Kienberg
Saalhöhe-Nordseite ist für die Strassenbauer zäh

Die Bauarbeiten mit einspuriger Verkehrsführung dauern ein gutes Jahr länger als geplant. Zur Sicherung gegen Steinschlag wurden neue Holzpalisaden eingebaut, im oberen Bereich des Hangs werden sie mit Steinschlagschutznetzen ergänzt.

Christian von Arx
Drucken
Teilen
Zur Sicherung gegen Steinschlag wurden neue Holzpalisaden eingebaut, im oberen Bereich des Hangs werden sie mit Steinschlagschutznetzen ergänzt.

Zur Sicherung gegen Steinschlag wurden neue Holzpalisaden eingebaut, im oberen Bereich des Hangs werden sie mit Steinschlagschutznetzen ergänzt.

Bruno Kissling

Die Sanierung der Kantonsstrasse über die Saalhöhe (781 Meter über Meer) nach Kienberg erweist sich als harte Nuss. Dass sie mehrere Jahre dauern würde, war den Planern von Anfang an klar: Für die Bauarbeiten an den zwei ersten Teilprojekten (Passhöhe bis Saalhöfe sowie Sonnhaldenhof bis alte Gipsgrube) hatte das Solothurner Bau- und Justizdepartement Ende Januar 2014 Verkehrsbeschränkungen für die Dauer von März 2014 bis Ende Juni 2016 angekündigt.

Doch die Auto- und Töfffahrer müssen sich noch länger in Geduld üben: Soeben hat das Departement die Einschränkungen bis Ende September 2017 verlängert. So lange kann es an der Nordseite der Saalhöhe weiterhin einspurige Abschnitte geben, in denen der Verkehr mit einer Lichtsignalanlage geregelt wird.

Walter Kummer, der zuständige Projektleiter im kantonalen Amt für Verkehr und Tiefbau, nennt auf Anfrage drei Gründe, warum die Bauzeit so viel länger ist als vorgesehen. «Wetter und Witterung sind in diesem Gebiet schwierig – das ist ein kaltes Loch», erklärt Kummer. Während des Winters gebe es Zeiten, wo es nicht möglich sei, mit den Bauarbeiten fortzufahren. «Bei der Verlängerung haben wir das jetzt berücksichtigt, damit sollte alles Unvorhergesehene abgedeckt sein», so Kummer.

Zweitens waren im Abschnitt zwischen dem Sonnhaldenhof und der untersten Haarnadelkurve, im Weiermattrain, aufwendigere Massnahmen gegen den Steinschlag nötig als ursprünglich vorgesehen. Zusätzlich zu den neuen Holzpalisaden müssen auch Steinschlagschutznetze eingebaut werden.

Ein Stück Bach renaturieren

Der dritte Faktor, der die Arbeitszeit in die Länge zieht, ist die Erneuerung des Bachdurchlasses in der erwähnten untersten Kurve. Dieser Durchlass war bisher zu eng und wurde bei starken Regenfällen verstopft. Es kam vor, dass der Bach die Kurve überflutete und auf der Strasse dorfwärts floss. Jetzt wird ein Durchlass erstellt, der auch ein Hochwasser schlucken kann, wie es nach der Statistik nur alle 100 Jahre vorkommen sollte.

Im Zug der Erneuerung der Werkleitungen entlang der Strasse soll nun auch der eingedolte Bachlauf nach der Unterquerung der Strasse freigelegt und renaturiert werden. Dies vorderhand auf jenem Abschnitt, wo das betroffene Land der Gemeinde gehört. «Die Zustimmung der Gemeinde steht aber noch aus», erklärt Walter Kummer. Das Baugesuch sei zurzeit hängig. Bevor die Baubewilligung vorliegt, kann die Ausführung nicht beginnen.

Im Juni wird nun auf dem aufwendig sanierten obersten Abschnitt der Saalstrasse (Passhöhe bis alte Gipsgrube) noch der Deckbelag eingebracht. Damit ist das Teilprojekt 1 abgeschlossen. Das jetzt in Arbeit stehende Teilprojekt 2 (Sonnhaldenhof bis Dorf) soll nächsten Sommer mit dem Deckbelag fertiggestellt werden.

Phase 2 folgt von 2017 bis 2020

Damit ist aber erst die erste Phase der Strassensanierung auf der Saalhöhe-Nordstrasse abgeschlossen. Wie Walter Kummer erläutert, wird sich daran ab Sommer 2017 gleich die nächste Phase anschliessen: In drei Jahresabschnitten wird dann noch der mittlere, durch mehrere Serpentinen charakterisierte Abschnitt zwischen den Saalhöfen und dem Sonnhaldenhof in Angriff genommen. Auch in dieser Zeit müssen die Passfahrer mit einspuriger Verkehrsführung und Wartezeiten an Lichtsignalen rechnen. Erst im Jahr 2020 haben die Kienberger wieder freie Fahrt nach Erlinsbach.