznotfallgruppe des Samaritervereins Schönenwerd.

Dr. Hugo Saner, Stiftungsratsmitglied der Herzstiftung Olten, übernahm die Ehrung. Fünf Frauen und zwei Männer, entweder in polizeiliche Uniformen oder in roten Samariter-Shirts gekleidet, nahmen einen Pokal der Gemeinde entgegen. Hodel und Saner dankten der Gruppe herzlich mit der Betonung, dass die sieben und weitere nicht anwesenden Mithelfenden stehts auf Knopfdruck bereit sein müssen.

«Da spielt auch ein grosses Verständnis seitens der Partner und Familien mit, wenn während des Einsatzes das Essen kalt wird oder die Kinder nicht einschlafen, ehe die Mutter oder der Vater nach Hause kommt»,

kommentiert Saner.

Souverän in vielen Punkten einig

Gemeinderat und Ressortleiter für Finanzen, Beat Keller, präsentierte dann eine besser ausgefallene Rechnung als budgetiert. Das liegt gemäss Keller daran, dass Arbeiten im Schwimmbad, bei Feuerwehr und Zivilschutz im Jahr 2020 noch nichtengegangen werden konnten. Die Steuereinnahmen sind mit einem Plus von rund 1,3 Millionen Franken erfreulich angewachsen. Trotzdem verzeichnet die Gemeinde ein Defizit von knapp 170'000 Franken. Den Nachtragskrediten, der Erfolgsrechnung und der Investitionsrechnung stimmte die Versammlung einhellig zu. Ebenso wurden die Spezialfinanzierung Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung und Abfallbeseitigung gutgeheissen. Nur ein Stimmberechtigter hob die Hand und wollte wissen, ob die Gemeinde den Überschuss bei den Spezialfinanzierungen in neue Projekte investiere. Hodel entgegnete mit einem «ja, aber», da der gewonnene Ertrag bei der Wasserversorgung von rund 214'000 Franken auch noch für die Sanierungen gebraucht werde. Auch die Änderungen zum Paragrafen fünf im Parkierungsreglement, sowie das Reglement über den schulärztlichen Dienst und einer Stellenaufstockung in der Finanzverwaltung um 100 Prozent nahm der Souverän an.

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