Trimbach
Schilla-Gebäude abgerissen - Die Lücke wird mit Wohnraum geschlossen

Das alte Schilla-Gebäude in Trimbach wurde im letzten Jahr abgerissen, nun entstehen dort neue Kleinwohnungen. Im neuen Anbau werden insgesamt neun Wohnungen entstehen.

Philipp Felber
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Die Visualisierung des neuen Anbaus (links) mit der auffälligen, dunklen Klinkerfassade neben dem ehemaligen Schilla-Gebäude.

Die Visualisierung des neuen Anbaus (links) mit der auffälligen, dunklen Klinkerfassade neben dem ehemaligen Schilla-Gebäude.

zvg

Wer bereits in den 1960er-Jahren die Baslerstrasse entlang ging, der erlebt dieser Tage ein Déjà-vu. Klafft doch dort, wo vorher ein Annexbau zum Schilla-Gebäude an der Ecke Brücken- und Baslerstrasse stand, ein Loch. Eine Lücke, welche erst 1966 geschlossen wurde, und auch 2016 wird diese Lücke wieder geschlossen werden. Diesmal aber nicht mit einem Bau für das Gewerbe, sondern mit Wohnungen.

Nicht mehr zeitgemäss

Das Eckhaus, in welchem ebenfalls eine neue Dachwohnung entsteht, war bis 2005 der Geschäftssitz der Firma Schilla AG. Dort, wo heute Sportartikel verkauft werden, wurden früher Möbel, Teppiche, Vorhänge und Kinderartikel feilgeboten. Einzig der Name der Bushaltestelle zeugt heute noch vom alten Standort, am neuen Firmensitz im Dorfzentrum wurde das Geschäft auf Bodenbeläge spezialisiert.

Der Name Schilla ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus dem Familiennamen Schmied-Spielmann, der Gründerfamilie. Bereits 1934 übernahm die Familie Schneider den Betrieb bis 2002, unter ihrer Ägide wurde dann 1966 auch der Anbau realisiert.

In diesem Anbau waren in den letzten Jahren diverse Mieterwechsel, zuletzt war die private Schule für Gestaltung «Invers» eingemietet, zu verzeichnen. Da das Gebäude mittlerweile etwas in die Jahre gekommen sei, habe es nicht mehr wunschgemäss vermietet werden können, wie Christoph Graber von der Graber Architektur AG auf Anfrage mitteilt.

Zudem sei ein Gewerbehaus an dieser Lage nicht mehr zeitgemäss. «Gewerberäume, Läden oder Verkaufsflächen in ländlichen Gebieten lassen sich ohne direkte Zufahrt mit Parkplätzen nicht mehr vermieten», erklärt Graber. Dessen Architekturfirma hat das neue Wohnhaus entworfen, Bauherrin ist die Lamo Immobilien&Management AG aus dem seeländischen Brügg.

Zehn kleine Wohnungen

Im neuen Anbau werden insgesamt neun Wohnungen entstehen, eine weitere wird, wie bereits erwähnt, als Dachwohnung auf dem bestehenden Haus an der Baslerstrasse 44 gebaut. Dabei stehen fünf Zweieinhalbzimmer-wohnungen auf dem Plan, die restlichen Wohneinheiten sind Dreieinhalb- und Viereinhalbzimmerwohnungen. Warum werden mehrheitlich kleinere Wohnungen gebaut? «Die Nähe zum Spital war ausschlaggebend für den Bauherrn», sagt Graber. Im Fokus stehen also vornehmlich Alleinstehende, welche in der Nähe arbeiten. Auch haben die Architekten bewusst auf mehr Zimmer in den Wohnungen verzichtet, um dem allgemeinen Trend folgend grossflächiger zu bauen.

Auffällig wird die Fassade, welche aus einem dunklen Klinkersystem bestehen wird. Dies vor allem aus optischen Gründen «Das System hat den Vorteil, dass es optisch beständiger ist. An diesem Standort ist Abriebfassade schnell verschmutzt. Dies wegen des Strassenstaubs und weil es ungehindert an die Fassade regnen kann», erklärt der Architekt. Zusätzlich soll die Häuserzeile durch die dunkle Materialisierung optisch aufgewertet werden. Diese Fassadenbauart wird auch auf der anderen Gebäudeseite weitergezogen.

«Dem Bauherrn ist es wichtig, Mietwohnungen im Eigentumsstandard zu sinnvollen Preisen anzubieten.» Mitte März soll dann auch klar sein, wie viel die Wohnungen kosten, welche Ende 2016 fertig gebaut sein sollen.

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