Wer am Sonntagmorgen die Mehrzweckhalle betrat in Niedergösgen, musste sich in Acht nehmen, nicht von einem schwingenden Seil getroffen zu werden. Rund 150 Sportler aus 8 Vereinen, darunter 31 aus Niedergösgen, bereiteten sich dort auf die Rope Skipping Swiss Championship vor.

Die Sportart, in Niedergösgen seit vielen Jahren etabliert, ist noch längst nicht allen ein Begriff. Einfach gesagt geht es um Seilspringen; doch es steckt viel mehr dahinter. Beim gestrigen Wettkampf ging es vorerst um Geschwindigkeit. Wer schafft in zwei Minuten die meisten Durchzüge? In verschiedenen Alterskategorien wurde um die Wette gesprungen, jeweils vier traten in der sogenannten Speeddisziplin gleichzeitig an.

Mit Ausnahme von all jener die im Vorjahr 450 oder mehr Sprünge geschafft haben. Sie starten zum Schluss jeweils nur zu zweit. Darunter waren auch die beiden 15-jährigen Niedergösgerinnen Oriana Fröhlich und Amelie Zaugg. Bereits mehrere Stunden vor ihrer Startzeit waren sie angespannt: «In den letzten Minuten vor dem Start sind wir aber jeweils noch viel nervöser.» Und das obwohl die beiden seit vielen Jahren Teil der Gösger Speedys sind. So nennt sich die Rope Skipping Gruppe des Turnvereins Fides Niedergösgen.

Rope Skipping im Niederamt

Rope Skipping im Niederamt

Hip-Hop-Workshop in der Pause

In der Mittagspause hatten Teilnehmer und Besucher die Möglichkeit an einem Hip-Hop-Workshop teilzunehmen. Nachdem alle ihre zwei Minuten absolviert hatten, folgten die Teamdisziplinen. Dabei gewinnt das Team, bei dem in zwei Minuten die meisten Teilnehmer gemeinsam in einem Langseil springen. Bleibt jemand im Seil hängen, muss wieder von vorne begonnen werden.

Insgesamt gibt es fünf verschiedene Varianten davon, mit verschiedenen Seillängen und im «Double Dutch», wo zwei Seile geschwungen werden. Die Niedergösger konnten dabei zu alter Stärke zurückfinden und haben vier von fünf Teamdisziplinen gewonnen. Auch bei den Einzelwettkämpfen waren die Gösger Speedys stark: In allen Disziplinen, in denen sie vertreten waren, erreichten sie das Podest. In der Kategorie bis 8 Jahre sprang Livia von Büren mit 358 Durchzügen auf den zweiten Platz, bis 11 Jahre gewann Aurora Restuccio mit 472 Sprüngen und in der Kategorie bis 25 Jahre erreichte Amelie Zaugg den dritten Platz mit 503 Sprüngen.

Den drei Trainerinnen Lena Münger, Melanie Peier und Gina Eichenberger blieb nicht viel mehr übrig, als zufrieden auf den guten Wettkampftag und stolz auf ihre Schützlinge den ausnahmsweise kurzen Heimweg anzutreten.