Im Eingang wird der Besucher der Kunstgalerie im Schloss Wartenfels gleich überrascht. «Eine schöne Farbenexplosion ist das, nicht?», sagt Peter Block schmunzelnd. Er präsidiert die Stiftung Wartenfels, die sich um das Schloss oberhalb von Lostorf kümmert. Und er ist Kurator der alljährlichen Kunstausstellung in den alten Räumen.

Die «Farbenexplosion» ist auf einer Leinwand festgehalten. «Blumenpracht Schlosspark» heisst das neue Werk der Balsthalerin Margarita Flad. Die farbenfrohen Blumen empfangen die Besucher ab diesem Sonntag gleich beim Eingang zur Ausstellung. Denn dann feiert die Stiftung Wartenfels mit dem Verein «Freunde von Schloss Wartenfels» die Saisoneröffnung. Das Motto lautet: «Schloss und Park. Ansichten und Aussichten.»

«Blumenpracht Schlosspark»: Die neusten Werke der Balsthaler Künstlerin Margarita Flad.

   

Ein paar Schritte weiter verändert sich die Stimmung. Im ehemaligen Weinkeller sind dezente, manchmal sogar düstere Gemälde aufgehängt. Unter anderem stellt der Lostorfer Ueli von Arx drei Aquarelle aus: «Er malt das Schloss Wartenfels schon sein Leben lang», sagt Bloch beim Rundgang durch die Ausstellung. «Ihm zuliebe haben wir das diesjährige Thema ausgewählt.»
«Die gehört doch zu jedem Schloss»

Altbekannte und Neulinge

Neben den Künstlern aus der Region, die jedes Jahr eines oder mehrere Werke auf dem Schloss ausstellen, hat es auch Neulinge. So etwa Jeannette Lerch: Die Lostorfer Galeristin ist zum ersten Mal mit zwei Bronzeobjekten vertreten. Während der Schlosskönig auf dem einen hoch auf seinem Schaukelpferd thront, versucht er auf dem anderen verzweifelt, sich an der Kante des Holzpfeilers festzuhalten. Er droht seine Herrschaft zu verlieren.

«Machtspiele» und «Der Absturz»: Die Lostorferin Jeannette Lerch stellt zum ersten Mal im Schloss Wartenfels aus.

   

Die Ausstellung Kunstwerken aus verschiedenen Stilen läuft bis im Oktober. Dann endet die Sommer-Saison. Bloch erklärt: «Wissen Sie, das Schloss Wartenfels ist halt ein Sommerschloss. Im Winter ist es hier unerträglich kalt.» Damit die Gäste an der Eröffnungsvernissage nicht frieren, hat Bloch zusammen mit dem Schlosswart-Ehepaar Annette und Stefan Bernhard einige Heizkörper in den Räumen aufgestellt.

«Die gehört doch zu jedem Schloss»

Einzig im Dachstock zieht der Wind aufgrund des durchlässigen Dachs noch immer durch jede Ritze. Zuoberst im Schloss hat Kurator Bloch denn auch die «Spuk-Ecke», wie er sie liebevoll nennt, untergebracht: «Die gehört doch zu jedem Schloss», sagt der 83-Jährige.

Die Kunstwerke stammen von Daniel Depoutot. Der Künstler aus Strassburg stellt mehrere Gespenster-Masken aus Gips oder Metall, einige Gouache-Gemälde sowie die beiden realistisch anmutenden Totentanz-Skelette aus.

Die Spuk-Ecke mit Werken von Daniel Depoutot aus Strassburg: Die Werke stammen allesamt aus der Sammlung von Peter Bloch.

   

Wer genug von spukenden Kunstwerken hat, muss sich nur ein Mal umdrehen: Prominent direkt neben der Treppe gibt es die Erstkreation zweier Nachwuchskünstler zu bestaunen. Der achtjährige Sven und seine fünfjährige Schwester Cindy — die Kinder des Schlosswart-Ehepaars — haben aus fünf unterschiedlich grossen Leinwänden ein «Traumschloss mit Garten» kreiert. Mit den kräftigen Farben und der Dreidimensionalität hebt sich dieses Werk deutlich von den anderen ab.

«Traumschloss mit Garten»: Der achtjährige Sven und seine fünfjährige Schwester Cindy — die Kinder des Schlosswart-Ehepaars — mit ihrem Erstlingswerk.