Schönenwerd
Abholzung für die Fischvielfalt: Projekt im Schachenwald stiess auf Reklamationen

Der Neubau einer Umgehungsrinne im Schönenwerder Schachenwald bietet den Fischen eine Alternative – dafür wurden Bäume gerodet.

Cyrill Pürro
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Edgar Meier, Präsident der Bürgergemeinde, vor dem geschlagenen Holz.

Edgar Meier, Präsident der Bürgergemeinde, vor dem geschlagenen Holz.

Bruno Kissling

Um Neuem Platz zu bieten, muss Altes weichen. So im Falle der Rodung im Schönenwerder Schachenwald. Das Aargauer Energie-Dienstleistungsunternehmen Eniwa plant eine Kompletterneuerung des Wasserkraftwerks an der Aare. Im Zuge dessen wurde eine Umgehungsrinne für Fische und Amphibien durch den Schachenwald gebaut. Damit die über einen Kilometer lange Umgehungsgerinne für den Neubau des Dotierkraftwerks entstehen konnte, wurden entlang der über einem Kilometer langen Bachstrecke Bäume gefällt. Das wenige Wertholz wird an die Möbelproduktion weitergegeben und das Abfallholz zu Holzschnipseln zum Verfeuern verarbeitet, wie Edgar Meier, Präsident der Bürgergemeinde, erklärt.

Neue Bachrinne als «Umleitung» für Fische und Kröten

Die gefällten Bäume weichen also einer Umgehungsrinne, die den Fischen als Umleitung dient. Gemäss der Website von Eniwa und dem Revierförster des Schachenwaldes Daniel Kleger, diene diese Umgehungsrinne den Fischen und Amphibien als Auf- und Abstiegsmöglichkeit. Oder anders gesagt: «Fische und Kröten können durch die Nutzung der neuen Bachrinne das Kraftwerk umgehen», so der Revierförster. Das Projekt werde vom Waldeigentümer, dem Kanton und der Fischerei begleitet und von allen Seiten begrüsst. Zur Rodung wurde gleichzeitig eine Durchforstung des Gebietes durchgeführt. Diese sei gemäss Kleger seit langem nötig gewesen.

Trotzdem reklamierten manche Waldgängerinnen und Waldgänger über die Menge an Holz, die beim Schlag beseitigt wurde. Wie Kleger auf Anfrage erklärt, wurden bei der ausgeführten Durchforstung ökologische, ökonomische und sicherheitstechnische Aspekte berücksichtigt.

«So konnten wir mit der Rodung gleich alte, vom Umsturz bedrohte Bäume beseitigen, die für Waldbesuchende hätten gefährlich werden können»,

sagt Kleger. Gemäss der Website von Eniwa ist die Inbetriebnahme des Kraftwerks auf März 2022 geplant.

Die Arbeiten an der Rodung und der Umgehungsrinne sind bereits seit diesem Frühling abgeschlossen.

Das Umgehungsgewässer beginnt unterhalb der Badi und mündet bei der ARA Schönenwerd wieder in die Aare.

Das Umgehungsgewässer beginnt unterhalb der Badi und mündet bei der ARA Schönenwerd wieder in die Aare.

Bruno Kissling