Wahlen
Roberto Aletti ist neuer Gemeindepräsident von Niedergösgen – zieht Gegenkandidat Meier nun weg?

Der CVP-Politiker Roberto Aletti wurde mit 54,3 Prozent der Stimmen zum neuen Gemeindepräsidenten von Niedergösgen gewählt.

Silvana Schreier
Drucken
Teilen
Roberto Aletti wurde am Sonntag zum neuen Gemeindepräsidenten von Niedergösgen gewählt. Impressionen der Wahlfeier: Roberto Aletti mit Frau Franziska und den beiden Töchtern Melina und Silia.
7 Bilder
Wahlfeier Gemeindepräsidium Niedergösgen; Roberto Aletti

Roberto Aletti wurde am Sonntag zum neuen Gemeindepräsidenten von Niedergösgen gewählt. Impressionen der Wahlfeier: Roberto Aletti mit Frau Franziska und den beiden Töchtern Melina und Silia.

Bruno Kissling

Die Niedergösger haben entschieden: Roberto Aletti ist der neue Gemeindepräsident. Der CVP-Politiker wurde mit 52,3 Prozent der gültigen Stimmen gewählt. Aletti wird also den Rest der laufenden Amtsperiode 2017—2021 das Gemeindepräsidium von Niedergösgen übernehmen. 104 Stimmen machten den Unterschied. Das absolute Mehr lag bei 633 Stimmen. Aletti erreichte 661 und Meier 557 Stimmen. Insgesamt wurden 1218 gültige Stimmenzettel abgegeben, davon waren deren 47 leer. Die Stimmbeteiligung lag bei 55,2 Prozent.

In den Wahlkampf mischten sich in den vergangenen Wochen etliche Lokalpolitiker ein. Auf Facebook wurde Stimmung für den parteilosen Andreas Meier gemacht, mit Inseraten warben die Ortsparteien CVP, SVP, FDP und SP für den Kandidaten Aletti.

Der noch amtierende Gemeindepräsident Kurt Henzmann rief Aletti kurz nach Mittag an und teilte ihm das Resultat mit. Aletti: «Innerlich habe ich schon ein paar Luftsprünge gemacht. Das ist gewaltig. Ich freue mich sehr, dass ich gewählt wurde.» Damit habe er den ersten Schritt bewältigt. «Jetzt wartet aber die eigentliche Aufgabe als Gemeindepräsident auf mich. Wir haben viel vor», sagt der 62-Jährige kurz nach der Bekanntgabe der Wahlergebnisse. Per Anfang Oktober tritt er sein Amt an.

Abgelenkt dank Rohrbruch

Sein Erfolgsrezept sei vermutlich darin gelegen, dass ihn die Stimmbevölkerung so kennen gelernt habe, wie er sei. Noch am Sonntagmorgen beim Aufstehen habe er gedacht: «Alles könnte möglich sein.» Nervös sei er aber nicht geworden. Er habe keine Zeit, dafür umso mehr Ablenkung gehabt: «Wir hatten einen Rohrbruch im Keller und mussten notfallmässig einen Sanitär kommen lassen», erzählt Aletti.

Sein Kontrahent Meier erhielt 45,7 Prozent der Stimmen. Der Vizegemeindepräsident zeigt sich am Telefon erleichtert über das Wahlresultat: «Ich habe bis zum Schluss mit allem gerechnet. Jetzt ist der Druck von mir abgefallen», sagt der 58-Jährige. Die Gegner hätten ihre Wähler besser mobilisieren können, daran sei es vermutlich gescheitert. Meier: «Ich habe aber gemacht, was ich konnte. Mehr wäre nicht möglich gewesen.» Bereuen tue er darum nichts.

Der Niedergösger Bauunternehmer hat nun aber klare Erwartungen an den neu gewählten Gemeindepräsidenten: «Roberto Aletti und die CVP sind jetzt in der Verantwortung — ab sofort. Ich bin zwar noch Vizegemeindepräsident und Gemeinderat, aber ich fühle mich definitiv nicht mehr verantwortlich.» In den nächsten Tagen werde er entscheiden, ob er sein Amt als Vizepräsident behalten oder aufgeben will. Als Gemeinderat mache er weiter. Und: «Ich denke definitiv darüber nach, aus Niedergösgen wegzuziehen. Mein Geschäft bleibt hier, aber ich gehe vielleicht.»

Am Sonntagabend werde er sich trotz Niederlage mit seinen Unterstützern zum Anstossen treffen. Er müsse diese nun wieder aufbauen. «Ich habe schon mehrere Anrufe von Leuten bekommen, die geknickt sind wegen des Wahlresultats», erzählt Meier. Er selbst werde nach dieser Niederlage stärker zurückkommen — so, wie er es immer tue. «Mein nächstes Projekt wird nicht politisch sein, aber ich lasse mir sicher wieder etwas Neues einfallen.»