Das Bally-Areal in Schönenwerd ist eine ideale Brutstätte für zukunftsträchtige Unternehmen. Davon konnte sich am Freitag auch die Solothurner Volkswirtschaftsdirektorin Brigit Wyss überzeugen, die der Einladung der Einwohnergemeinde zum 9. Schönenwerder Gewerbetreff gefolgt war.

Nach der Begrüssung durch Gemeindepräsident Peter Hodel besuchten die Gäste auf einem Rundgang einige Firmen, die sich erfolgreich auf dem Areal niedergelassen haben. Es zeigt sich: Ein erstaunlicher Branchen-Mix ist mittlerweile entstanden: Ein Anbieter von Elektrowerkzeugen findet ebenso Platz wie eine Praxis für Naturheilkunde oder ein Kunstatelier.

Die Hinterlassenschaften der industriellen Vergangenheit für die innovative Wirtschaft von Morgen nutzen — das war auch die Botschaft von Brigit Wyss, die im Anschluss an den Rundgang im Casinosaal zu den Anwesenden sprach.

Es gebe kaum einen trostloseren Anblick als ein leer stehendes Industrieareal, sagte die Grünen-Regierungsrätin und verwies dabei auf die schmerzhaften Einschnitte in der Solothurner Wirtschaftslandschaft der vergangenen Jahre und Jahrzehnte: Cellulose Attisholz, Papieri in Biberist, ABB in Deitingen oder eben Bally in Schönenwerd.

Dies alles seien Zeugen eines Strukturwandels. «Umso erfreulicher ist es, wenn solchen Brachen wieder Leben eingehaucht wird», fand Wyss und nannte etwa das ABB-Areal in Deitingen als Beispiel, wo seit der Eröffnung des Businessparks wieder 70 Beschäftigte arbeiten.

Erfolgsgeschichte für Niederamt

Die ehemaligen Bally-Produktionshallen pries sie als wunderbaren gewerblichen «Gemischwarenladen», eine Erfolgsgeschichte für Schönenwerd und das gesamte Niederamt.

Mittlerweile seien 80 Prozent des Areals vermietet, betonte sie. «Es braucht innovative Leute mit guten Ideen und auch Mut, um in die grossen Fussstapfen von Bally zu treten und die früheren Produktionsräume wieder mit Leben zu füllen.» Der Gewerbepark fördere den Austausch von Ideen und die Vernetzung, die nicht nur in der Politik wichtig sei.

Standortstrategie 2030

Der Kanton bemühe sich, diese Entwicklung zu unterstützen, so Volkswirtschaftsdirektorin. «Aktuell sind wir daran, eine umfassende Standortstrategie 2030 für den Kanton Solothurn zu erarbeiten», liess sie die Zuhörer wissen. Dabei würde man auch den sogenannten Megatrends Rechnung tragen, wie etwa der demografische Wandel, die Digitalisierung oder die zunehmende Individualisierung.