Winznaus Gemeindepräsident Daniel Gubler konnte am Montagabend 26 Stimmberechtigte zur Rechnungsgemeindeversammlung in der Mehrzweckhalle begrüssen. Haupttraktandum des Abends war die Verwaltungsrechnung 2018, die vom abtretenden Finanzverwalter Wolfgang Fahrer erläutert wurde. Die Rechnung schliesst mit einem satten Plus von 288’326 Franken ab, budgetiert war ein Minus von 5’428 Franken.

Ausschlaggebend waren steuerliche Mehreinnahmen gegenüber dem Voranschlag von 339’727 Franken. Netto-Investitionen wurden in der Höhe von rund 1,463 Millionen Franken getätigt. Diese können allerdings mit 503’198 Franken nur zu 34,4 Prozent selbst finanziert werden. Somit resultiert ein Finanzierungsfehlbetrag in der Höhe von rund 960’000 Franken.

Ertragsüberschuss geht ins Eigenkapital

Zu den Spezialfinanzierungen: Die Abwasserentsorgung weist einen Ertragsüberschuss von 52’569 Franken aus (Eigenkapital neu: 470’877 Franken), die Abwasserbeseitigung einen solchen von 13’656 Franken (Eigenkapital neu: 116’256 Franken). Die Wasserversorgung ist in Winznau Sache der Bürgergemeinde.

Die Versammlung stimmte der Jahresrechnung 2019 einstimmig zu; der Ertragsüberschuss wird dem Eigenkapital zugewiesen. Dieses beläuft sich neu auf rund 2,585 Mio. Franken (mit Spezialfinanzierungen: 3,62 Mio. Franken).

Ja zur Sozialrechnung

Auch die Jahresrechnung der Sozialregion Olten fand ohne Gegenstimme das Placet der Anwesenden. Diese sieht für Winznau wie folgt aus: In den Lastenausgleich der Sozialadministration hat die Gemeinde einen Anteil von 136’032 Franken zu überweisen, die Restkosten betragen 96’959 Franken.

Der Anteil Winznaus an der Gesetzlichen Sozialhilfe beläuft sich auf 767’314 Franken. Dieser erhöhte sich gegenüber dem Budget um 111’705 Franken. Grund dafür war eine Fehlbudgetierung seitens des Kantons für die Jahre 2017 und 2018; bei der Gesetzlichen Sozialhilfe ging man von Kosten von 360 Franken pro Kopf aus, tatsächlich sind es aber rund 410 Franken.

Finanzverwalter geht in Pension

Der Gemeindepräsident durfte Finanzverwalter Wolfgang Fahrer verabschieden, der nach 14-jähriger Tätigkeit in den vorzeitigen Ruhestand tritt. Fahrer hatte sein Amt am 1. Juli 2005 angetreten und in dieser Zeit unter anderem Investitionen für 10,4 Millionen Franken bearbeitet. In jener Zeit haben sich unter anderem die Sozialkosten mehr als verdoppelt, und das Eigenkapital des allgemeinen Haushalts konnte verzehnfacht werden. «Ihm lag die finanzielle Sicherheit unseres Dorfes stets am Herzen», bemerkte Gubler in seiner Würdigung.

Der Gemeindepräsident konnte auch den Nachfolger Fahrers vorstellen: Dagobert Gübelin hat sein Amt am 1. März angetreten. Er ist in Lostorf aufgewachsen und wohnt in Gempen, wo er als FiKo-Präsident amtete. Zudem gehörte Gübelin zu den Mitbegründern der Theatergesellschaft Winznau, er «ist also bestens mit den Finanzen und der Region verwurzelt», so Daniel Gubler.

Postulat Kühne abgeschrieben

Unter «Verschiedenem» gab der Gemeindepräsident bekannt, dass das Postulat Kühne, das im vergangenen Dezember behandelt worden war und unter anderem die Überprüfung des Gestaltungsplans Bühlacker sowie die Verkehrssicherheit auf der Lostorferstrasse zum Inhalt hatte, vom Gemeinderat im Februar abgeschrieben wurde. Die Anliegen seien im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens genügend geprüft worden.

Im Weiteren hielt Gubler bezüglich einer Interpellation von Bernhard Iff fest, dass die Gemeindedaten in Rechenzentren im In- und Ausland, aber auch in der Gemeinde selbst, «zeitgemäss und zukunftsgerichtet» gesichert seien. Ferner orientierte Gubler, dass der Gemeinderat die Einsetzung einer Spezialkommission beschlossen habe, die im Rahmen des neuen Leitbildes und der anschliessenden Ortsplanungsrevision flächendeckend «Tempo 30» in Winznau prüfen soll. Schliesslich machte Gubler Werbung für die 1. August-Feier, für welche Regierungsrätin Susanne Schaffner als Festrednerin gewonnen werden konnte.