Im Rahmen des kantonalen Hochwasserschutzprojekts Aare zwischen Olten und Aarau sind Anpassungen notwendig, um die festgelegten Schutzziele zu erreichen. Die Projektoptimierungen in Schönenwerd werden im Bally-Park einschneidende Folgen haben: die Platanen zwischen Kosthaus und Brücke müssen weg.

Sieben Varianten geprüft

Neuere Abklärungen zu den Hochwasserabflüssen der Aare ergaben, dass das Gewerbegebiet des Bally-Areals sowie die Kläranlage Schönenwerd mit den bisher geplanten Massnahmen noch nicht ausreichend vor Hochwasser geschützt sind.

Im Bereich der Kläranlage genügt es, zusätzlich einen niedrigen Hochwasserschutzdamm entlang der Zufahrtsstrasse zu errichten. Im Bereich des Kosthauses werden ergänzende mobile Hochwasserschutzelemente sowie bauliche Massnahmen am Kosthaus realisiert. Zudem ist eine Hochwasserschutzmauer entlang der Aare zwischen Uferweg und Gewerbeareal vorgesehen.

Das Projekt sah vor, die heutige Baumreihe entlang des Gewerbeareals zu erhalten. Es zeigte sich, dass dies nur mit sehr hohem Aufwand möglich ist. Denn die Mauer käme in unmittelbarer Nähe der heutigen Platanen am Aareufer zu stehen. Da das Wurzelwerk sehr dicht und weit verzweigt ist, würde es mit hoher Wahrscheinlichkeit verletzt. Die Bäume würden möglicherweise nicht überleben.

Die neue Baumreihe entlang der Aare soll lückenlos vom Kosthaus (links) bis zur Brücke verlaufen.

Die neue Baumreihe entlang der Aare soll lückenlos vom Kosthaus (links) bis zur Brücke verlaufen.  

Das Amt für Umwelt prüfte daher ergänzend zum ursprünglichen Projekt sieben Varianten, wie die Hochwasserschutzmauer realisiert werden kann. Darunter eine Mauer auf Pfählen, das Aufschütten eines Damms und eine Mauer an verschiedenen Standorten. Aufgrund des Variantenvergleichs entschied sich das Amt für Umwelt, eine Hochwasserschutzmauer entlang der Aare zu bauen und die Bäume zu entfernen.

«Es ist ein sehr idyllischer Ort, das tut natürlich weh», ist sich der im Projekt involvierte Landschaftsarchitekt Toni Weber bewusst. Allerdings werden die Bäume ersetzt. In Anlehnung an die ahornblättrigen Platanen werden einheimische Spitzahorne gepflanzt.

Die Baumreihe, in der heute Lücken klaffen, wird ausserdem wieder durchgehend vom Kosthaus bis zur Brücke verlaufen. Sie wird auf der Ebene des Areals und nicht abgesenkt als Uferbepflanzung zu stehen kommen. Die Hochwasserschutzmauer soll in Form einer ein Meter hohen Gartenmauer errichtet werden. «Die kostengünstigste Variante und eine optisch ansprechende Lösung», wie Gabriel Zenklusen, Abteilungsleiter Wasserbauprojekte beim kantonalen Amt für Umwelt, meint.

Umsetzung geplant bis Ende 2018

Die Mehrkosten für die Projektanpassungen betragen für die beiden Teilstrecken rund 500'000 Franken. Der am 9. Juni 2013 bewilligte Gesamtkredit für das Hochwasserschutz- und Revitalisierungsprojekt zwischen Olten und Aarau von insgesamt 27,5 Mio. Franken wird dennoch eingehalten. Die Direktbetroffenen, also die Gemeindebehörden Schönenwerd und Niedergösgen, die vier Eigentümer des Bally-Areals und die einfache Gesellschaft Bally-Park, haben sich mit den Änderungen einverstanden erklärt.

Die Anpassung des Gestaltungsplans liegt noch bis zum 22. Dezember 2017 bei der Gemeinde Schönenwerd, beim Amt für Raumplanung und beim Amt für Umwelt auf. Gibt es keine Einsprachen, werden die Platanen im März 2018 entfernt. Die neue Baumreihe und die Hochwasserschutzmauer sollen bis Ende 2018 errichtet werden.