Winznau
Sanierung sorgt für Diskussion: Anwohner wehren sich gegen Verbreiterung der Strasse

Die Bühlstrasse in Winznau soll erneuert und gleichzeitig verbreitert werden – letzter Punkt passte vor allem den Anwohnern nicht.

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Die Bühlstrasse soll auf 5,5 Meter verbreitert werden. Die Anwohner sahen dafür keine Notwendigkeit und befürchteten, dass danach schneller gefahren würde.

Die Bühlstrasse soll auf 5,5 Meter verbreitert werden. Die Anwohner sahen dafür keine Notwendigkeit und befürchteten, dass danach schneller gefahren würde.

Bruno Kissling

59 Stimmberechtigte befanden am Montagabend über drei Investitionen, welche im kommenden Jahr in Winznau umgesetzt werden sollen: Die Sanierung des Wegnetzes auf dem Friedhof, die Sanierung der Bühlstrasse und die Sanierung der Stützmauer vom Schulhaus 1905. Die Sanierungen des Wegnetzes und der Schulhaus-Stützmauer wurden jeweils grossmehrheitlich angenommen. Die Sanierung der Bühlstrasse in Höhe von 420'000 Franken löste jedoch eine rege Diskussion aus.

Die Kanalisation ist in einzelnen Abschnitten dringend sanierungsbedürftig und teilweise sogar zu klein. Ebenso muss die Frischwasserleitung erneuert werden. Ausserdem will die Gemeinde gemäss dem genehmigten Erschliessungsplan die Fahrbahn im westlichen Strassenabschnitt auf 5,5 Meter verbreitern. Man könne gleichzeitig die Synergien nutzen und die Strassenbeleuchtung erneuern, mit welcher Strom und Kosten gespart werden sollen. Es herrschte im Saal grosse Einigkeit darüber, dass man die Kanalisation und die Frischwasserleitung unbedingt erneuern müsse.

Verschiedene Anwohnerinnen und Anwohner äusserten sich jedoch kritisch zur gleichzeitig geplanten Verbreiterung der Strasse. Man sah nicht ein, warum dies nötig sei. Als Argument brachten sie vor, dass breitere Strassen oftmals sowieso und nur dazu führten, dass schneller gefahren würde. Vonseiten der Behörden wurde erwidert, dass Anwohnende es verpasst hätten, bei der Erstellung des Erschliessungsplans Einspruch zu erheben, fügten aber an, dass es möglich sei, der Gemeinde auch im Nachhinein schriftlich ihre Ablehnung einzureichen. Vorausgesetzt, alle Anstösser seien dabei gleicher Meinung. Die Sanierung der Bühlstrasse inklusiv der Verbreiterung wurde schliesslich mit 43 zu 10 Stimmen bei 6 Enthaltungen angenommen.

Steuererhöhung von vier Prozentpunkten droht

Das Budget fürs Jahr 2021 sieht bei einem Aufwand von knapp 8 Mio. Franken ein Defizit von 390'000 Franken vor. Auch in den kommenden Jahren soll es gemäss Finanzplan Defizite geben, so dass das Eigenkapital schmilzt und Schulden gemacht werden müssen. Um diese wieder zurückzuzahlen, seien jedoch drastische Sparmassnahmen, ein Bevölkerungswachstum oder eine Steuererhöhung vonnöten, erklärte Finanzverwalter Dagobert Gübelin. Da die Sparmöglichkeiten marginal seien, werde letzte Option am wahrscheinlisten. Man müsse sich dabei auf eine Erhöhung von vier Prozentpunkten gefasst machen. Dies würde neu einen Steuerfuss von 125 Prozent bedeuten.

Neben dem Budget genehmigten die Gemeindeversammlung auch die Statutenänderung der Kreisschule Mittelgösgen und der Anschluss der Winznauer Feuerwehr an die Regionalfeuerwehr Unterer Hauenstein. In letztem Punkt folgt Winznau dem Beispiel der Gemeinde Hauenstein-Ifenthal, welche bereits einstimmig für den Anschluss entschieden hat. Ausstehend ist nun lediglich das Votum der Trimbacherinnen und Trimbacher. Wisen hat sich bereits früher mit den Baselbieter Dörfern Zeglingen, Kilchberg und Rünenberg zusammengeschlossen.

Kandidierende für das Wahljahr 2021 sind gesucht

Gegen Ende der Versammlung setzt Andreas Brun, Präsident der Planungskommission die Anwesenden über den Stand der Ortsplanung in Kenntnis und lädt sie zur Ergebniskonferenz ein, die im nächsten Februar stattfinden wird.

Gemeindepräsident Daniel Gubler forderte Menschen im Saal, die «gerne strategisch denken und Entscheidungen treffen sowie vernetzt denken können» dazu auf für die kommenden Wahlen zu kandidieren.

Gubler schloss die Versammlung ab mit den Worten: «Ich habe noch nie ein Jahr erlebt, in dem eigentlich so wenig gelaufen ist, dass aber so viel zu tun gegeben hat.»

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