St.-Ulrich-Kapelle
Rohrs erster Freiluft-Gottesdienst – auf Strohballen

Dank Spendern konnten die Schäden am Dach der St.-Ulrich-Kapelle in Rohr repariert und der Gottesdienst wieder abgehalten werden.

Merken
Drucken
Teilen
Für die Gottesdienstbesucher wurden Strohballen als Sitzflächen bereitgelegt.

Für die Gottesdienstbesucher wurden Strohballen als Sitzflächen bereitgelegt.

André Wyss

Bei der St.-Ulrich-Kapelle in Rohr mussten einige Ziegel ersetzt werden, wie der Gemeinderat von Rohr in einer Mitteilung schreibt. Dank Spenden aus der Bevölkerung konnte dies nun umgesetzt werden. Das dorfansässige Unternehmen Wyss Bedachungen hat dabei die nötigen Arbeiten an der geschichtsträchtigen Kapelle ausgeführt. Somit ist nun wieder gewährleistet, dass die Kapelle vor Wasserschäden geschützt ist.

Corona sei Dank musste für das diesjährige Patrozinium, welches jeweils am 4. Juli stattfindet, eine neue Lösung gefunden werden. In der Kapelle selber hätten die nötigen Abstände nicht eingehalten werden können. Kurzum hat man sich deshalb dafür entschieden, den wohl ersten Freiluft-Patroziniums-Gottesdienst in Rohr durchzuführen. Das Wetter spielte mit, und daher konnte der Gottesdienst problemlos vor der Kapelle stattfinden. Die Besucher konnten dabei auf Strohballen Platz nehmen. Der ökumenische Gottesdienst selbst wurde von der römisch-katholischen Kirche Stüsslingen-Rohr sowie von der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Niederamt durchgeführt. Das «Rahmenprogramm» – inklusive Apéro – wurde vom Verein Kapelle Rohr organisiert. Dessen Ziel ist es, das Wahrzeichen von Rohr weiter bekannt zu machen sowie in einem guten Zustand behalten zu können.

Die Kapelle: Ein beliebter Zwischenhalt

Die St.-Ulrich-Kapelle wurde vermutlich im 13. bis 14. Jahrhundert durch das Kloster Einsiedeln erbaut. Das Kloster Einsiedeln hat den Schafmattpass bereits mit Gütern gesichert, um Besitzungen im Elsass gut erreichen zu können. Man weiss heute mit Sicherheit, dass die Kapelle vor 1600 einem Brand zum Opfer fiel. Die Sage bezichtigt, dass sich zur Reformationszeit das ganze Dorf zum neuen Glauben bekannt habe. In diesen Reformationswirren hatten dann die Protestanten die Kapelle niedergebrannt. Um 1600 war aber die Kapelle wieder aufgebaut. Sie ist in der Sommerzeit geöffnet und für Wanderer und andere Durchreisende ein beliebter Zwischenhalt. (mgt)